Fit für künftige Ansprüche

Waldbesitzervereinigung Holzkirchen weist auf die Vorteile der Esche hin

+
Beim „Rendezvous mit einer Unbekannten“ klärten (v.l.) Christian Werbert, Michael Lechner, Anian Klingsbögl, WBV-Geschäftsführer Gerhard Penninger, Eva Kaube (proHolz Bayern) und Revierleiter Robert Wiechmann über die Vorzüge der Esche auf. Auch Anschauungsmaterial gab‘s im Waitzinger Park vor Ort – in gefertigter und direkt dahinter in natürlicher Form.

Miesbach/Landkreis – Ein Blick in ein Möbelhaus der Wahl zeigt es schon: Eiche wohin das Auge blickt, vielleicht noch Kiefer und Buche. Schade findet das die Waldbesitzervereinigung Holzkirchen (WBV). Denn die der Eiche in Qualität um nichts nachstehende und sogar günstigere Esche spiele bei derzeitigen Verbrauchertrends nur eine untergeordnete Rolle. Dabei könnte sie zu den heimischen Gewinnerbäumen der Zukunft gehören. Doch die Esche hat derzeit ein gravierendes Problem. Welches das ist, welche Hoffnung die WBV hat und was die Esche doch zum heimischen Baum der Zukunft machen könnte, erklärte die WBV jüngst bei ihrem „Rendezvous mit einer Unbekannten“ in Miesbach.

WBV-Vorstand Michael Lechner hat selbst die Probe aufs Exempel gemacht. Er hat sich als normaler Verbraucher ausgegeben und wollte sich auf Messen zur Verwendung der Esche im Innenausbau informieren. Weit ist er da jedoch nicht gekommen: „Ich hab Schulterzucken geerntet“, sagt Lechner beim Pressetermin. Sein Fazit: „Eschen sind nicht gefragt, der Eichenwahn scheint die Nachfrage zu bestimmen.“ Dabei hat die Esche große Vorteile gegenüber anderen Hölzern, vor allem in Hinblick auf künftige Verhältnisse: „Die Esche ist unter anderem durch das tiefgehende und weitreichende Herz- bis Senkwurzelsystem auch eine klimatolerante und damit wichtige Baumart im klimabedingten Waldumbau. Ihr ,Wohlfühlbereich‘ in Sachen Temperatur und Niederschlag stimmt auch mit den prognostizierten Veränderungen des Klimawandels gut überein“, erklärt die Waldbesitzervereinigung. Zudem wächst der Baum schnell, geradschaftig und verliert mit steigender Höhe rasch seine unteren Äste. „Eschenholz wird besonders dann eingesetzt, wenn hohe Ansprüche an die Festigkeit, Zähigkeit und Elastizität gestellt werden“, erklärt die WBV. Dazu kommt die gute Ökobilanz durch den heimischen Anbau. Beste Voraussetzungen also für die Produktion von Qualitätsholz. Doch die Esche hat ein großes Problem: das Weiße Stengelbecherchen. Der aus Japan stammende Pilz, der vom Namen her recht niedlich daherkommen mag, ist verantwortlich für das sogenannte Eschentriebsterben.

Dieses zeigt sich am Baum durch bereits im Sommer welke Blätter, absterbende Triebe und lichte Kronen. Jungpflanzen können binnen weniger Jahre an der Erkrankung sterben, ältere Bäume fallen oft einfach unvorhersehbar um, was gerade an Straßen gefährlich werden kann. „Der Pilz ist uns in die Parade gefahren“, sagt Christian Webert, Bereichsleiter Forsten am

AELF Holzkirchen. Denn ein „aktives Anpflanzen“ der Esche sei nicht zu empfehlen. „Zu gefährlich“, erklärt Webert. Spannend ist, dass nicht alle Eschen anfällig für den Pilz zu sein scheinen. Wie diese Resistenz aber zustande kommt, sei noch völlig unklar. „Wir haben die Hoffnung, dass im Genpool noch was drin ist“, sagt Webert. Die derzeitige Strategie ist, die verbleibenden, vitalen Eschen zu fördern.

Wer die Esche „in Aktion“ sehen und vor allem einmal anfassen möchte, kann dies im Culinaria in Miesbach tun. Im Zuge der Neugestaltung hat die Stadt das Restaurant im Waitzinger Keller von Schreiner Anian Klingsbögl mit Eschenmöbeln ausstatten lassen. „Die Atmosphäre hat sich deutlich verbessert“, findet WBV-Vorstand Lechner. she

Auch interessant

Meistgelesen

Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Anspruchsvolle Manöver: Retter trainieren am Sudelfeld Einsätze aus der Luft
Verlosung: Karten fürs Meisterkonzert
Verlosung: Karten fürs Meisterkonzert
Miesbachs Bibliotheksleiterin wechselt nach München
Miesbachs Bibliotheksleiterin wechselt nach München
Er will Bürgermeister in Fischbachau werden
Er will Bürgermeister in Fischbachau werden

Kommentare