Jäger mit Samtpfoten

Wildkatzenprojekt am Taubenberg geht in die nächste Runde

Vertreter der Ortsgruppe Holzkirchen im Bund Naturschutz, Mitarbeiter der städtischen Forstverwaltung München sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen forschen zu Wildkatzen am Taubenberg.
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Vertreter der Ortsgruppe Holzkirchen im Bund Naturschutz, Mitarbeiter der städtischen Forstverwaltung München sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen forschen zu Wildkatzen am Taubenberg.

Warngau – Ein Wildkatzenprojekt der Ortsgruppe Holzkirchen im Bund Naturschutz am Taubenberg wird dieser Tage fortgesetzt, Damit soll der Bestand geprüft werden.

Heimlich, still und leise kehrt die einst durch den Menschen fast ausgerottete Wildkatze in unsere Wälder zurück. 1984 – 70 Jahre nach der letzten Sichtung einer Wildkatze in den bayerischen Wäldern – startete der Bund Naturschutz unterstützt vom bayerischen Landwirtschaftsministerium und verschiedenen Forstämtern damit, 600 dieser besonderen Katzen wieder anzusiedeln. Von Nordbayern kommend erreicht die Wildkatze nach und nach die südlichen Teile Bayerns.

Um zu kontrollieren, ob sich die Wildkatze auch am und um das Gebiet des Taubenbergs wieder angesiedelt hat, wurde in diesem Jahr erneut ein gemeinsames Monitoringprojekt von ehrenamtlichen Helfern der Ortsgruppe Holzkirchen im Bund Naturschutz, Förstern der Stadt München sowie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen initiiert.

Bei einer Auftaktveranstaltung im Forsthaus Gotzing wurden jüngst die wichtigsten Informationen zum Projektablauf erläutert sowie das benötigte Material an die örtlichen Projektmitarbeiter ausgegeben. Ausgestattet mit zirka 60 Zentimeter langen, angerauten Dachlatten, Baldriansprühflasche und Bunsenbrenner geht es nun mit vollem Elan los.

Eine fauchende Wildkatze: Die seltenen Tiere sind sehr scheu.

Wie bereits für das Wildkatzenmonitoring im Jahr 2015 werden auch diesmal über 100 mit Baldrian besprühte Holzlockstäbe gezielt in den Wäldern des Taubenbergs ausgebracht. Die scheuen Jäger werden vom intensiven Duft des Baldrianstocks angelockt. Die Katzen reiben sich daran, hinterlassen dadurch Fellpartikel und Haare. Im Zeitraum von acht Wochen werden alle sieben Tage die Stäbe von Projekthelfern auf Katzenhaare kontrolliert. Gefundene Haare werden zur genetischen Untersuchung an ein Speziallabor geschickt.

Sollten diesmal echte Wildkatzen dabei sein, wäre dies ein toller Erfolg für das bayernweite Schutzprojekt sowie die Arbeit der örtlichen Förster. Denn der Lebensraum der Wildkatzen besteht aus naturnah bewirtschafteten vielschichtigen Mischwaldbeständen, die auch für den Klimaschutz künftig eine große Rolle spielen werden. Zu Beginn des Jahres 2021 wird es die vollständigen Ergebnisse des diesjährigen Nachweisprojektes geben. Dann wird sich zeigen, ob der Jäger auf Samtpfoten seinen Lebensraum im Landkreis Miesbach zurückgewinnen konnte. ksl

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