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WBV Holzkirchen: Vorsitzenden Michael Lechner verabschiedet

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Verabschiedung Michael Lechner, Waldbesitzervereinigung Holzkirchen
Wenn Michael Lechner (3.v.l.) über zukunftsfähige Wälder spricht, hören viele Leute aufmerksam zu. Nach 27 Jahren wurde er kürzlich als Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen verabschiedet. Die Laudatio hielt Lechners langjähriger Weggefährte Robert Wiechmann (l.). © Hacker

Irschenberg – Michael Lechner, ehemaliger Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen, wurde jüngst verabschiedet.

Corona-bedingt fand 2021 die Vorstandswahl der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen in eher gebremstem Modus statt. Dass dabei Michael Lechner nach 27 Jahren an der Spitze des Bündnisses nicht mehr antrat und Alexander Mayr das Ruder übernahm, ging etwas unter.

Kürzlich wurde nun Lechner im Rahmen der WBV-Jahreshauptversammlung 2022 im Trachtenheim Irschenberg standesgemäß verabschiedet. Die launige wie nachdenkliche Laudatio für Lechner hielt Robert Wiechmann, langjähriger Weggefährte und Beratungsförster des Holzkirchner Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF).

Umzug der WBV ins Grüne Zentrum Holzkirchen

Mit dem Zitat des 1994 amtierenden WBV-Interimsvorsitzenden – „Alles scheiße!“ – erinnerte Wiechmann an die Gesamtsituation, als Lechner den Vorsitz in stürmischen und nicht gerade glücklichen Zeiten übernahm. Nur vier Jahre zuvor hatten die Stürme Vivian und Wiebke eine Schneise der Verwüstung in die Wälder geschlagen und der Borkenkäfer schickte sich an, ihnen zudem zuzusetzen.

„Der Holzpreis lag danieder. Zwar war die WBV bei der damals wichtigen Papierholzvermarktung stark, aber im eigentlichen Holzmarkt eher ein kleines Licht“, beschrieb Wiechmann die Situation, als Lechner sein Amt relativ unbefangen antrat. Dessen herausragende Führungsleistung, die auf Wertschätzung der Mitarbeiter und deren Freiräume beruhte, habe dann die WBV Schritt für Schritt etabliert und so erfolgreiche Bausteine wie die MW Biomasse AG und die Oberlandwertholzsubmission auf den Weg gebracht.

Auch der Umzug der WBV-Geschäftsstelle in das Grüne Zentrum in Holzkirchen war für Lechner nur folgerichtig. Schließlich war schon damals die Zusammenarbeit zwischen der WBV Holzkirchen und der Forstverwaltung hervorragend und beruhte, wie Wiechmann hervorhob, schon immer auf hoher Wertschätzung beider Seiten. Dies bestätigte sich darin, dass sich Lechner in Zeiten der Forstreform als mahnende Stimme für den Erhalt der zur Disposition stehenden forstlichen Beratung einsetzte.

Zusammenwirken von WBV und Jagdgenossenschaft

Als legendär stellte Wiechmann das überregionale Engagement Lechners für zukunftsfähige Wälder durch angepasste Wildbeständen heraus. „Es reicht nicht, Oh Tannenbaum zu singen“, wählte Wiechmann dazu den Schlusssatz der von Horst Stern am Weihnachtsabend 1971 zur Rettung der Wälder ausgestrahlten Dokumentation „Bemerkungen über den Rothirsch“. Weil sich Lechner dem aus Überzeugung verschrieben hat, sind laut Wiechmann über viele Jahre im Zusammenwirken der WBV und der Jagdgenossenschaften im Landkreis Miesbach fantastische Waldbilder entstanden, die ihresgleichen suchen.

Nicht zuletzt deswegen hat sich nach Wiechmanns Einschätzung die WBV unter Lechners Führung zu einem anerkannten Anwalt des Waldes sowie seiner Eigentümer und zudem als finanziell gut dastehendes und modernes Dienstleistungszentrum entwickelt. hac

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