Polizei ermittelt

Schreckmoment in Warngau: Eisbrocken durchschlägt Dach

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Dieses Loch hat der Eisklumpen in Photovoltaikanlage und Dach hinterlassen.

Warngau – Ein Eisbrocken hat das Dach einer Tenne samt Photovoltaikanlage durchschlagen. Nun ermittelt die Polizei zu dem Vorfall.

Ein großes Loch klafft im Dach von Josef Weingand aus Warngau. „Heute ist bei uns etwas Kurioses passiert“, berichtet er unserer Redaktion. „Gegen Mittag, 12.17 Uhr, ist ein Eisklotz – vermutlich aus einem Flugzeug – auf unser Gebäude gestürzt. Dieser durchschlug die Photovoltaikanlage und das Dach vollständig.“ Doch wie ist das möglich und kann das wieder passieren?

Auch für die Polizeiinspektion Holzkirchen ist der Fall Neuland, wie der zuständige Sachbearbeiter sagt. „So ein Phänomen ist nicht alltäglich“, erklärt er. „Bisher hat uns so etwas noch nicht beschäftigt.“ Die Polizei ermittelt zu dem Vorfall. „Bislang gehen wir von keinem strafrechtlichen Verhalten aus“, sagt er. Dennoch ist auch die Staatsanwaltschaft in München eingeschaltet. Es geht um die Frage, ob Pilot und Crew sich falsch verhalten haben. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass der Eisklumpen von einem Flugzeug stammt, das über Warngau geflogen ist.

Zu dem Phänomen gibt es sogar ein Informationsblatt des Luftfahrt-Bundesamtes. „Vereinzelt erreichen uns Meldungen, dass mehr oder minder große Eisbrocken vom Himmel gefallen sind, manchmal grünlich oder bläulich gefärbt und oft schlecht riechend“, heißt es dort. „Wir können davon ausgehen, dass es sich dabei nicht um das Naturereignis Hagel handelt, obgleich bei saurem Regen die Eiskörner auch bereits schlecht riechen können. So kann als Verursacher eigentlich nur ein Luftfahrzeug in Frage kommen.“ Zudem sei Eisansatz an einem Flugzeug etwas völlig Normales, wenn dieses bei Temperaturen zwischen 0 und minus 6 Grad Celsius durch Wolken oder Niederschlagsgebiete fliegt. Dieser Eisansatz wird jedoch abgetaut.

Das Problem steckt in den Toiletten und davon getrennt dem Brauchwassersammler, welche geschlossene Systeme bilden, wobei nicht auszuschließen ist, dass ein Anschlussventil mal undicht oder schlecht verschlossen ist. Dann treten kleine Tropfen aus, gefrieren, vergrößern sich durch weitere Tropfen und haften am Flugzeug. „Fallen diese Eisbrocken vom Flugzeug in großer Höhe ab, schmelzen sie üblicherweise bevor sie den Erdboden erreichen“, heißt es. „So sensationell ein solcher Vorfall auch sein mag, er ist äußerst selten.“ Trotzdem berichtet das Luftfahrt-Bundesamt von „Anfragen zu derartigen Vorfällen, wobei auch schon einmal Schäden an Häusern entstanden sind“.

Wer Landwirt Josef Weingand nun den Schaden an seiner Tenne ersetzt, bleibt abzuwarten, denn: „Da es sich bei einem solchen Ereignis nicht um einen Flugunfall oder um eine Flugbetriebsstörung handelt, haben die Luftfahrtbehörden hierbei keine Zuständigkeit oder Aufgaben und eine Meldung oder Anzeige ist bei der Polizei einzureichen.“ ksl

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