Pfand als Lösung?

Was Schliersee gegen die Flut an Verpackungsmüll im Kurpark machen will

Kurpark Schliersee
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Statt der kleinen grünen Mülleimer soll es bald schönere und größere Behälter mit Mülltrennung im Schlierseer Kurpark geben.

Schliersee – To-go-Angebote sind beliebt im Corona-Lockdown – auch in Schliersee. Dort wird die Menge an Verpackungsmüll im Kurpark aber langsam zum Problem.

Der Verpackungsmüll des To-go-Geschäfts der Gastronomen landet oft im Schlierseer Kurpark. Statt des geschlossenen Biergartens oder der Restaurantterrasse ist der Kurpark ein beliebter Ort für das Mittagessen geworden. Die kleinen grünen Mülleimer dort können die Pizzakartons, Papp- und Styroporboxen aber nicht bewältigen. Der Schlierseer Haupt- und Werksausschuss arbeitete nun an einer Lösung.

Das Thema im Ausschuss aufgebracht hatte Gabriele Murrisch (CSU). Aber die Schlierseer Verwaltung arbeitete im Hintergrund bereits an einer Lösung. „Kann man nicht für Hotspots wie den Kurpark, der ja wirklich schön ist, vielleicht schönere und größere Abfalleimer besorgen?“, fragte Murrisch die Verwaltung.

Gemeindegärtner Reiner Pertl berichtete von einem Gespräch mit Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, der ihn bereits damit beauftragt habe. „Die kleinen grünen Mülleimer sind sofort voll“, sagte er. Außerdem erinnerte er daran, dass Schliersee über 200 Mülleimer besitze. Das ist für Astrid Leitner (CSU) erst mal kein Thema. „Es muss ja nicht überall jetzt gleich sein“, sagte sie.

Pfandsystem bei Schlierseer Gastronomen etablieren

Schnitzenbaumer appellierte zusätzlich für ein Umdenken: „Der Ratskeller ist da in Schliersee ein gewisser Vorreiter – der macht es über ein Pfandsystem.“ Und genau das würde er sich für die ganze Gemeinde wünschen. Das deutschlandweite Pfandsystem „Rebowl“ wäre auch für Schliersee eine gute Lösung, weil man die Pfandschalen bei allen Partnern zurückgeben kann. Der Bürgermeister möchte daher an die Restaurantbesitzer herantreten und fragen, ob sie nicht auch ein Pfandsystem einführen wollen. „Natürlich wollen wir keinen Druck ausüben“, sagte er. Aber es würde den Müll erheblich reduzieren.

Außerdem seien die kleinen grünen Mülltonnen nicht mehr zeitgemäß. „Wir reden immer von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Mülltrennung“, erklärte der Bürgermeister. So wäre es auch dringend erforderlich, den Müll im Kurpark zu trennen. „Da sind sicher 90 Prozent wiederverwertbare Stoffe drin“, meinte Schnitzenbaumer.

Größere und schönere Mülleimer für Schliersee

Astrid Leitner fragte nach, ob man denn nicht, wenn schon so viel Müll da sei, wenigstens täglich leeren könne. Reiner Pertl bestätigte, dass das selbstverständlich schon gemacht werde. Zusätzlich habe man grüne Säcke an den Mülleimern angebracht. In den vergangenen Jahren sei es ausreichend gewesen, zwei- bis dreimal in der Woche zu leeren.

„Das Problem ist, wenn jemand zwei Pizzakartons in einen Mülleimer steckt, geht nichts mehr. Wir brauchen dringend 100 bis 120 Liter Fassungsvermögen, und es muss auch irgendwie schön ausschauen“, sagte Schnitzenbaumer und beauftragte Pertl, eine passende Lösung zu erarbeiten. jw

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