Die Vorfreude steigt

Olympia-Premiere: Florian Wilmsmann vom TSV Hartpenning startet im Skicross

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Skicrosser Florian Wilmsmann hat sich sein Olympia-Ticket schon im ersten Weltcup der Saison gesichert.

Holzkirchen/Bokwang – So einen rasanten Aufstieg wie den des Holzkirchner Skicrossers Florian Wilmsmann (TSV Hartpenning) kann man sich als junger Sportler nur wünschen: In der Saison 2015/16 war er nur für Insider ein Begriff, im Winter 2016/17 fuhr er die komplette Weltcup-Serie mit, war bei der WM in der Sierra Nevada (Spanien) mit dabei, wurde Junioren-Weltmeister und vom Deutschen Skiverband als „Rookie of the Year“ gewürdigt, und jetzt fliegt er am Donnerstag, 15. Februar, zu den Olympischen Winterspielen nach Südkorea.

Dass bei dem 22-Jährigen Skicrosser alles ungewöhnlich schnell geht, traf dann auch für seine Olympia-Qualifikation zu. „Von ihm erwarte ich mir heuer den nächsten Schritt nach vorne, also dass er die zweite und dritte Runde in den Vierer-Heats erreicht“, urteilte Cross-Nationaltrainer Peter Stemmer, der übrigens aus Waakirchen kommt, noch vor dem Saisonstart. Er lieferte auch gleich eine Erklärung für seine Einschätzung: „Alleine körperlich hat er heuer über den Sommer wirklich einen erneuten brutalen Sprung nach vorne gemacht. Er ist immer klar im Kopf, weiß was er macht. Und hat auch im Winter 2016/17 immer gleich das gemacht, was wir von ihm erwartet hatten. Mit ihm ist heuer absolut zu rechnen.“ Es kam das erste Weltcup-Rennen im französischen Val Thorens und der Holzkirchner raste gleich einmal ins so genannte „kleine Finale“. Dort wurde er dann auf Platz acht gewertet, die Olympia-Fahrkarte war damit in der Tasche.

Damit bestätigte das Ausnahmetalent, dass er absolut fit in den aktuellen Cross-Winter ging. Der amtierende deutsche Meister im Skicross ist als guter Starter bekannt. So nutzte er dann auch in diversen Weltcup-Rennen der laufenden Saison seine Erfahrungen aus dem Vorjahr und ging „heuer viel selbstbewusster in die diversen Weltcup-Rennen.“ Vor allem versuchte er stets, enge Situationen kaltschnäuziger zu seinem Vorteil zu nutzen.

„Direkt nervös bin ich noch nicht. Aber allmählich setzt auch bei mir eine gewisse Anspannung ein“, sagte vor kurzem Flori Wilmsmann, der dieser Tage noch mit der deutschen Cross-Nationalmannschaft die letzten Olympia-Vorbereitungen auf der Reiter Alm (Steiermark) und in Grasgehren absolviert. Vor allem der Lehrgang im Nachbarland kommt ihm da sehr zu pass. Haben doch die Österreicher, deren Nationalteam trainiert auch dort, auf der Reiter Alm die olympische Startanlage exakt nachgebaut. „Vor allem der extrem steile Drop-In gleich nach der Startbox kostet schon einige Überwindung. Aber ich denke, dass ich das mittlerweile ganz gut im Griff habe.“

Durchaus realistisch schätzt der Holzkirchner seine Medaillen-Chancen bei seiner Olympia-Premiere im Phoenix Snow-Park in Bokwang ein. Dort finden übrigens alle Freestyle-Bewerbe heuer statt: „Ich denke, dass ich nicht unbedingt zum Favoritenkreis zähle. Aber im Skicross sind Überraschungen ja nichts Ungewöhnliches. Zudem waren da bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen immer wieder Außenseiter ganz vorn mit dabei. Ich werde jedenfalls versuchen, das Beste zu zeigen, was ich drauf habe.“ Über die beim Skicross übliche Qualifikationshürde muss er sich da keine Gedanken machen. So etwas gibt es bei Olympia nicht, da für den Start nur die Top-32 Athleten der internationalen Cross-Elite zugelassen sind.

Darüber hinaus will er natürlich das „Highlight im Leben eines jeden Sportlers“ mit vollen Zügen genießen. „Da wir glücklicherweise bis zur Abschlussfeier in Südkorea bleiben, will ich schon versuchen, noch einige andere Wettkämpfe zu besuchen. Ein hochkarätiges Eishockey-Spiel etwa, das wäre schon toll. Da werde ich sicher noch Einiges von dem vielzitierten Olympic-Spirit abbekommen.“ Noch keine großen Gedanken hat sich Florian Wilmsmann über das Essen in dem südostasiatischen Land gemacht, das für einen Mitteleuropäer, etwa Reis bereits zum Frühstück, durchaus gewöhnungsbedürftig ist: „Wir sind wahrscheinlich in dem gleichen Hotel untergebracht, in dem meine Kameraden aus der deutschen Nationalmannschaft bereits vor zwei Jahren bei dem Vorolympischen Weltcup waren. Und die haben es auch überlebt.“

Freilich muss der 22-Jährige in Südkorea auf einen persönlichen Fanclub verzichten: „Meine Eltern haben schon überlegt, mit nach Südkorea zu fliegen. Aber dann hat es letztlich doch irgendwie nicht geklappt.“ Derzeit steigt bei ihm „die Vorfreude von Tag zu Tag. Derzeit wird es mir erst so richtig bewusst: Jetzt geht es bald auch für dich ab.“

Da in der Disziplin Skicross, die international zur Kategorie Freestyle zählt, während sie in Deutschland bei den alpinen angesiedelt ist, in den einzelnen Viererheats im Kampf Mann gegen Mann „immer eine Überraschung drin ist“, so hofft auch Flori Wilmsmann bei Olympia „auf eine positive Überraschung für unsere Mannschaft“. Die Skicrosser kämpfen am Mittwoch, 21. Februar, ab 3 Uhr deutscher Zeit um den Olympiasieg.

ejs

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