Baustelle am Brunnenweg

ÖDP fordert in Waakirchen Humus zu erhalten

Die Erschließung des neuen Waakirchner Gewerbegebiets beginnt. Wird bei den Erdarbeiten vermeintlich zeitsparend gebaggert, werden die Schichten des Mutterbodens ineinandergeschoben und unbrauchbar. Das wäre fatal aus Sicht der ÖDP.
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Die Erschließung des neuen Waakirchner Gewerbegebiets beginnt. Wird bei den Erdarbeiten vermeintlich zeitsparend gebaggert, werden die Schichten des Mutterbodens ineinandergeschoben und unbrauchbar. Das wäre fatal aus Sicht der ÖDP.

Waakirchen – In einem offenen Brief fordert der ÖDP-Kreisverband Bürgermeister Norbert Kerkel auf, sich für den Erhalt des Mutterbodens einzusetzen, der für der Erschließung des neuen Gewerbegebietes am Brunnenweg demnächst ausgehoben wird.

Laut dem Waakirchner Rathauschef wurde daran bereits längst gedacht. Diese Woche hat außerdem das Gespräch mit den Spartenträgern stattgefunden. Mitte Juni wandte sich Carola Ehrsam, Sprecherin des ÖDP-Kreisverbands, direkt an Bürgermeister Kerkel, in großer Sorge um den Oberbodenerhalt im neuen Gewerbegebiet Brunnenweg. „Ich bitte Sie eindringlich, den sinnvollen und nachhaltigen Umgang mit dem humusreichen Oberboden zu Ihrer persönlichen Sache zu machen“, schreibt sie in ihrem offenen Brief.

 Gemäß § 202 BauGB (Schutz des Mutterbodens) sei „Mutterboden, der bei der Errichtung und Änderung baulicher Anlagen sowie bei wesentlichen anderen Veränderungen der Erdoberfläche ausgehoben wird, in nutzbarem Zustand zu erhalten und vor Vernichtung und Vergeudung zu schützen“. Durch den Aushub allein würden die Mikroorganismen in der Humusschicht gestört, weshalb äußerst umsichtig vorgegangen werden müsse: „Die Grasnarbe muss vorsichtig abgehoben, danach die darunter liegende Humusschicht vom Unterboden abgetragen und alles muss getrennt gelagert werden. Wird hier lieblos und vermeintlich zeitsparend gebaggert, werden die Schichten ineinandergeschoben und unbrauchbar.“
Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Norbert Kerkel: „Wir haben schon daran gedacht, dass der Humus bei uns bleiben soll.“ Soviel wie möglich und soweit dies funktioniere. Bauamtsleiter Christoph Marcher bestätigte und sagte, dass im Abfahrtsbereich der neuen Ortsverbindungsstraße, auf einem gemeindlichen Grundstück, eine Lagermöglichkeit besteht. Dies werde unter anderem Thema beim sogenannten Spartengespräch sein, der Auftaktbesprechung mit den ausführenden Firmen. Von den in Ehrsams Brief erwähnten 5600 Kubikmetern Mutterboden sei man jedoch weit entfernt, sagte Marcher. Eingelagerte Humus- und Oberbodenmasse soll auch innerhalb der Gemeinde weiterverwendet werden, zunächst für das neue Gewerbegebiet sowie eventuell für das Bauvorhaben Feuerwehrhaus in Hauserdörfl. Falls ein Rest übrig bleibt, müsse man sehen, inwieweit sich dieser im Ortsbereich einsetzen lässt. 

Dieses Vorgehen entspräche auch den Wünschen der ÖDP nach lokaler Verwertung. „Aus wirtschaftlichen wie aus klimaschützenden Gründen ist der Humus bewahrenswert und wird für artenschützende Bepflanzung unserer Gemeinde dringend benötigt“, schreibt Carola Ehrsam. Es gebe hier äußerst engagierte Projekte, die bereits im Herbst und nächsten Frühjahr umgesetzt werden könnten, um eine zu lange Lagerung durch die Gemeinde Waakirchen zu vermeiden. Der offene Brief ist nachzulesen unter Aktuelles/News auf der Website des ÖDP-Kreisverbands: www.oedp-miesbach.de.       sko

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