Ressourcen schonen

Warum Gmund einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk beitreten will

Gmund am Tegernsee vom Wasser aus gesehen
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Die Gemeinde Gmund denkt darüber nach, am kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk teilzunehmen.

Gmund – Wo kann Gmund noch Energie einsparen? Bei dieser Frage soll das kommunale Energieeffizienz-Netzwerk helfen.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie bewusster Umgang mit Ressourcen: All das sind Themen, die auch auf kommunaler Ebene immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Gemeinde Gmund erwägt nun einen weiteren Schritt in diese Richtung: Die Beteiligung an einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk.

Dominikus Bücker, Leiter des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) an der Technischen Hochschule Rosenheim, stellte das Projekt im Gremium vor. Solch ein Netzwerk, erläuterte er, ist eine Kooperation von Gemeinden mit dem Ziel, den Erfahrungsaustausch in den Bereichen Klimaschutz und Energieeinsparung anzustoßen.

In jeder teilnehmenden Kommune wird eine individuelle Potenzialanalyse durchgeführt, um zu sehen, wo Einsparungen möglich sind. Anhand der Ergebnisse werden dann Schwerpunkte definiert, konkrete Ziele formuliert und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zu deren Erreichung definiert. Sie sollen sowohl der Gemeinde Energie und damit Kosten sparen helfen, als auch den CO2-Ausstoß vermindern. Fachliche Unterstützung erhalten die Beteiligten durch das INEV und das Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland. „Bei Bedarf können auch weitere Partner und externe Experten eingebunden werden“, erklärte Bücker.

Der Zeitrahmen ist auf drei Jahre angesetzt, wobei neben der individuellen Beratung jeweils vierteljährlich ein Treffen der Netzwerkpartner stattfinden soll. Diese Workshops stehen jeweils im Zeichen eines Themas. Konkret können sich die Partner unter anderem über Themen wie den Einsatz erneuerbarer Energien, energetische Gebäudesanierung, Energieeffizienz und Denkmalschutz oder auch Gebiete wie Fern- und Nahwärme informieren.

Interessant ist sicher nicht zuletzt die Förderung des Projektes durch das Bundesumweltministerium. Dabei zeigt Corona eine seiner wenigen positiven Auswirkungen: Statt der jährlichen 60 Prozent Subventionierung wurde der Anteil für das erste Jahr im Rahmen des Corona-Pakets auf satte 70 Prozent Fördermittel aufgestockt. Die Eigenkosten für eine Gemeinde belaufen sich damit auf etwa 6.500 Euro im ersten Jahr und je 6.000 Euro in den beiden folgenden Jahren.

Bei einem Telefonat mit seinem Berchtesgadener Amtskollegen Franz Rasp habe dieser durchweg positiv über die Teilnahme seiner Gemeinde an dem 2018 gegründeten Netzwerk Berchtesgadener Land berichtet, sagte Bürgermeister Alfons Besel. Wie viele Gemeinden denn mindestens für eine Gründung erforderlich wären, wollte Barbara von Miller (SPD) wissen. Mindestens sechs Partner, erläuterte Bücker, optimal wäre eine Zahl von acht bis maximal 15: „Wenn es zu viele werden, geht der Workshop-Charakter verloren.“ Wichtig wäre in jedem Fall die räumliche Verbindung etwa in einem Cluster Oberbayern-Ost oder auch Landkreis Miesbach. Mit Tegernsee und Bad Wiessee hätten bereits zwei Talgemeinden Interesse signalisiert.

Weniger überzeugt zeigte sich Zweiter Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU), der lediglich die Aussicht auf Fördermittel gelten ließ: „Ich sehe den Nutzen nicht wirklich. Mit der Energiewende Oberland sind wir ganz gut aufgestellt.“ Diese Sicht teilte Michael Huber (Grüne) gar nicht: „ Zwischen der Zielsetzung der Energiewende Oberland vor 15 Jahren und dem, was bis heute umgesetzt ist, klafft eine Lücke.“ Es gelte jetzt vor allem, ins aktive Handeln einzusteigen. Besel schlug schließlich vor, unverbindlich Interesse zu bekunden. Auch gelte es, konkrete Projekte zu finden. Das Gremium folgte dem Beschlussvorschlag mit vier Gegenstimmen. Der nächste Schritt im November wird ein Fachgespräch mit Energie-Manager Andreas Scharli von der Energiewende Oberland sein. ger

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