Kommunalwahl 2020

Diese sechs Kandidaten wollen Bürgermeister von Waakirchen werden

Sie wollen die Nachfolge von Bürgermeister Sepp Hartl antreten: Markus Liebl (CSU, oben v.l.), Andreas Kilian (SPD) und Cornelia Riepe (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Rainer Hölscher (Freie Wähler, unten v.l.), Norbert Kerkel (Freie Wählergemeinschaft) und Rudi Reber (ABV).
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Sie wollen die Nachfolge von Bürgermeister Sepp Hartl antreten: Markus Liebl (CSU, oben v.l.), Andreas Kilian (SPD) und Cornelia Riepe (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Rainer Hölscher (Freie Wähler, unten v.l.), Norbert Kerkel (Freie Wählergemeinschaft) und Rudi Reber (ABV).

Waakirchen – Nach zwölf Jahren im Amt hört Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl auf. Sechs Kandidaten treten bei der Kommunalwahl 2020 um das Amt des Rathauschefs an.

In Waakirchen gibt es so viele Bürgermeisterkandidaten wie sonst in keiner Landkreisgemeinde. Sechs Männer und Frauen bewerben sich um die Nachfolge von Sepp Hartl: Markus Liebl (CSU), Andreas Kilian (SPD), Cornelia Riepe (Bündnis 90/Die Grünen), Rainer Hölscher (Freie Wähler), Norbert Kerkel (Freie Wählergemeinschaft) und Rudi Reber (ABV). Wir haben den Kandidaten Fragen zu ihren Vorstellungen und Zielen für die Zukunft der Gemeinde Waakirchen gestellt.

CSU: Markus Liebl

Was zeichnet Sie für das Amt des Waakirchner Bürgermeisters aus?

Markus Liebl (54) ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Gemeinde-Geschäftsleiter ist Schriftführer im CSU-Ortsverband.

Bürgermeister sein heißt nicht nur repräsentieren, sondern auch ein Gemeinwesen von knapp 6.000 Einwohnern mit einem Haushalt von rund 20 Millionen Euro zu leiten. Es gibt zwar keine Qualifikationsbeschreibung, doch sind theoretische Vorkenntnisse und Erfahrung sowie die Kenntnis der örtlichen Zusammenhänge doch sehr hilfreich und zweckdienlich. Bürgermeister beinhaltet das Wort Meister. Im Vergleich zum Handwerk heißt das, die Lehr- und Gesellenjahre sollten absolviert sein.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Sicherung und Optimierung der Wasserversorgung durch Anstreben eines Notverbundes mit einer benachbarten Gemeinde und Sanierung von Teilen des Wasserleitungsnetzes. Es ist nur allzu selbstverständlich, dass stets beste Trinkwasserqualität aus dem Hahn läuft und das soll auch so bleiben. Dies ist ein zentraler Teil der Daseinsvorsorge, den die Gemeinde zu garantieren hat. Deshalb messe ich dieser Aufgabe hohe Priorität zu.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Darüber ist nach dem Willen des Bürgerentscheids vom vergangenen Jahr eine Neuplanung mit Bürgerbeteiligung durchzuführen. Dieser Prozess hat bereits begonnen und wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Erreicht werden soll ein von allen getragenes Bebauungskonzept, auch zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Diesen Prozess werde ich aktiv begleiten.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Sämtliche Prognosen gehen von einer Zunahme der Verkehrsbelastung nicht nur in Waakirchen, sondern in der ganzen Region aus. Vor diesem Hintergrund ist es hoch an der Zeit, ein überregionales Verkehrskonzept zu entwickeln.

SPD: Andreas Kilian

Was zeichnet Sie für das Amt des Waakirchner Bürgermeisters aus?

Als jüngster Kandidat muss ich mich selbstverständlich intensiv einarbeiten. Meine Herangehensweise ist unbefangen, unabhängig und unkonventionell. Ich habe die Courage, festgefahrene Themen mit neuen Ideen zu beleben.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Familien, Jung und Alt sollten bei uns zukunftsfähigen Lebensraum vorfinden. Ich möchte deshalb Versorgungsangebote und den flächendeckenden digitalen Ausbau fördern, innovative Wohnraum- und Gewerbekonzepte schaffen und dabei Klima- und Land­schaftsschutz im Auge behalten. Verlässlichkeit und Transparenz haben Priorität.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Andreas Kilian ist 31 Jahre alt und ledig. Der Sportfachverkäufer ist stellvertretender Vorsitzender des Waakirchner SPD-Ortsvereins.

