Mehr Messungen

Mobilfunkmast in Waakirchen sorgt für Diskussionen

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Der mobile Sendemast im Waakirchner Ortsteil Berg steht neben einem Wohnhaus.

Waakirchen – Eine Initiative in Waakirchen will erreichen, dass Sendeanlagen mindestens einen Kilometer von Wohngebäuden entfernt sind. Das beschäftigt nun den Gemeinderat.

Eigentlich könnte das Ergebnis der Messungen ja beruhigen: Die Strahlung des behelfsmäßigen mobilen Sendemastes im Waakirchner Ortsteil Berg liegt weit unterhalb der in Deutschland gültigen Grenz­werte. Doch der Gemeinderat wollte in seiner jüngsten Sitzung das Thema nicht so ohne Weiteres ad acta legen. Das Gremium beschloss einstimmig, bei Inbetriebnahme der stationären Anlage eine Nachmessung durchführen zu lassen.

Sendeanlagen sollen mindestens einen Kilometer von Wohngebäuden entfernt sein – dafür macht sich eine Waakirchner Bürgerinitiative stark. Ihre Forderung – fundamentiert mit 618 Unterschriften – nahm der Waakirchner Gemeinderat im August zum Anlass, ein Mobilfunkgutachten anzuvisieren. Der erste Schritt dahingehend war nun die Messung der Strahlenbelastung in Berg. Dort soll die auf einem Hausdach schon seit vielen Jahren bestehende Sendeanlage aufgerüstet werden. Sehr zum Leidwesen der Nachbarn, die um ihre Gesundheit fürchten.

„Der Gemeinde sind die Hände gebunden“, sagte Rathaus-Geschäftsleiter Markus Liebl in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er habe sowohl bei einem Mobilfunkexperten als auch bei einem Fachanwalt nachgefragt und dabei in Erfahrung gebracht, dass eine etwaige Klage keinerlei Erfolgsaussichten habe. Die Anlage besitze Bestandsschutz und befinde sich im Außenbereich.

„Es ist wichtig, dass man das Thema nicht herunterspielt“, sagte Rudi Reber. Der ABV-Gemeinderat wies auf die europaweit sehr unterschiedlichen Grenzwerte hin und machte deutlich, dass Kommunalpolitiker überfordert seien, darüber zu urteilen. „Ich hab Bauchweh“, bekannte Fraktionskollege Balthasar Brandhofer und stellte betrübt fest: „Man muss nur die Grenzwerte hoch genug setzen, dann werden sie auch nicht überschritten.“ Wie zuvor schon Reber, machte auch Brandhofer darauf aufmerksam, dass die Aufrüstung des digitalen Mobilfunks für die fünfte Generation (5G) der Industrie wichtig sei und von der auch durchgeboxt werde. „Ich stehe dem Ganzen sehr skeptisch, ja ablehnend gegenüber“, erklärte Brandhofer mit Nachdruck.

„Es ist ein ernstes Thema“, sagte Andreas Hagleitner (FWG) und wies darauf hin, dass die Gemeinde alles, was sie in diesem Bereich tun konnte, auch getan habe. Wie sich der Mobilfunk auf die Menschen auswirke, werde die Zukunft zeigen. Monika Marstaller (FWG), die der Entwicklung kritisch gegenübersteht, meinte abschließend: „Der Industrie ist es wurscht, ob Menschen krank werden.“ rei

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