Diskussion im Grünen

Waakirchen: Fragen und Anregungen zur Ortsmitte-Planung

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Dialog Neue Dorfmitte: An der ersten Ortsbegehung in Waakirchen nahmen zahlreiche Interessierte teil.

Waakirchen – Mit den Bürgern in Dialog treten, das hat sich Waakirchen auf die Fahnen geschrieben. Im Rahmen eines Informations- und Beteiligungsprozesses zur Dorfmitte-Planung lädt die Gemeinde zu Ortsbegehungen, Stammtischen und Themenabenden ein. Wie es mit dem Projekt weitergeht, darüber werden die Bürger am 7. Juli per Abstimmung entscheiden (wir haben berichtet).

Rund 50 Interessierte nahmen am vergangenen Samstag an einem Vor-Ort-Termin teil, um über die Zukunft der Fläche zwischen der Sparkassenfiliale und dem Bäckervoitl-Anwesen zu diskutieren. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Sepp Hartl und Projektleiter Daniel Schreyer vom Münchner Kommunikationsunternehmen Hendricks & Schwartz lud der Waakirchner Architekt Hans Hagleitner zu einer Führung über das Gelände ein. Um den Bürgern ein Gefühl zu vermitteln, was hier entstehen soll, hatte man mit Bändern die Grundrisse der fünf geplanten Wohn- und Geschäftshäuser gekennzeichnet.

Wie Hagleitner aufzeigte, würden die Abstände zwischen den Gebäuden sieben bis 7,5 Meter betragen und somit einen ungehinderten Blick bis zum Peißenberg zulassen. „Man hat nicht das Gefühl, ummauert zu sein“, machte der Architekt deutlich und hob hervor: „Es besteht eine hohe Aufenthaltsqualität.“ Der 1200 Quadratmeter große, von den Häusern umgebene Platz werde locker gestaltet und mit öffentlichen Bankflächen versehen. Selbst an seiner engsten Stelle messe er noch 23,5 Meter, ließ Hagleitner wissen. Zum Gesamtprojekt gehöre auch eine Tiefgarage mit 70 Plätzen. Außerdem sollen entlang der vorhandenen Straßen 40 oberirdische Stellplätze angelegt werden. Der Verlust von neun alten Bäumen werde durch 19 Neupflanzungen mehr als ausgeglichen. „Mir liegt nichts ferner, als unseren Ort zu verschandeln“, versicherte der Architekt. Von den 27 barrierefreien Wohnungen seien 14 für Senioren gedacht. Was die finanzielle Seite des Projektes angeht, wolle die Gemeinde ein Wohnbauförderprogramm nutzen, außerdem ein zinsverbilligtes Darlehen mit einer Laufzeit von 30 Jahren und zu einem Zinssatz von 0,99 Prozent in Anspruch nehmen. Die Miete für die Wohnungen soll bei einem Quadratmeterpreis von 8,50 Euro liegen.

Wer denn die Wohnungen bekomme, wollten die Bürger wissen. „Der Gemeinderat hat bei der Vergabe den Daumen drauf“, erklärte Hagleitner. Damit die Wohnungsgrößen besser geplant werden können, riet der Architekt, sich bei Bedarf frühzeitig an die Gemeinde zu wenden. Mehrmals bei der Ortsbegehung angesprochen wurde auch das Thema Parken. Barbara Wimmer hatte indes ein anderes Anliegen. Ihre Forderung: „Wir brauchen einen Dorfsaal.“ Hartl gab zu bedenken, dass die laufenden Kosten hierfür immens seien. Sollte später doch einmal ein Saal samt Stellplätzen gebaut werden, schlug Hagleitner als Standort das unbebaute Grundstück an der Tölzer Straße neben der Sparkasse vor. „Die Idee finde ich gut. Der Grund gehört der Gemeinde“, sagte Hartl.

Nach zweistündiger reger Diskussion unter freiem Himmel bedankten sich Hartl, Hagleitner und Schreyer bei den Bürgern für deren Interesse und vorgebrachten Anregungen. Die nächsten Termine des Dialogs sind ein Stammtisch am Mittwoch, 29. Mai, um 19.30 Uhr im Feuerwehrheim in Marienstein und die zweite Ortsbegehung am Samstag, 1. Juni, um 10 Uhr am Maibaum in Waakirchen. rei

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