Die Dorfmitte ist erste Wahl für bezahlbaren Wohnraum, zumal derzeit sonst kaum Flächen zur Verfügung stehen. Basis für die Gestaltung der Dorfmitte ist: Wie viel und welchen Wohn­raum benötigen wir für junge Menschen und Familien, für Beschäftigte in Gewerbe und Gemein­wesen, für ältere Bürger? Treffpunkte, Arztpraxen, Therapeuten können das Konzept beleben.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Keine weitere Rennstrecke mitten durchs Dorf in Form der Südumfahrung. Kurzfristig Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung im Ort durchsetzen. ÖPNV-Ausbau auf Landkreisebene in Kombination mit Carsharing-Angeboten und einer App, die die beste Verkehrsverbindung findet. Die Ertüchtigung der Ost-West-Trasse muss eine überregionale Lösung werden, die dann ihren Preis hat. Die Entlastung der B472 und der Staatsstraße 2365 durch Hauserdörfl parallel weiter ver­folgen.

Bündnis 90/Die Grünen: Cornelia Riepe

Was zeichnet Sie für das Amt der Waakirchner Bürgermeisterin aus?

Als Juristin arbeite ich mich schnell und gründlich in neue, komplexe Themen ein. Ich übernehme Verantwortung und bin gewohnt, ganz vorne zu stehen. Als Bürgermeisterin werde ich für ein gutes Arbeitsklima sorgen und arbeite auf Augenhöhe für gemeinsame, tragfähige Entscheidungen.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Unsere Bürger möchte ich aktiv, zeitnah und umfassend informieren und miteinbeziehen. Für unsere Familien, Senioren und die Jugend liegt mir bezahlbares Wohnen in Eigentum und Miete am Herzen. Mit der Gewinnung von Wärme und Strom aus Sonne und Biomasse strebe ich Klimaneutralität an.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Ich möchte die Chance nutzen, die wir durch den Bürger­entscheid erhalten haben. Der neue Gemeinderat muss sich das Bürgerbeteiligungsverfahren zur eigenen Aufgabe machen und nicht nur diese Grundstücke, sondern alle Ortsteile einbeziehen.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Diplom-Juristin Cornelia Riepe (45) ist verheiratet und Geigenlehrerin. Sie ist in der 2019 gegründeten Grünen-Ortsgruppe aktiv.

In meiner ersten Amtszeit habe ich die notwendige Verkehrsberuhigung auf den Weg gebracht: für Lärmreduzierung, mehr Sicherheit und Lebensqualität. Wir haben erste Teilstücke eines Fahrradwegekonzeptes verwirklicht. Als Alternative zum Auto können die verbesserten RVO-Verbindungen genutzt werden. Mit E-Carsharing bieten wir eine weitere Alternative zum eigenen, fossil betriebenen Fahrzeug an.

Freie Wähler: Rainer Hölscher

Was zeichnet Sie für das Amt des Waakirchner Bürgermeisters aus?

Die Gemeinde Waakirchen ist für meine Familie seit Generationen Heimat. Auch meine Kinder und eines Tages meine Enkel sollen hier in Zukunft gut und gerne leben. Ich bin als langjähriger Fußballschiedsrichter und durch meine Persönlichkeit für meine ruhige, pragmatische und ausgleichende Herangehensweise an Probleme geschätzt worden. Dies will ich auch zum Wohle der Gemeinde nutzen.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Rainer Hölscher ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der 55-Jährige arbeitet in der Qualitätssicherung.

Wir leben im Paradies, unsere Bürger sollen sich hier wohlfühlen. Unsere hohe Lebensqualität soll erhalten bleiben und Schwachpunkte sollen verbessert werden. Ein wertschätzendes Miteinander von Verwaltung, Gemeinderat und Bürgern ist mir wichtig. Auf jeden Fall benötigen wir ein Gemeindeentwicklungsprogramm. Hier sind demografischer Wandel, Energiewende, Digitalisierung und bezahlbarer Wohnraum für Einheimische nur einige wichtige Punkte.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Die Bürger haben das vorgeschlagene Projekt in dieser Form und Größe abgelehnt. Dies ist uneingeschränkt zu akzeptieren. Hier kann nur gemeinsam mit allen Gemeindebürgern ein nachhaltiges Projekt neu gestartet werden.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Bis 2026 ist eine Lösung durch eine Umgehung nicht realistisch. Schnell müssen hingegen Gefahrenpunkte wie beim Löwendenkmal entschärft werden. Das begonnene Radwegekonzept will ich konsequent realisieren. Langfristig hilft unserer Gemeinde nur ein Mobilitätskonzept für die ganze Region. Alle Ortsteile unserer Gemeinde müssen entlastet werden.

