Tierwohl und Fleischkonsum

Ilse Aigner besucht Initiative Biokalb Oberland in Wall

Gemeinsam für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion (v.l.): Sophie Obermüller (Naturkäserei Tegernseer Land), Bio-Metzger Mirko Göttfert, Klaus Thurnhuber, Ilse Aigner, Leonhard Obermüller (Bio-Landwirt und Mitinitiator von Biokalb Oberland), Alexander Radwan, Familie Stürzer (Hairerhof) und Öko-Modellregionsmanagerin Stephanie Stiller.
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Gemeinsam für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion (v.l.): Sophie Obermüller (Naturkäserei Tegernseer Land), Bio-Metzger Mirko Göttfert, Klaus Thurnhuber, Ilse Aigner, Leonhard Obermüller (Bio-Landwirt und Mitinitiator von Biokalb Oberland), Alexander Radwan, Familie Stürzer (Hairerhof) und Öko-Modellregionsmanagerin Stephanie Stiller.

Wall - Tierwohl und Fleischkonsum stehen in der Diskussion. Eine regionale Initiative ist Biokalb Oberland, Ilse Aigner hat sich davon ein Bild gemacht.

Der Fall Tönnies hat drastisch gezeigt, dass einerseits die Arbeiter in Großschlachtereien den Preis dafür bezahlen, dass Kunden günstig Fleisch und Wurst kaufen können. Und andererseits geriet dadurch einmal mehr in den Fokus, dass Tiere für solche Betriebe nur Ware sind und es keine Achtung vor dem Leben gibt. Das Tierwohl ist durch die große Aufmerksamkeit wieder in die Diskussion geraten. Ob sich das auch im täglichen Kaufverhalten niederschlägt, bleibt abzuwarten. Alternativen, die Regionalität, Tierwohl und hohe Qualität bei der Fleischproduktion in Einklang bringen, gibt es.
Im Landkreis beispielsweise die Initiativen Miesbacher Weidefleisch und Biokalb Oberland, über die sich die Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gemeinsam mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan und Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber auf dem Hairerhof der Familie Stürzer in Wall informierte. „Wir müssen unsere Konsum-Gewohnheiten überdenken, täglich aufs Neue. Denn wir haben es an der Ladentheke selbst in der Hand, uns für mehr Tierwohl zu entscheiden“, weiß Aigner und appellierte vor allem an diejenigen, die es sich leisten können, mehr Geld für Nahrungsmittel auszugeben. „Weil es günstiger ist, wird Importfleisch mitunter auch von der heimischen Gastronomie gekauft, die natürlich auf ihre Ausgaben schauen muss“, erklärte Stephanie Stiller, Öko-Modellregionsmanagerin Miesbacher Oberland. Das mache es natürlich nicht einfacher, bestehende Kreisläufe zu durchbrechen, ergänzte Radwan.

Biokalb Oberland setze auf artgerechte Haltung, wie Biohof-Besitzer Albert Stürzer erläuterte. Dazu gehöre neben viel Weidegang gutes Futter, Kontakt von Kälbern und Muttertieren, keine Enthornung, schonende Schlachtung auf dem Hof und Kälbermast in der Region. Damit solche Initiativen erfolgreich laufen, braucht es Kooperationen. Die gibt es mit regionalen Mastbetrieben und natürlich auch mit Metzgern, die die Schlachtungen vornehmen – am Hof, mit mobilen Schlachtboxen. Das übernehmen Josef Killer aus Wall und Mirko Göttfert aus Kreuth, der sich auf die Herstellung von Bio-Wurst und -Fleischwaren spezialisiert hat. Geplant ist auch eine Kooperation mit der Naturkäserei Tegernseer Land, die das Fleisch in ihren Automaten mitverkaufen würde, wie Vorstandsvorsitzende Sophie Obermüller erläuterte – ein zusätzliches Vermarktungsstandbein zu den Hofverkäufen. 

Für eine verantwortungsvollere Ernährung sieht Aigner auch die Politik in der Pflicht: „Wenn wir unsere kleinteiligen Strukturen erhalten wollen, müssen wir kleinere landwirtschaftliche Betriebe fördern.“ Außerdem gehe es darum, Bewusstsein zu schaffen und Eigenverantwortung zu übernehmen. „Wenn wir auf hochwertige Zutaten achten und möglichst unverarbeitete Nahrung zu uns nehmen, können wir viel tun: für mehr Tier- und Umweltschutz, bessere Arbeitsbedingungen – und gegen ernährungsbedingte Volkskrankheiten.“    ft

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