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Wald in Not: IG Bau Oberbayern fordert mehr Forstpersonal

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Forstarbeiter zersägt Baum mit Kettensäge
Forstbeschäftigte müssen nicht nur geschädigte Bäume fällen und aufarbeiten, sondern auch klimastabile Wälder für die Zukunft anlegen. Die Gewerkschaft IG Bau setzt sich daher für mehr Personal im Forst ein. © IG BAU

Landkreis – Um im Zuge des Klimawandels den anstehenden Umbau des Waldes zu vollziehen, fordert die IG Bau Oberbayern mehr Forstpersonal.

Forstleute am Limit: Stürme, Trockenheit und Schädlinge machen nicht nur Bäumen in der Region extrem zu schaffen, sondern führen auch zur Überlastung derer, die in der Forstwirtschaft arbeiten. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Oberbayern aufmerksam – und fordert deutlich mehr Personal für die Branche.

„Vom Forstwirt bis zur Revierleiterin – die Beschäftigten haben in Bayern alle Hände voll zu tun, um die massiven Schäden der vergangenen Jahre zu beseitigen. Gleichzeitig kümmern sie sich darum, die Wälder der Zukunft anzulegen, damit sie für den Klimawandel gewappnet sind“, sagt IG-Bau-Bezirksvorsitzender Harald Wulf.

Viel Schadholz in bayerischen Wäldern

Im Wald spiele sich seit Jahren ein regelrechtes Drama ab. „An den Bäumen zeigt sich schon jetzt, welche Folgen extreme Wetterereignisse und damit der Klimawandel haben“, sagt Wulf. Der Gewerkschafter verweist auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Danach mussten alleine 2020 rund elf Millionen Kubikmeter Schadholz aus bayerischen Wäldern geholt werden – 61 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor. Dabei entfielen 85 Prozent aller Schäden auf Nadelhölzer wie Fichten und Kiefern, die besonders anfällig für Hitze und Insektenbefall sind.

Der Forst sei eine Schlüsselbranche in puncto Klimaschutz. „Nachhaltig angelegte Wälder – mit gemischten Baumarten statt Monokulturen – kompensieren Millionen Tonnen CO2. Außerdem liefern sie Holz, das als klimafreundlicher Rohstoff gerade auf dem Bau immer stärker gefragt ist. Schließlich sind die Wälder auch Erholungsorte für die Menschen“, betont Wulf.

Dringend um mehr Fachleute kümmern

Doch ohne zusätzliches Personal dürfte sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen, warnt die IG Bau Oberbayern. Die Gewerkschaft ruft Waldbesitzer in der Region dazu auf, sich dringend um mehr Fachleute zu kümmern: „Egal ob in Privatwald, kommunalem Forst oder Landesbetrieb – nur mit deutlich mehr qualifizierten Beschäftigten wird die Mammutaufgabe Waldumbau zu schaffen sein“, macht Wulf deutlich.

Entscheidend seien dabei faire Einkommen und gute Arbeitsbedingungen. Azubis müssten nach ihrer Ausbildung übernommen werden. „Gerade junge Menschen gehen fürs Klima auf die Straße. Demos sind wichtig, aber es braucht auch Menschen, die Bäume pflanzen und Wälder pflegen“, erklärt Harald Wulf zudem.

Zu wenig Mitarbeiter, um Arbeit zu schaffen

In einer Umfrage der Forstgewerkschaft unter bundesweit 1.300 Beschäftigten der Branche gaben fast neun von zehn Befragten an, dass es im Betrieb nicht genügend Mitarbeiter gebe, um die anfallende Arbeit zu schaffen. 70 Prozent berichteten davon, durch die Arbeit emotional ausgelaugt zu sein. „Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Beschäftigten in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheidet, ohne dass ausreichend Nachwuchskräfte in Sicht sind“, sagt Wulf.

Nach Einschätzung der IG Bau sind bundesweit 11.000 Forstbeschäftigte zusätzlich nötig, um die aktuellen Aufgaben zu bewältigen. Das entspricht einer Erhöhung des aktuellen Personalschlüssels um einen Beschäftigten pro 1.000 Hektar Wald. Insgesamt gibt es in Deutschland 11,4 Millionen Hektar Wald. gb

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