Tierquäler in Warngau?

Unbekannter schleicht in Stall und verletzt Kühe – überraschende Wende im Fall

Weniger Glück als ihre Artgenossen auf der Alm hatten vor Kurzem Kühe in einem Stall in Warngau. Ein Unbekannter hat sie angegriffen und mit Schnitten verletzt.
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Weniger Glück als ihre Artgenossen auf der Alm hatten vor Kurzem Kühe in einem Stall in Warngau. Ein Unbekannter hat sie angegriffen und mit Schnitten verletzt.

Warngau – Ein Tierquäler soll zweimal in einen Stall in Warngau eingedrungen sein und Kühe verletzt haben. Nun hat die Polizei das Ergebnis ihrer Ermittlungen veröffentlicht.

Update, 14. Mai, 10.15 Uhr: Neue Erkenntnisse der Polizei

Am Freitag, 8. Mai, meldete die Polizei Holzkirchen, dass ein bislang Unbekannter in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai in den Stall eines 49-jährigen Landwirts in Warngau eingedrungen war und eine Kuh mit einem Nagel oder Messer erheblich verletzt hat. Eine ähnliche Verletzung fand der Landwirt später auch bei einer anderen Kuh. Die Polizei bat auch um sachdienliche Hinweise von Zeugen.

Die polizeilichen Ermittlungen haben derweil ergeben, dass die Kuh nicht durch einen Unbekannten verletzt wurde. Eine Tierärztin bestätigte nun, dass die Wunden im Hals- und Rückenbereich der beiden Kühe vielmehr durch einen Ektoparasiten hervorgerufen wurden.

Update, 11. Mai, 16.10 Uhr: Peta setzt Belohnung aus 

Um die Vorfälle in Warngau aufzuklären, setzt die Tierrechtsorganisation Peta eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die den mutmaßlichen Tierquäler überführen. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden, und können sich telefonisch unter 0711/8605910 und per E-Mail auch bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.

„Mit unserer Belohnungsauslobung wollen wir helfen, den Fall aufzuklären“, erklärt Judith Pein im Namen von Peta. „Derartige Übergriffe auf Tiere sind nicht selten. Sollte ein Unbekannter die Kühe in Warngau tatsächlich absichtlich verletzt haben, muss er gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren geahndet werden. Wer Tiere zum Spaß quält, schreckt möglicherweise auch nicht vor Gewalttaten an Menschen zurück.“

Peta registriert derartige Vorfälle seit 2013 und stellt die Informationen den Behörden zur Verfügung. Auch in Warngau gab es bereits Übergriffe auf Tiere: Im Juni 2015 wurde dort eine ältere Stute mit einem Messer so schwer im Genitalbereich verletzt, dass sie von einem Tierarzt erlöst werden musste.

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ Peta setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.

Vorbericht

Einen nahezu unfassbaren Fall bearbeiten derzeit die Beamten der Polizeiinspektion Holzkirchen. Ein Tierquäler ist in Warngau zweimal in einen Stall eingedrungen und hat dort Kühe verletzt. Die Polizei bittet nun dringend um Hinweise.

Die erste Tat ereignete sich bereits vergangene Woche, wurde aber erst am Freitag (8. Mai) bekannt. Wie die Polizeiinspektion Holzkirchen berichtet, suchte der Tierschänder den Stall eines 49-jährigen Landwirts aus der Lindenstraße in Warngau heim und quälte eine Kuh. "Ein bislang unbekannter Täter war nachts in den offenen Stall geschlichen und hatte mit einem Nagel oder Messer eine darin befindliche Kuh an beiden Halsseiten und dem Rücken erheblich verletzt", teilt die Polizei mit. Der Landwirt dachte zuerst an eine Verletzung, die sich die Kuh möglicherweise an einem spitzen Gegenstand selbst zugefügt hatte, verwarf diese Idee aber schließlich aufgrund des Verletzungsmusters. 

Am Freitagmorgen stellte er dann einen Ritzer und eine Wunde am Rücken einer anderen Kuh fest. Daraufhin zog der Landwirt einen Tierarzt hinzu, der Fremdeinwirkung bestätigte. Der unbekannte Tierschänder war in der Nacht von Donnerstag (7. Mai) auf Freitag (8. Mai) erneut in den Stall eingedrungen, um eine Kuh zu verletzten.

Die Polizei Holzkirchen bittet unter der Telefonnummer 08024/90740 dringend um Hinweise aus der Bevölkerung, insbesondere um Feststellungen von fremden Autos oder auffälligen Personen im Bereich der Lindenstraße in den vergangenen Tagen. ft

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