Machbarkeitsstudie

Was Warngau im Gewerbegebiet Birkerfeld plant

Der westliche Teil des Gewerbegebiets Birkerfeld ist bereits belegt. Jetzt möchte die Gemeinde Warngau auch die gelb schraffierte Fläche daneben erschließen und damit Einnahmen für die Zukunft sichern.
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Der westliche Teil des Gewerbegebiets Birkerfeld ist bereits belegt. Jetzt möchte die Gemeinde Warngau auch die gelb schraffierte Fläche daneben erschließen und damit Einnahmen für die Zukunft sichern.

Warngau – Das Gewerbegebiet Birkerfeld bei Lochham soll erweitert werden. Das Ziel für die Gemeinde Warngau: Die elf Hektar angemessen entwickeln.

Jüngst hat sich der Warngauer Gemeinderat während seiner Sitzung mit der Frage auseinandergesetzt, wie das Gewerbegebiet Birkerfeld erweitert werden kann. Die Gesamtfläche ist 1994 vom Bund als sogenanntes Gewerbeerwartungsland erworben worden. Im Dezember 2019 ist die Bindungsfrist für den zirka elf Hektar großen westlichen Bereich ausgelaufen. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die Fläche als Gewerbegebiet auszuweisen und dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Aufgrund der Nähe zu Vivo, Autobahn und dem bereits bestehenden Gewerbegebiet bleibt der Gemeinde praktisch nur, die Fläche als Gewerbegebiet auszuweisen. Da die Gemeinde chronisch unterfinanziert sei und Projekte wie der erst beschlossene Anbau des Kindergartens am Kapellenfeld, Radwege und über kurz oder lang das Feuerwehrhaus bezahlt werden müssen, wie Bürgermeister Klaus Thurnhuber sagte. Dafür brauche die Gemeinde Geld. Das solle auch aus dem Verkauf von Gewerbegrund und Gewerbesteuereinnahmen kommen. Als weiteren Aspekt pro Gewerbegebiet nannte Thurnhuber, dass wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen werden und für mehr Lebensqualität sowie weniger Verkehr sorgen.

Diese Einschätzung wurde im Gemeinderat fraktionsübergreifend geteilt. Die Sprecher aller Fraktionen mahnten allerdings, das moderat und mit Augenmaß zu machen. Leonhard Obermüller (CSU) wäre es wichtig, die Interessenten genau anzuschauen: „Wir sollten Betrieben aus der Gemeinde und der Region den Vorzug geben und auch kleineren Firmen eine Chance.“ Das wäre auch im Sinne von Reinhard Bücher und Michael Spannring (beide Bündnis 90/Die Grünen), die darauf aufmerksam machten, dass mit dem Ansiedeln von Gewerbe zusätzlicher Siedlungsdruck entstehen kann. Da sah Max Bauer (FWG) den Gemeinderat in der Pflicht: „Das haben wir selbst in der Hand. In den vergangenen zehn Jahren hat die Bevölkerung um zirka 100 Bürger zugenommen. Ein solches Wachstum ist verkraftbar. Wir müssen ja nicht alles auf einmal verkaufen.“

Da das Gelände inzwischen bezahlt ist, gibt es seitens der Gemeinde auch nicht mehr den Druck wie vor 25 Jahren, als der Kaufpreis zügig wieder hereinkommen sollte. Unbedingt notwendig ist bei der weiteren Betrachtung nach Meinung von Büchner und Engelfried Beilhack (CSU) eine zusätzliche Anbindung an die Bundesstraße 318, vorzugsweise nördlich des Gewerbegebietes. Auch wenn diese, wie Bücher erinnerte, beim Bau des Golfplatzes kategorisch abgelehnt wurde, solle dies dennoch mit Nachdruck weiter verfolgt werden.

Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt klären, wie das Gewerbegebiet erschlossen werden kann, und eventuelle versteckte Risiken aufdecken. Schließlich hat das Gelände durch den ehemaligen Feldflugplatz in nächster Nähe eine nicht ganz unkritische Vergangenheit und könnte nicht ganz ungefährliche Bodenschätze beherbergen, wie Bücher anmerkte. Für ein Projekt dieser Größe brauche es ohnehin eine professionelle Begleitung und mit der Firma Bayerngrund habe die Gemeinde bereits gute Erfahrungen gemacht, sagte Obermüller. Bayerngrund hat dann auch den Zuschlag bekommen.

Die Kosten für die Studie bezifferte Kämmerer Anton Kaunzner in der Sitzung auf rund 25.000 Euro. Nicht enthalten sind gegebenenfalls notwendige Drittleistungen wie Bodenuntersuchungen und Verkehrsgutachten. Diese sind jeweils mit einem Beschluss des Gemeinderats separat zu beauftragen und sollen dann auch in die Erschließungskosten mit eingerechnet werden. hac

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