In Waakirchen

Diese Entscheidungen hat der Gemeinderat zur Südumfahrung getroffen

Laut Verkehrsgutachter verspricht eine Kombination aus teiluntertunnelter Südumfahrung und Spange um Hauserdörfl die größte Verkehrsentlastung.
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Laut Verkehrsgutachter verspricht eine Kombination aus teiluntertunnelter Südumfahrung und Spange um Hauserdörfl die größte Verkehrsentlastung.

Waakirchen – Nicht ebenerdig soll sie werden, die Südumfahrung bei Waakirchen. Darauf und auf weitere Punkte hat sich der Gemeinderat jüngst geeinigt.

Die hohe Verkehrsbelastung macht Waakirchen zu schaffen. Seit Jahren geht es deshalb um die Frage: Tunnel oder Umgehung? Zwar hat der Gemeinderat noch keine endgültige Lösung beschlossen, wohl aber Entscheidungen getroffen. Kernpunkt: Eine eben­erdige Südtrasse, wie im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 vorgesehen, lehnt das Gremium einstimmig ab.

Anfang November präsentierte Verkehrsgutachter Helmut Ammerl vom Münchner Planungsbüro Obermeyer das Ergebnis seiner Analyse. Der Fachmann war von der Gemeinde ins Boot geholt worden, um die verschiedenen Trassenvarianten unter die Lupe zu nehmen, die das Staatliche Bauamt Rosenheim im Sommer 2018 vorgestellt hatte.

Südumfahrung Waakirchen: Fazit des Verkehrsplaners überrascht

Ammerls Fazit sorgte für Überraschung: Die größte Verkehrsentlastung für Waakirchen würde eine Südumfahrung bringen, kombiniert mit einer um Hauserdörfl führenden Spange. Um die besagte Südumfahrung menschen- und landschaftsfreundlicher zu gestalten, hatte der Experte eine Planskizze gefertigt, bei der die Trasse mit Tunneln, Trögen, Brücken und einer Freistrecke versehen ist. Diese sogenannte Vorzugsvariante würde rund 83,5 Millionen Euro kosten.

Noch im November hatte sich der Gemeinderat eigens zu einer Klausur zurückgezogen, um in Sachen Verkehrsplanung festzulegen, wohin die Reise gehen soll. In der jüngsten Ratssitzung trug nun Bürgermeister Sepp Hartl eine Zusammenfassung des komplexen Sachverhalts vor. Bei der Zusammenkunft hätten die anwesenden Vertreter des Staatlichen Bauamts Rosenheim betont, dass es für die Durchsetzung einer teureren Variante, wie beispielsweise der teiluntertunnelten Südumfahrung, eine sehr gute Begründung bräuchte. Es sei unmissverständlich erklärt worden, dass dies zwar theoretisch möglich, aber doch nicht sehr aussichtsreich wäre. Zweckdienlich sei jedoch ein Fachgutachten, das die ökologische Begründung liefere. Im Erfolgsfall käme es zu einer Neuberechnung des Kosten-Nutzen-Faktors, informierte Hartl weiter. Somit sei jedenfalls nicht mit einer kurz- oder mittelfristigen Umsetzung zu rechnen. Vielmehr müsse man sich auf langwierige Verfahren einstellen.

Südumfahrung Waakirchen: Ebenerdige Variante abgelehnt

Was eine Umfahrung von Hauserdörfl betrifft, sei diese derzeit nicht im Ausbauplan für Staatsstraßen aufgenommen. Das heißt, dergleichen müsste erst beantragt werden und könnte gegebenenfalls bei der nächsten Fortschreibung seinen Niederschlag finden. Alternativ wäre es jedoch möglich, dass die Gemeinde selbst im Rahmen einer kommunalen Sonderbaulast diese Umfahrung realisiert. Zur Umsetzung wäre dann auch ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Die Kosten würden derzeit mit etwa drei Millionen Euro pro laufendem Kilometer veranschlagt.

Überwiegend wurde am Sitzungsabend die Ansicht vertreten, dass eine solitäre Lösung nur für den Ortskern Waakirchen keinesfalls befürwortet werden könne. Letztendlich wurden folgende Beschlüsse gefasst: Die ebenerdige Südumfahrung wurde einstimmig abgelehnt. Bei einer Gegenstimme von Balthasar Brandhofer wurde die Verwaltung beauftragt, Angebote zur Erstellung eines ökologischen Fachgutachtens bezüglich einer teiluntertunnelten Südumfahrung einzuholen. Drittens: Die Gemeinde wird sich auch weiterhin um eine echte Verkehrsentlastung für alle Betroffenen bemühen. rei

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