Produkte aus dem Oberland

Neue Initiative verspricht Qualität von heimischen Höfen

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Elf Landwirtsfamilien haben gemeinsame Ziele und gründeten die Initiative Biokalb Oberland.

Warngau/Landkreis – Qualität von heimischen Höfen verspricht die Initiative Biokalb Oberland und sucht "das Beste, was unseren Tieren passieren kann“.

Im Landkreis Miesbach gibt es eine neue Möglichkeit für verantwortungsvollen Rindfleischeinkauf: Die Tiere stammen von Biohöfen, haben Weidegang, sind teils sogar auf der Alm und werden nicht enthornt. Regionalität wird groß geschrieben. Die Schlachtung erfolgt schonend am Hof. Das alles macht ein Zusammenschluss von elf Betrieben möglich: die Initiative Biokalb Oberland. Sie kann auf zwei erfolgreiche Vermarktungen mit positiver Kundenresonanz verweisen. Die dritte ist bereits ausverkauft. Weitere werden folgen.

Neun der elf Höfe des Zusammenschlusses sind aus Wall, einer aus Bernloh, einer aus Fischbachau. Die Biobauern sind sehr am Wohl ihrer Rinder interessiert und freuen sich über den bisherigen Vermarktungserfolg. „Für uns ist das ein Traum. Das Beste, was unseren Tieren passieren kann“, meint Marina Stürzer vom Waller Hairerhof.

Schließlich verpflichten sich die Landwirte der Initiative klaren Zielen: Die Aufzucht erfolgt nach besten Bio-Richtlinien mit Weidegang. Enthornt wird aus Überzeugung nicht. „Hörner gehören einfach zur Kuh. Sie gehören zum Wesen der Kuh“, findet Stürzer. Bei der Initiative Biokalb Oberland, die vor fast genau einem Jahr gegründet wurde, würden alle Betriebe eine inzwischen gängige Praxis als problematisch sehen. „Wir wollten nicht mehr, dass wir unsere Kälber enthornen müssen“, sagt Stürzer. Wichtig sei auch noch ein anderer Punkt: die Transparenz. „Wir konnten nicht mehr nachvollziehen, was mit unseren Kälbern nach dem Verkauf passiert“, meint die Bäuerin dazu. Das sei den Betriebsinhabern jedoch wichtig. Dies gilt auch für eine möglichst schonende Schlachtung. Sie erfolgt für die Tiere der Vermarktung am Hof im Schlachtboxverfahren durch die Waller Metzgerei Killer.

Initiative Biokalb Oberland: Grundsätze zum Umgang mit den Tieren

Die Grundsätze der Initiative Biokalb Oberland werden auch von den Verbrauchern geschätzt. Vier Färsen wurden bisher vermarktet. Beim ersten Termin gab es ein Hoffest beim Hairer in Wall. Da konnten sich die Besucher ebenso bei Betriebsführungen über die Landwirtschaft und die Haltungsbedingungen der Tiere informieren wie beim zweiten Termin. Das nahmen die Gäste gerne wahr. Sie zeigten durchweg großes Interesse, wie Ingrid Neureiter vom Schmeroldhof in Wall fand: „Den Kunden ist die Qualität des Fleisches wichtig, aber genauso die Herkunft, die Haltung der Tiere.“ Dieses klar formulierte Interesse hat sie fast schon etwas verwundert. Aber auch bestärkt. „Die Kunden sind froh, dass wir das machen. Sie sagten, sie hätten sich so was schon lange gewünscht“, waren die Erfahrungen der Wallerin.

Auffallend daran: Die Kundenschar war bunt gemischt. Sie kamen sowohl aus städtischer wie auch ländlicher Umgebung, aus dem Landkreis Miesbach, aber ebenso aus den Regionen Rosenheim, München, Ebersberg und Dachau. Die Verbraucher holten beim Hairerhof ihre Bestellungen ab: in Fünf- und Zehn-Kilo-Paketen. Für die einzelnen Teile darin gibt es als Service Beschreibungen und Rezepttipps. Die Edelteile können separat erworben werden.

Der nächste Vermarktungstermin ist am Samstag (14. Dezember). Diesmal wurde ein Ochse geschlachtet, das Fleisch ist bereits verkauft. Interessierte für die nächste Vermarktung können sich aber gerne melden. „Wir wollen einmal im Monat vermarkten, damit die Kunden sicher gehen können, dass sie etwas kriegen“, erklärt Marina Stürzer.

Initiative Biokalb Oberland: Kein zu schnelles Wachstum

Zuverlässigkeit für die Kunden ist das eine Ziel der Initiative Biokalb Oberland. Dort denkt man aber noch weiter. Durchaus besonnen. „Das Ganze ist noch am Anlaufen“, betonen Stürzer und Ingrid Neureiter. „Wir wollen kein zu schnelles Wachstum. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, meint Neureiter. Der Metzger müsse genügend Kapazitäten haben und der Kühlwagen zur Verfügung stehen. Der ist bisher ebenso wie der Verkaufswagen nur geliehen. Über einen Kauf wird nachgedacht.

Außerdem sucht die Initiative noch nach Mastbetrieben zur Kooperation. Zwei sind es bisher. Sie erfüllen die Grundsätze – Regionalität, also Sitz im Landkreis Miesbach, Biobetrieb mit Weidegang und heubetonte Winterfütterung. „Und wir wollen noch hiesige Wirte als Kunden gewinnen. Es bieten nur sehr wenige Fleisch aus der Region an“, formuliert Stürzer eine weitere Planung. Insgesamt ist man bei der Initiative mit dem Erreichten zufrieden. „Die Vermarktung geht nur mit einer Gruppe von Bauern, die gemeinsame Ziele haben. Wir sind stolz auf unsere Gemeinschaft“, fasst es Stürzer zusammen. maf

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