Kommunalwahl 2020

Juristin und Musikpädagogin will in Waakirchen Rathauschefin werden

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Wollen eine neue Politikkultur: Die Kandidaten der Grünen für den Waakirchner Gemeinderat mit Bürgermeisterkandidatin Cornelia Riepe (vorne, mit Blumen).

Waakirchen – Mit einem klaren Ergebnis setzte sich Cornelia Riepe (45) gegen den Diplom-Physiker und Studienrat Ruprecht Steinhübl (45) durch.

„Mit Verstand und Herz gemeinsam für unsere Heimat“ – dafür steht Cornelia Riepe, die bei der Aufstellungsversammlung der Grünen-Ortsgruppe Waakirchen-Schaftlach zur Bürgermeisterkandidatin gekürt wurde. Mit einem klaren Ergebnis setzte sich die 45-jährige Juristin und Musikpädagogin gegen den Diplom-Physiker und Studienrat Ruprecht Steinhübl (45) durch.

Das Nebenzimmer im Restaurant San Martino war gut gefüllt, als am Mittwochabend vergangener Woche Cornelia Riepe nominiert und erstmals eine grüne Liste zur Kommunalwahl in Waakirchen aufgestellt wurde. Grünen-Kreisvorsitzender Georg Kammholz, der die Versammlungsleitung übernahm, führte durch insgesamt elf Wahlgänge.

Die Kandidaten (Plätze in absteigender Reihenfolge):

Cornelia Riepe, Carsten Brockmann, Eva-Maria Obermüller, Gerhard Kocher, Heidi Grüger, Uwe Kirschmer, Georg Wagner junior, Klaus Hartmann, Elisabeth Schlatter-Wagner, Ruprecht Steinhübl, Eveline Sitzmann, Jeremie Cassar, Eva Vogel, Oliver Riepe, Georg Wagner senior, Daniel Skodacek und Tobias Bauer. Um die Liste auf 20 Kandidaten aufzufüllen, wurden die ersten drei Kandidaten doppelt genannt.

Die gebürtige Hildesheimerin Riepe hat in Frankfurt am Main Jura studiert und kam vor 18 Jahren über ihren Ehemann nach Waakirchen. Sie empfinde es als Privileg, in einer solidarischen, herzlichen Dorfgemeinschaft leben zu dürfen. „Hier habe ich meine Heimat gefunden“, hob die zweifache Mutter am Versammlungsabend hervor. Seit 2007 arbeitet Riepe als Geigenlehrerin, spielt in einigen Orchestern und ist in der musikalischen Frühförderung aktiv. „Ich bin ein politischer Neuling. Unsere Ortsgruppe hat sich erst gegründet“, sagte Riepe, die völlig unbelastet an den Start geht. Wie sie in ihrer Bewerbungsrede aufzeigte, setze sie sich ein für eine „neue Politikkultur, die nachhaltig, offen und werteorientiert ist“. Sie wolle die Bürger in Planungen und Entscheidungsfindungen mit einbeziehen. „Mit mir wird es monatlich eine Bürgermeistersprechstunde geben“, verkündete Riepe. Zudem soll die Arbeit des Gemeinderates transparenter gestaltet werden. Man müsse offen für Kritik sein „und den Bürgern auf Augenhöhe begegnen“. Die Grünen-Ortsgruppe strebe auch eine zukunftsfähige und nachhaltige Verkehrslösung für die Gemeinde an. „Wir wollen in Waakirchen weder eine Umfahrung noch einen Tunnel“, machte Riepe deutlich. Jede dieser Maßnahmen würde mehr Verkehr anziehen und das Problem nur auf andere Ortsteile verlagern.

Vielmehr bedürfe es eines klima- und umweltfreundlichen Gesamtkonzeptes. Die Rede war von einer Verdichtung des BOB-Taktes mit einer entsprechenden RVO-Anbindung in die Gemeindeteile, aber auch von einem Ausbau des Radwegenetzes. Ferner brachte Riepe die Anstellung eines Energie- und Klimamanagers zur Sprache.

Ein großes Anliegen ist ihr auch, die Dorfgemeinschaft weiter zu stärken. „Wir Grüne stehen für ein gleichberechtigtes Miteinander“, hob Riepe hervor, die nach ihrer Kür zur Bürgermeisterkandidatin auch auf Platz eins der Kandidatenliste für den Gemeinderat gewählt wurde. rei

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