FWG: Norbert Kerkel

Was zeichnet Sie für das Amt des Waakirchner Bürgermeisters aus?

Ich verfüge über große kommunalpolitische Erfahrung und kenne unsere Heimatgemeinde mit ihren Vorzügen und Problemen seit vielen Jahrzehnten. Durch meine Ausbildung und die berufliche Tätigkeit als Geschäftsführer ist mir analytisches Denken und Teamarbeit sowie kommunale Verwaltung vertraut. Das Wohl der Menschen in unserer Gemeinde liegt mir am Herzen. Mein gutes Netzwerk im gesamten Landkreis und darüber hinaus werde ich sinnvoll für unsere Gemeinde einsetzen.

Was sind Ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Norbert Kerkel (55), Kreisrat und FWG-Kreisvorsitzender, ist Diplom-Informatiker, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder.

Der Erhalt des dörflichen Charakters unserer Gemeinde und die Unterstützung der Landwirtschaft, die unsere Landschaft pflegt und hochwertige Lebensmittel produziert, der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bauland und die Förderung der Mobilität im ÖPNV. Ebenso wichtig sind mir die Unterstützung und die Wertschätzung des Ehrenamts. Bezahlbaren Wohnraum für Einheimische schaffen und es unseren Senioren ermöglichen, ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde behalten zu können. Dabei muss man immer die Finanzen im Auge behalten.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Für die Ortsmitte haben wir einen klaren Auftrag der Bürger erhalten. Ich freue mich auf die gemeinsame Erarbeitung der Planung.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Die großen Lösungen werden erst in Jahren greifen. Ein erheblicher Teil des Verkehrs ist Quell- und Zielverkehr. Eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Ertüchtigung und der Ausbau unserer Geh- und Radwege sollen zu einer echten Alternative für den Individualverkehr werden und eine Entlastung bringen.

ABV: Rudi Reber

Was zeichnet Sie für das Amt des Waakirchner Bürgermeisters aus?

20 Jahre kommunalpolitische Tätigkeit als Gemeinderat und sechs Jahre als Dritter Bürgermeister – und das mit vollem Engagement und Leidenschaft! Ich habe bewiesen, dass ich Menschen zusammenbringen kann, was nun bei sieben Gruppierungen besonders wichtig sein wird.

Was sind ihre Hauptziele, die Sie erreichen wollen, sollten Sie gewählt werden?

Mein Motto: „ Miteinander – füreinander – für unsere Gemeinde“. Transparenz und Bürgerbeteiligung werden von mir gefördert und ausgebaut. Ich möchte das enorme Potenzial vieler Bürger in die kommunalpolitische Arbeit mit einbinden sowie die bestehende ausgewogene Infrastruktur aus Wohnen, Gewerbe, Freizeit sowie Vereinen erhalten und maßvoll ausbauen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Waakirchner Dorfmitte?

Dritter Bürgermeister Rudi Reber (58) arbeitet als Vertriebsleiter. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist vielfältig ehrenamtlich engagiert.

Ich habe der Gemeinde dazu verholfen, dass sie heute im Besitz des Voitl-Anwesens ist. Die Fläche soll immer im Besitz der Gemeinde bleiben und nicht auf dem freien Markt veräußert werden. Wir werden im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes mit der Planung bei Null starten und über die nächsten Jahre ein vom Bürger mitentwickeltes Konzept ausarbeiten und umsetzen.

Wie sehen Sie die Verkehrsproblematik in Waakirchen im Jahr 2026?

Die Verkehrsbelastung wird sowohl im Ort Waakirchen wie auch in Hauserdörfl weiter zunehmen. Daher ist eine Nulllösung keine Lösung. Ich setze mich für eine nachhaltige, ökologische Verkehrsentlastung in unserer Gemeinde ein.

Gespräche: ft

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