Knappe Mehrheit

Stellvertreter statt Konkurrenten: Sie unterstützen fortan Warngaus Bürgermeister

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Die Stellvertreter von Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber (M.) sind Leonhard Obermüller und Andrea Anderssohn.

Warngau – Mit knapper Mehrheit haben sich im Warngauer Gemeinderat zwei Stellvertreter für Bürgermeister Klaus Thurnhuber durchgesetzt, Ihre Namen sind nicht neu.

Es war der Vorschlag von Bürgermeister Klaus Thurnhuber, um gerade in der aktuellen Corona-Krise näher an den Menschen dran und stärker in den Vereinen präsent zu sein: Nicht wie bislang nur einen Zweiten, sondern auch einen Dritten Bürgermeister für Warngau zu wählen. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats, der fünf neue Mitglieder zählt, gab es dazu unterschiedliche Meinungen. Doch schließlich setzte sich der Vorschlag durch.

Ein Gegenargument aus dem frisch vereidigten Rat war zum Beispiel, dass Warngau bisher mit zwei Bürgermeistern gut ausgekommen sei. Das habe sich auch gezeigt, als Thurnhuber 2019 nach seinem Stierunfall für viele Monate ausfiel und von Jakob Weiland vertreten wurde. Ein weiteres Argument aus dem Gremium: die Finanzen. Ein dritter Bürgermeister koste Geld, obwohl die Gemeinde doch künftig sparsamer agieren wolle. Die Möglichkeit, einen dritten Ortsvorsteher erst bei Notwendigkeit nachzuwählen, wurde zwar in den Raum gestellt. Mit knappen neun zu acht Stimmen entschied sich das Gremium dennoch für die Wahl eines dritten Bürgermeisters.

Ebenfalls auf Vorschlag Thurnhubers wurde sein Konkurrent ums Bürgermeisteramt, Leonhard Obermüller (CSU), als Vize-Kandidat aufgestellt. Auch Andrea Anderssohn (Grüne) wäre gerne Bürgermeisterin geworden und wurde ebenfalls als Stellvertreterin nominiert. Mit zwölf zu fünf Stimmen entschied Leonhard Obermüller die geheime Wahl für sich und dankte für das Vertrauen: „Schauen wir, dass wir gemeinsam etwas vorwärts bringen zum Wohle unserer Gemeinde.“ Die Grünen-Kandidatin wurde abermals für den dritten Bürgermeisterposten benannt, von den Freien Wählern außerdem Max Bauer vorgeschlagen. Mit zehn zu sieben Stimmen entschied sich der Gemeinderat für Anderssohn, die ihre Wahl sehr gerne annahm.

Beim Tagesordnungspunkt zum Erlass der Geschäftsordnung stellte Michael Spannring (Grüne) den Antrag, darin die Aufgaben und Verpflichtungen des Gemeinderates noch deutlicher klar zu stellen und den betreffenden Paragrafen gleich an erster Stelle der Geschäftsordnung aufzuführen. Im Zuge seines Antrags schlug er außerdem eine Klausur vor, bei der sich der Gemeinderat bewusst machen solle, was er in den nächsten sechs Jahren erreichen wolle für Warngau. Mit 14 zu drei Stimmen wurde die Klarstellung in die Geschäftsordnung aufgenommen, außerdem die Frist von 14 Tagen zur nächsten Gemeinderatssitzung für Anträge aus der Bevölkerung, um ausreichend Zeit für die Vorprüfung zu haben. Zudem werden amtliche Bekanntmachungen künftig ausschließlich auf den drei Ortstafeln in Osterwarngau, Warngau und Wall öffentlich ausgehängt.

Nach einstimmigem Beschluss der besprochenen Geschäftsordnung wurde schließlich Leonhard Obermüller als Standesbeamter der Gemeinde berufen und die Bestellung von Verwaltungsmitarbeiterin Corinna Schlaghaufer als Standesbeamtin widerrufen.

Bevor der öffentliche Teil der Sitzung, die aufgrund der Corona-Abstandsregeln in der Turnhalle in Oberwarngau stattfand, gegen 21 Uhr endete, kam beim aktuellen Thema „Radfahren am Taubenberg“ noch einmal Diskussionsstimmung auf. Wie Bürgermeister Thurnhuber informierte, seien dazu schon voriges Jahr Gespräche in großer Runde geführt sowie eine Ortsbesichtigung unternommen worden. Der Taubenberg sei nicht zuletzt als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesen. „Ich möchte das jetzt angehen, dass wir dort geordnete Verhältnisse schaffen. Momentan ist die Gemeinde hier als Moderator tätig“, sagte er. Um steuern zu können, müsse man die Grundstückseigentümer aus der Haftung nehmen. Und bevor im Gemeinderat überhaupt diskutiert werden könne, brauche es die Eigentümerversammlung, um deren Stimmen zu hören, machte Thurnhuber klar: „Die Lösung haben wir noch nicht.“ sko

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