Möglichkeiten prüfen

Gemeinde Waakirchen peilt 5G-Mobilfunk-Gutachten an

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Ganz nah beim Haus von Irene Hornsteiner steht ein mobiler Sendemast von Vodafone.

Waakirchen – „Stoppt 5G“, „Die Strahlung macht uns kaputt“ – Schlagzeilen wie diese machen deutlich, dass die Aufrüstung des digitalen Mobilfunks vielen Menschen Angst bereitet. In Sorge um die Gesundheit ist auch eine Waakirchner Bürgerinitiative, die fordert, dass Sendeanlagen mindestens einen Kilometer entfernt von Wohngebäuden stehen sollen. 618 Unterschriften nahm der Gemeinderat jetzt zum Anlass, ein Gutachten anzustreben, mit Mobilfunkbetreibern ins Gespräch zu kommen und baurechtliche Möglichkeiten zu prüfen.

5G ist der Name eines Standards für mobiles Internet und Mobiltelefonie. Diese Funktechnik der fünften Generation steht für schnellere Netze mit größerer Reichweite. „Die Strahlung beim Mobilfunkstandard 5G ist um ein Vielfaches höher und direkt neben einer solchen Anlage zu wohnen – oder sich auch nur längere Zeit aufzuhalten – ist tatsächlich gefährlich“, heißt es in einem Schreiben, das Irene Hornsteiner zusammen mit der Unterschriftenliste an den Waakirchner Bürgermeister und die Gemeinderäte richtete. Hornsteiner, die aktuell der Aufrüstung der 4G-Funktechnik sorgenvoll entgegenblickt, war aktiv geworden, nachdem Vodafone im Mai einen mobilen Sendemast in unmittelbarer Nähe ihres Hauses im Waakirchner Ortsteil Berg platziert hat. Die von ihr angestoßene Bürgerinitiative gegen die Aufstellung von Mobilfunkstationen in Wohngebieten beziehungsweise in der Nähe von Wohnhäusern sammelte im gesamten Gemeindegebiet 618 Unterschriften. Sie fundamentieren den Antrag, die Gemeinde möge die Voraussetzungen dafür schaffen, „alle Bürgerinnen und Bürger in Waakirchen zu schützen“. Heißt: Mobilfunkmasten sollen in einem Umkreis von einem Kilometer zu Wohnhäusern nicht errichtet werden dürfen. Dieser Forderung könne die Gemeinde nicht so einfach nachkommen, machte Bürgermeister Sepp Hartl in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. „Wir haben keine rechtliche Handhabe“, sagte der Rathauschef und merkte an, dass jeder eine Antenne setzen könne, wenn sie nicht höher als sieben Meter sei. Dennoch fand der besagte Antrag am Ratstisch Beachtung. Hartl riet, Angebote für ein Mobilfunk-Gutachten einzuholen. Georg Rausch (CSU) empfahl, mit den Mobilfunkbetreibern in Kontakt zu treten. Vonseiten Andreas Hagleitner (FWG) kam der Vorschlag, das gemeindliche Bauamt möge prüfen, ob die Kommune inzwischen eine Chance sehe, von ihr favorisierte Standorte für Masten festzulegen. „Wir dürfen keine falschen Hoffnungen bei den Antragstellern wecken“, warnte Robert Englmann (CSU) und wies auf Folgendes hin: „Sofern wir ein Gutachten erstellen lassen sollten, müssen wir den Auftragsrahmen festlegen.“

Günther Jeske (FWG) stellte klar, dass ein Gutachten nicht die Rechtslage ändere, bekundete aber zugleich: „Ich verstehe die Ängste und Bedenken der Bürger.“ Aber gerade eine solche Änderung müsse erfolgen. Vielleicht sollte sich die Gemeinde an den Landtag mit Präsidentin Ilse Aigner oder an den CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan wenden, gab Jeske zu überlegen.

Letztlich fiel der einstimmige Gemeinderats-Beschluss, dass zunächst Angebote eingeholt werden, um die Kosten eines Mobilfunk-Gutachtens mit Schwerpunkt 5G-Technik zu ermitteln. Ferner sollen Verhandlungen mit Mobilfunkbetreibern geführt und baurechtliche Möglichkeiten geprüft werden. Im September will das Ratsgremium dann erneut diskutieren. rei

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