Schnelle Hilfe in der Not

Warum sich in Waakirchen eine Bürgerstiftung gründet

Treffen der Stiftungsgründer unter Einhaltung der Abstandsregeln: (v.l. im Uhrzeigersinn) Andreas Hagleitner, Alexandra Wermke, Robert Englmann und Hermann Mair mit Sparkassen-Chef Martin Mihalovits und dem künftigen Stiftungsratsvorsitzenden Anton Lentner.
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Treffen der Stiftungsgründer unter Einhaltung der Abstandsregeln: (v.l. im Uhrzeigersinn) Andreas Hagleitner, Alexandra Wermke, Robert Englmann und Hermann Mair mit Sparkassen-Chef Martin Mihalovits und dem künftigen Stiftungsratsvorsitzenden Anton Lentner.

Waakirchen/Miesbach – Eine Bürgerstiftung für Waakirchen steht kurz vor der Gründung. Sie verspricht unbürokratische Unterstützung in der Not.

„Unser Waakirchen“ heißt die Bürgerstiftung, deren Gründung kurz vorm Abschluss steht. Schon bald soll die entsprechende Urkunde unterzeichnet werden. Ideengeber und Initiator ist der Waakirchner Andreas Hagleitner. Zusammen mit seiner Familie stellt er den Grundstock für die Stiftung, deren oberstes Ziel es ist, Menschen mit Handicap ins dörfliche Leben zu integrieren.

„Es soll eine Stiftung von Bürgern für Bürger sein“, sagte Hagleitner bei einem Gespräch im Saal der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und erzählte: „Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich das Leben durch einen schweren Sturz verändern kann und wie sehr man auf Hilfe angewiesen ist.“ Aufgrund mehrerer Wirbelbrüche sei er über ein Jahr lang beruflich außer Gefecht gesetzt gewesen, berichtete der Schreinermeister und hob hervor: „Mir war klar, wenn ich wieder gesund werde, gebe ich diese Hilfe als Zeichen meiner Dankbarkeit zurück.“

Wie Hagleitner erläuterte, sollen die Gelder der Stiftung schnell und unbürokratisch Waakirchner Bürgern in Notsituationen helfen. „Die strikte Trennung von politischen Geschehnissen im Ort ist uns sehr wichtig“, machte Hagleitner deutlich, der nach 24 Jahren als FWG-Gemeinderat bei der jüngsten Kommunalwahl nicht mehr als Kandidat antrat.

Um rasch handlungsfähig zu sein, steht die Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse. „Sicherheit ist unser Merkmal und wir helfen gerne, dem Projekt ins Laufen zu kommen“, sagte Sparkassen-Vorstand Martin Mihalovits. Die Sparkasse stelle ihre Plattform und ihr Netzwerk zur Verfügung, die Stiftung sei dabei aber komplett eigenständig.

Wie die Gelder verwendet werden, entscheidet der Rat der Bürgerstiftung, der sich aus Privatpersonen zusammensetzen wird. Neben Hagleitner werden Alexandra Wermke aus Hauserdörfl, Hermann Mair aus Piesenkam, Sieglinde Winklmair aus Marienstein und Robert Englmann aus Schaftlach dem Stiftungsrat angehören. „Wir legen größten Wert darauf, dass jeder Ortsteil vertreten ist“, zeigte Hagleitner auf.

Den Vorsitz werde jedoch mit Steuerberater und Rechtsanwalt Anton Lentner aus Rottach-Egern ein Nicht-Waakirchner übernehmen. „Ich begleite dieses Projekt gerne mit meinen Erfahrungen und bin überzeugt davon, dass die Stiftung groß wachsen wird“, erklärte Lentner. Bewusst wolle man den Stiftungszweck möglichst breit fassen, um gegebenenfalls auch in den Bereichen Jugendhilfe, Altenpflege, Rettungs- oder Vereinswesen unterstützend wirken zu können, erläuterte der Jurist.

Sobald die Gründungsurkunde für „Unser Waakirchen“ unterzeichnet ist, soll ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse eingerichtet und bekannt gegeben werden. „Seien Sie nicht zu leise und werben Sie ordentlich für Ihr Ziel, Spenden für einen guten Zweck zu sammeln“, gab Mihalovits den künftigen Stiftungsräten mit auf den Weg. rei

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