Die Kunst der Fuge

Waitzinger Keller und Kultur im Oberbräu zeigen Werke von Peter Loew

Eröffnung der Ausstellung „Die Kunst der Fuge“ von Peter Loew
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Sie haben die Ausstellung mit Werken von Peter Loew im kleinen Kreis in Miesbach eröffnet: (v.l.) Bürgermeister Gerhard Braunmiller sowie Rudolf, Barbara und Theresa Loew, die den Nachlass des Künstlers verwalten.

Miesbach – Werke des Schlierseer Künstlers Peter Loew (1931-2012) werden aktuell im Waitzinger Keller in Miesbach und im Kultur im Oberbräu in Holzkirchen ausgestellt.

Große Freude herrscht bei Isabella Krobisch vom Waitzinger Keller. Endlich geht es wieder los – und dann auch gleich mit einer beeindruckenden Doppelausstellung in Kooperation mit dem Kultur im Oberbräu in Holzkirchen, die Werke des Schlierseer Künstlers Peter Loew (1931–2012) zeigt.

„Wir sind jetzt wieder zu den normalen Öffnungszeiten da, die Kurzarbeit ist beendet“, sagte Isabella Krobisch bei der Eröffnung im kleinen Kreis. „Wir müssen nur darauf achten, dass sich nicht mehr als zwölf Leute gleichzeitig in den Räumen aufhalten.“ So lauten die Corona-Regeln, die auch in den beiden Kulturhäusern eingehalten werden müssen.

Zum Anlass ist auch Miesbachs Bürgermeister Gerhard Braunmiller gekommen, um die Nachfahren von Peter Loew zu begrüßen. Sie kennen sich persönlich, sodass es dem Bürgermeister ein besonderes Anliegen ist. „Ich hoffe, dass die Leute das im kleinen Rahmen auch nutzen“, sagt er. „Total geflasht von der Ausstellung“ zeigte sich Ingrid Huber, Chefin des Holzkirchner Kulturhauses. „Das geht einem schon ab, dass es wieder losgeht“, sagte sie. „Kultur ist nicht tot zu kriegen.“

Ähnlich ist es mit den Werken von Peter Loew, die nach dessen Tod fast in Vergessenheit geraten wären. Der Künstler starb kinderlos. Seinen Nachlass wollte er der Bayerischen Nationalbibliothek überlassen. Die lehnte jedoch ab, da das Depot bereits voll und somit kein Platz dafür war. Kurzerhand wurde Großneffe Rudolf Loew ausfindig gemacht und erhielt eines Tages die Nachricht vom Nachlass.

Eine Fülle an Bildern, Skizzen, Tagebüchern, Briefen, Fotografien und vielen mehr umfasst dieser. Für Rudolf Loew wäre es undenkbar gewesen, das umfassende Lebenswerk abzulehnen. „Wir haben dann erst einmal zugesehen, dass wir die Werke einlagern können“, sagt er. Bis heute haben er und seine Frau Barbara nicht den kompletten Nachlass gesichtet, da er so umfangreich ist.

Zwischendurch sind einzelne Werke zum Beispiel in Bayrischzell und Schliersee Teil von Ausstellungen gewesen. Nun sollen die Werke direkt im Fokus stehen. Zudem hat das Ehepaar den Verein „Freunde der bildnerischen Kunst Peter Loew“ gegründet. „Wir haben die Vision für ein Kulturzentrum für Künstler in der Region“, sagte Rudolf Loew.

Peter Loew war auch international als Künstler bekannt. So gibt es eine Anfrage für eine Ausstellung im spanischen Barcelona. Außerdem hängen Werke von ihm unter anderem auch in den Staatsgemäldesammlungen und der Städtischen Galerie in München, in der Staatsgalerie in Stuttgart sowie im Kunstmuseum Ystad in Schweden. Eines ist allen Werken gemein: Sie konzentrieren sich zum Teil mit wenigen Strichen aufs Wesentliche – frei nach der Devise des Künstlers, „den ganzen Dreck wegzulassen“. ksl

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