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Waakirchen sondiert Möglichkeiten für Waldkindergarten

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Von: Daniela Skodacek

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Rucksäcke hängen an einer Wand
Einen Waldkindergarten soll es in Waakirchen geben. © dpa (Symbolbild)

Waakirchen – Auf Nachfrage der Grünen denkt Waakirchen darüber nach, einen Waldkindergarten zu gründen oder zumindest Waldgruppen an die bestehende Kita anzugliedern.

Beim Spiel die Natur im Wald zu jeder Jahreszeit erleben mitsamt der pädagogischen Arbeit im Freien – das ist das Konzept eines Waldkindergartens. Auch einige Waakirchner Eltern können sich diese alternative Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder gut vorstellen. Auf Initiative der Gemeinderätinnen Cornelia Riepe und Evi Obermüller (Grüne) sondiert die Gemeinde momentan Möglichkeiten für einen Waldkindergarten.

„Derzeit ist der Bedarf an Betreuungsplätzen zwar noch gedeckt, doch ist im Hinblick auf die künftige Entwicklung zu erwarten, dass der Bedarf weiter zunehmen wird“, zitierte Bürgermeister Norbert Kerkel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats aus dem Sachstandsbericht zum Waldkindergarten.

Reichersbeuern als Vorbild?

Erste Erkundigungen hätten ergeben, dass es neben gewöhnlichen Kindergarten- auch Waldgruppen gibt, die einem bereits bestehenden Träger angehören. Einen entsprechenden Verein über eine Eltern­initiative zu gründen, sei ebenso denkbar. Dabei könnte die Gemeinde unterstützen.

In Reichersbeuern gibt es eine an den gemeindlichen Kindergarten angegliederte Waldgruppe, die auch schon besichtigt wurde, berichtete Kerkel: „Die Erfahrungen dort sind überwiegend positiv. Es ist geplant, noch weitere Erkundigungen einzuholen, um anschließend eine Beurteilung treffen zu können.“

Waldgruppen an Kita angliedern

Mit den Leitern der Kindergärten in Waakirchen und Schaftlach wurden bereits Gespräche geführt, informierte der Bürgermeister. Beide prüfen momentan, ob es möglich wäre, Waldgruppen anzugliedern.

Riepe und Obermüller betonten, dass die Idee für einen Waldkindergarten nicht nur auf die Grünen zurückgehe. „Im Herbst 2020 kamen Eltern auf uns zu, die sich nach dem Vorbild von Nachbargemeinden auch für Waakirchen einen solchen wünschen. In der Elterngruppe besteht auch die Bereitschaft, bei der Suche nach einem Waldgrundstück oder Bereitstellung eines Bauwagens zu unterstützen.“ Die Elterngruppe, die sich engagieren möchte, soll sich mit zwei Vertretern an ihn persönlich wenden, bot Bürgermeister Kerkel an.

Raum, damit Kinder kreativ werden

„Uns ist zudem wichtig, dass die ursprüngliche Idee des Waldkindergartens – die Waldidee – umgesetzt wird“, schreiben die Gemeinderätinnen auf der Facebook-Seite der Waakirchner Grünen. Sie wollen nicht bloß einen Kindergarten im Wald. Die Kinder sollen im Lebensraum Natur das finden, was im durchgetakteten Leben heutzutage zu kurz komme.

Es brauche Zeit und Raum, damit Kinder kreativ werden und Eigeninitiative entwickeln. Äußere Reizarmut und auch mal das Aushalten von Langeweile, um aus sich selbst heraus aktiv zu werden, gehöre dazu. „Der tägliche Aufenthalt draußen bei Wind und Wetter hat zudem einen positiven Einfluss auf Immunsystem, motorische Entwicklung und Verständnis für die Zusammenhänge unserer Natur.“ sko

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