Rochade an der Spitze

Bürgerbewegung Waakirchen: Hülsmann und März tauschen für ein Jahr die Plätze

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Der amtierende Vorstand der Bürgerbewegung: (v.l.) Schatzmeisterin Gabi Königbauer, Erster Vorsitzender Xaver März und Zweiter Vorsitzender Lars Hülsmann.

Waakirchen – Bei der Bürgerbewegung „Entlastung der B472 (BB472)“  werden vorübergehend die Plätze an der Spitze getauscht.

Mit mehr als 20 Mitgliedern hat sich Ende November die Waakirchner Bürgerbewegung „Entlastung der B472 (BB472)“ zu ihrer Jahreshauptversammlung im Restaurant San Martino getroffen. Dabei wurde Rück- und Ausblick gehalten sowie eine Rochade an der Vorstandsspitze vollzogen. Das heißt: Für ein Jahr tauschen der Erste Vorsitzende Lars Hülsmann und der Zweite Vorsitzende Xaver März die Plätze.

Bekanntlich ist die BB472 Gründungsmitglied der heuer aus der Taufe gehobenen Oberland-Initiative für Ökologie & Verkehr, die zehn Bürgerinitiativen, Verbände und Vereine vereint. Diese hat Anfang des Jahres zwei Kernziele formuliert: Ein Verkehrskonzept für das gesamte Oberland bei Verzicht auf den Bau neuer Umgehungsstraßen.

„Diese Ziele sollen durch Diskussionen und Einflussnahme auf politische Entscheidungsträger sowie durch die Mitwirkung am Regionalplan erreicht werden, erläuterte die Vorstandschaft der BB472 am Versammlungsabend und ließ wissen: „Auf politischer Ebene erzielte man in Gesprächen mit drei Landräten große Übereinstimmungen, während Verkehrsminister Hans Reichhart gekniffen hat und für kein Gespräch in Gmund zur Verfügung stand. Mit der Weigerung des Ministers wurden auch Bürger sowie Landräte verprellt, weshalb die Oberland-Initiative die Angelegenheit per Brief vom 22. November an Ministerpräsident Markus Söder eskaliert hat.“

In Bezug auf die geplante Umfahrungslösung in Waakirchen äußerte sich die Bürgerbewegung nach den neuesten Erkenntnissen durch die Studien des Büros Obermeyer wie folgt: „Die von Herrn Ammerl aufgezeigten verkehrlichen Auswirkungen aller Umfahrungslösungen stellen netto eine erhöhte Belastung der Bürger von Waakirchen dar – insbesondere in Hauserdörfl.“

Es gehe bei allen Lösungen nur um die Ertüchtigung des bestehenden Verkehrs. Nutznießer wären primär die Durchfahrer, die mit 65 Prozent am Gesamtverkehr den Löwenanteil ausmachten und deren Anzahl nach Realisierung einer Umfahrung weiter ansteigen würde, gab die BB472 zu bedenken und tat kund: „Die von Herrn Ammerl vorgeschlagene Optimal-Lösung, das heißt, eine modifizierte Südumfahrung von Waakirchen bei gleichzeitiger und sich anschließender Umfahrung von Hauserdörfl (östlich des Dorfteils), wird von der BB472 abgelehnt.“

Begründet wurde diese Haltung unter anderem damit, dass die neue Variante einen völlig suboptimalen Verkehrsfluss bei deutlich längerer Streckenführung aufweise. Des Weiteren kamen Punkte wie massive Einschnitte in die Landschaft und ein Durchteilen des Ortes aufs Tapet, sodass letztendlich das Gesamtfazit lautete: „Die BB472 bleibt bei der Forderung nach einem regionalen Verkehrskonzept und einer Ortstunnelvariante, welche Teil eben dieses Konzeptes ist.“

Am Ende der Veranstaltung billigten die Mitglieder noch einen Plätzetausch an der Spitze des Vereins. Aufgrund starker Arbeitsbelastung und vor allem wegen des intensiven Engagements im beginnenden Kommunalwahlkampf überreichte Hülsmann für ein Jahr das Zepter an März. rei

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