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Miesbach will sparen, lehnt aber Abschalten der Gasheizung im Warmbad ab

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Von: Fridolin Thanner

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Warmbad Miesbach
Es bleibt beim Warmbad: Die Gasheizung sorgt dafür, dass die Wassertemperatur in Miesbach nicht unter 20 Grad fällt. © Thanner

Miesbach – Die Gasheizung komplett abstellen oder nur weniger nutzen, um das Wasser im Warmbad Miesbach zu temperieren? Diese Frage wurde nun im Stadtrat diskutiert.

Die Stadt Miesbach wird die Gasheizung im Warmbad nicht ganz ausschalten. Um aber einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten, haben die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen, die Stütztemperatur des Beckenwassers auf 20 Grad zu senken. Markus Seemüller (FWG) hatte beantragt, komplett auf die Gasheizung zu verzichten.

Vor dem Hintergrund, was auf der Welt passiere, drängte Seemüller darauf, alles auf den Prüfstand zu stellen. Es sei unabdingbar, jede Einsparmöglichkeit zu nutzen, sagte er. Jedes Kilowatt zähle, erklärte er mit Blick auf den Gasnotstand. Bürgern drohe, dass sie im Winter nicht heizen können, Unternehmen geraten in Existenznot – „während wir heute übers Baden diskutieren“, echauffierte sich Seemüller. Ebenfalls keine Alternative zum Abschalten der Gasheizung sah Fraktionskollege Michael Lechner: „Wir müssen den Ernst der Lage erkennen.“ Generell, sagte er, „sollten wir uns vom Begriff Warmbad lösen“.

Alternativvorschlag der CSU-Fraktion

Dass es ganz ohne Heizung schwierig sei, das Bad zu betreiben, ist Manfred Burger (Grüne) überzeugt. Er erinnerte an die Entscheidung, im Zuge des Umbaus das Bad ans Nahwärmenetz des Landkreises anzuschließen und somit regenerative Energie zu nutzen. „Wir können die Welt nicht retten, aber einen Beitrag leisten“, sagte Burger und schloss sich damit dem Alternativvorschlag der CSU-Fraktion an.

Diese hatte auf Seemüllers Antrag mit einer eigenen Vorlage reagiert. Demnach sollte die Stütztemperatur im Becken auf 20 Grad reduziert werden. „Wir brauchen das einfach“, erklärte Fraktionssprecher und Badreferent Erhard Pohl. Sonst dauere es zu lange, das Wasser wieder auf eine normale Temperatur zu bringen. Die Absorberanlage, die alleine die Kraft der Sonne nutzt, reiche nicht aus. Das bestätigte Bauhofleiter Jürgen Fischer. Wenn etwa Mitte August die Nächte kälter werden, sinke die Wassertemperatur zu stark. „Dann pendeln wir uns bei 16, 17 Grad ein“, sagte er.

Wie Pohl verwiesen auch Malin Friese (Grüne) und Hedwig Schmid (SPD) auf die soziale Verantwortung der Stadt und darauf, wie wichtig das Bad für viele Familien ist. „Bei uns werden die Leute immer ärmer“, sagte Schmid. „Bitte lasst ihnen diese Freude.“ Pohl gab außerdem zu bedenken, dass einige Besucher bei kühleren Temperaturen auf Bäder in der Umgebung ausweichen könnten. Dass das ökologischer ist, bezweifelt er.

Ende der Badesaison dem Wetter anpassen

Einig war sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung immerhin, dass das Ende der Badesaison dem Wetter angepasst werden soll – wie in den Vorjahren auch. Sollte es länger kalt und regnerisch werden, wird die Heizung abgeschaltet und das Bad zugemacht. Zudem sah es zumindest eine breite Mehrheit als wenig zielführend, bei einer Diskussion über das Einsparen von Energie auf Versäumnisse der großen Politik zu verweisen.

Am Ende stimmten nur Seemüller, Lechner, Aline Brunner und Andreas Reischl (alle FWG) sowie Kick van Walbeek (Grüne) dafür, den früheren Heizungsbeschluss aufzuheben, um ein Abschalten der Gasheizung zu ermöglichen. Dem CSU-Vorschlag, die Stütztemperatur zu reduzieren, folgte das Gremium dann gegen vier Stimmen. ft

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