Vorerst kein Geld

Warum der SV Warngau eine Finanzspritze braucht

Der Hauptplatz des SV Warngau ist gut in Schuss. Für die Pflege des Trainingsgeländes bat der Verein kürzlich um einen Zuschuss der Gemeinde. Daraus wird aber erst einmal nichts.
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Der Hauptplatz des SV Warngau ist gut in Schuss. Für die Pflege des Trainingsgeländes bat der Verein kürzlich um einen Zuschuss der Gemeinde. Daraus wird aber erst einmal nichts.

Warngau – Vorerst kein Geld erhält der SV Warngau von der Gemeinde. Der Verein muss sich für eine Finanzspritze bis zum Jahresende gedulden.

Den Antrag des SV Warngau an die Gemeinde auf einen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro für Pflegemaßnahmen am Trainingsplatz wollten nicht alle Gemeinderäte einfach durchwinken. Auch wegen der noch unschätzbaren Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gemeindefinanzen wurde der Antrag erst einmal bis zum Jahresende zurückgestellt. Bei der jüngsten Sitzung in der Sporthalle war sich das Gremium aber einig, dass es die Ortsvereine in akuten Notsituationen nicht hängen lassen wird.

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Wie Bürgermeister Klaus Thurnhuber aus dem Antrag vorlas, bittet der SV darum, die Hälfte der Pflegekosten für den Trainingsplatz in Höhe von 5.000 Euro zu übernehmen. Grund dafür ist, dass der Verein momentan außer den Mitgliedsbeiträgen keine Einnahmen hat. Außerdem stehe die Renovierung des Sportheims an, die den Verein weitere rund 4.000 Euro kosten werde. Der Verein stellte in dem Schreiben auch fest, dass er von 2017 bis 2019 keinen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt habe. Kämmerer Anton Kaunzner bezifferte die Rücklagen des Vereins auf derzeit zirka 35.000 Euro, rund 10.000 Euro weniger als zum Rechnungsschluss vergangenen Jahres. Vor allem 2018 hatte laut Kaunzner mit der Ausrichtung des Merkur-Cup-Finales und des Waldfestes einiges an Geld in die Kassen gespült. Da heuer voraussichtlich keine Veranstaltungen stattfinden können und auch offen ist, ob die etwa 12.000 Euro Einnahmen aus der Bandenwerbung in Gänze eingehen, habe sich der SV entschlossen, einen Antrag auf Unterstützung zu stellen.

„Grundsätzlich ja, aber ich bin der Meinung, dass Rücklagen dazu da sind, sie zu verwenden, wenn sie gebraucht werden“, sagte Max Bauer (FWG) und schlug vor, den Antrag daher abzulehnen: „Ich sehe nicht, dass unsere Unterstützung wirklich notwendig ist.“ Ganz anderer Meinung war Johann Gillhuber (DL) der empfahl, am besten den vollen Betrag zu übernehmen: „Schließlich tut der SV viel für unsere Jugend.“ Das wiederum mochte Anton Bader (FWG) so nicht stehen lassen: „Das ist nicht der einzige Verein, der etwas für die Jugend oder den Ort tut. Ich erinnere beispielsweise an die Trachtenvereine oder die Nachbarschaftshilfe. Ich wäre da momentan vorsichtiger, absaufen werden wir schon niemanden lassen.“ Peter Huber (CSU) schlug schließlich vor, den Antrag bis Jahresende zurückzustellen und abzuwarten, wer denn sonst noch Unterstützung brauche.

Ein guter Vorschlag, wie Thurnhuber auch im Hinblick auf die Ungewissheit bei der Entwicklung der Gemeindefinanzen meinte: „Bei akuten finanziellen Notlagen eines Vereins können wir ja dann im Einzelfall entscheiden.“ Der Vorschlag schmeckte Bauer nicht so recht, der nochmals dafür plädierte, den Antrag abzulehnen und Anträge bei Vorliegen finanzieller Notlagen neu zu bewerten. Mit 15:2 Stimmen entschied das Gremium schließlich, den Antrag bis zum Jahresende zurückzustellen und dann erst zu bewerten. hac

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