Mit den Bürgern von Anfang an

Ortsmitte in Waakirchen: Diese weiteren Schritte sind nun geplant

Waakirchen Dorfmitte
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Die Waakirchner Dorfmitte, bislang eine grüne Wiese zwischen Bäckervoitl (im Bild vor der Kirche) und Sparkassenfiliale an der Bundesstraße, soll sich in einem neuen Anlauf weiterentwickeln. Wie – da sollen die Bürger nun von Beginn an mitreden können.
  • VonDaniela Skodacek
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Waakirchen – Die Ortsmitte in Waakirchen soll entwickelt werden. Wie, das ist nach einem Bürgerentscheid 2019 unklar. Nun gibt es einen neuen Anlauf im Gemeinderat.

Zweieinhalb Jahre sind inzwischen seit dem Bürgerentscheid zur Waakirchner Ortsmitte vergangen. Die Wähler stimmten im Sommer 2019 mehrheitlich gegen die Pläne für eine Neugestaltung mit fünf Wohn- und Geschäftshäusern samt Tiefgarage und spulten so alle Überlegungen der Gemeinde auf Anfang zurück.

Die Bürger von Beginn an zu beteiligen, soll nun im Fokus aller weiteren Schritte stehen. Den Antrag von Michael Futschik, Akteur im damals kritischen Lager, für die Auftaktveranstaltung eine Agentur zu engagieren, lehnten die Gemeinderäte jedenfalls ab.

Bürgerentscheid zur Ortsmitte 2019

Für die Organisation und Durchführung einer Auftaktveranstaltung hatte Futschik, Sprecher der Bürgerwerkstatt und Initiator des Bürgerentscheids von 2019, dem Gremium Kostenvoranschläge von zwei Agenturen vorgelegt. Laut Bürgermeister Norbert Kerkel lagen beide Angebote jenseits der 30.000 Euro. Den meisten Räten war das erst einmal zu viel Geld. Inzwischen haben sich auch bereits einige Bürger im Rathaus gemeldet, die sich in den Neustart einbringen würden, berichtete Kerkel: „Die Verwaltung würde das unterstützen.“ Überhaupt müsse erst einmal ein Arbeitskreis ins Leben gerufen werden.

Zur Erinnerung: Trotz einer Info-Offensive der Gemeinde, die sich die Unterstützung eines Münchner Fachbüros rund 65.000 Euro kosten ließ, konnten die geteilten Lager damals nicht geeint werden. Der gemeindliche Entwurf für ein Wohnbauprojekt auf dem unbebauten Gelände zwischen Bäckervoitl-Anwesen und Sparkassenfiliale fiel durch.

Veranstaltung mit neutralem Moderator

Der langjährige Gemeinderat Rudi Reber (ABV) jedenfalls möchte die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen: „Wenn man es richtig anpackt und die Bürger mit einbindet, wird ein Ergebnis daraus.“ Zudem mahnte Reber, nicht wieder zwei Lager entstehen zu lassen. „Als Gemeinde haben wir die Verantwortung, dass man das richtig aufbaut“, sagte Reber, dem ein Mix ganz recht wäre, sprich eine von der Gemeinde organisierte Veranstaltung mit neutralem Moderator.

Cornelia Riepe (Grüne) schlug vor, einen Kernarbeitskreis nach einem festen Verfahren zu bilden – und zwar ohne Mitglieder aus der Gemeindeverwaltung oder dem Gemeinderat. Die Auftaktveranstaltung sei zunächst ja nur ein Test, wie die Resonanz aus der Gesellschaft generell ist, merkte Michael Mohrenweiser (ABV) an.

Noch gar nichts beschließen und den Neuanfang lieber gewissenhaft vorbereiten wollte dagegen Gisela Hölscher (FW), die wegen der Corona-Pandemie eine Auftaktveranstaltung erst im nächsten Herbst für realisierbar hält. Bürgermeister Kerkel jedoch wollte den Beschluss unbedingt in der Januarsitzung fassen, denn das Budget müsse auch hinsichtlich der kommenden Haushaltsplanungen berücksichtigt werden.

Starttermin für Frühsommer 2022

Im Haushalt seien bereits 50.000 Euro für Bürgerbeteiligung eingestellt, erinnerte Kerkel. Auch einen Ansprechpartner gibt es inzwischen: Werner Raab kümmert sich seit Jahresanfang um die EDV im Rathaus und ist zudem für Arbeitskreise zuständig. Er selbst, ehemals langjähriger Vorstand beim TSV Schaftlach, stellte sich dem Gremium und der Zuhörerschaft als in der Gemeinde bekannt vor und sagte lapidar: „Ich bin guter Dinge. Jeder kann mich ansprechen. Wir werden das schon schaukeln.“

Im Laufe der ausführlichen Diskussion zeigte sich zwar, dass viele Räte eine professionelle Prozessbegleitung bei den Neuplanungen als durchaus sinnvoll erachten. Für den Auftakt jedoch will es Waakirchen nun mit ehrenamtlichem Engagement versuchen. Die Gemeinderäte lehnten es schließlich einstimmig ab, ein Fachbüro mit der Auftaktveranstaltung zu beauftragen. Beschlossen wurde dagegen einmütig, diese Aufgabe der Gemeindeverwaltung und den Bürgern gemeinsam zu übertragen. „Das ist nichts, was man gleich nächsten Monat anfangen kann“, betonte Kerkel, kündigte aber einen möglichen Starttermin für Frühsommer 2022 an. sko

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