Neues Konzept vorgestellt

Was sich an den Bahnübergängen in Schliersee ändern soll

Bahnübergang in Schliersee-Westenhofen
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Momentan noch ein Geduldsspiel und Grund für Staus: der Bahnübergang in Westenhofen.

Schliersee – Nach jahrelangem Warten wird der Bahnübergang in Schliersee-Westenhofen 2021 endlich modernisiert. Das hat aber einen Nachteil.

In der jüngsten Sitzung des Schlierseer Marktgemeinderats stellten Vertreter der DB Netz AG und des Ingenieurbüros Infra ein neues Bahnübergangskonzept für Schliersee vor. Umgesetzt werden soll es bereits 2021. Ein Vorhaben, das den Verkehr in Schliersee während der Sanierungsphase stark beeinträchtigen, nach Fertigstellung aber zu einem besseren Verkehrsfluss beitragen wird.

Neben einem neuen elektronischen Stellwerk in Schliersee werden auch die Bahnübergänge umgebaut. Durch die Sanierungsmaßnahmen an den Schrankenanlagen soll die Gesamtsicherheit erhöht werden, die Störanfälligkeit verringert, die Leistungsfähigkeit erhöht und die Pünktlichkeit der Bayerischen Regiobahn verbessert werden. Durch die Umstellung auf eine elektronische Steuerung werden sich die Wartezeiten an den Übergängen verkürzen. 2021 sollen die Arbeiten bereits umgesetzt werden. In Westenhofen soll die langersehnte Rechtsabbiegespur kommen, die den Verkehrsfluss auf der Bundesstraße verbessern soll. Auch die Gehwege sollen mit einer Breite von 1,5 bis 2 Metern neu konzipiert und die Ampelanlage verlegt werden.

Schmerzlos geht das aber nicht. Konrad Haindl vom Planungsbüro Infra, der die Straßenplanung übernommen hat, gab die Bauzeit mit 7 Monaten an. Auch eine zweiwöchige Phase mit Vollsperrung der Bundesstraße lasse sich voraussichtlich nicht umgehen. „Alleine für die Asphaltierung in drei Schichten brauchen wir eine Woche Vollsperrung“, sagte der Planer. „Wir waren schon bei sechs Wochen Vollsperrung im ersten Gespräch“, beruhigte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer die Gemeinderäte zuversichtlich, die Vollsperrung entweder ganz zu verhindern oder eben so kurz wie möglich halten zu können. „Alles, was die Situation verbessert, ist gut“, sagte Florian Reinthaler (CSU). Dann müsse man eben die eine Woche opfern.

Dass die Vollsperrung in den Ferien sein muss, verlangt das Landratsamt, um die Schulbusfahrten nicht zu beeinträchtigen. Aber nicht nur der Bahnübergang in Westenhofen soll fit für die Zukunft gemacht werden. Auch der Bahnübergang am Kirchbichl soll auf 5,5 Meter verbreitert und mit einer zugbewirkten Auslösung gestaltet werden. Dadurch werden sich viel kürzere Schließzeiten ergeben.

Am Bahnhof in Neuhaus ist auch eine größere Maßnahme geplant. Dort kommt die ebenfalls langersehnte Linksabbiegespur ins Markus-Wasmeier-Freilichtmuseum. Die bisher gefährliche Zuwegung Brunnbichl soll nach Nordosten verlegt und entschärft, der Fußweg verschoben werden und eine Überquerungshilfe entstehen.

Schnitzenbaumer erinnerte daran, dass auch in Hausham 2021 der Bahnübergang saniert werde, und er möchte sich bezüglich Sperrungen unbedingt mit den Haushamern absprechen. Der Bürgermeister weiß, dass es während der Bauphase zu extremen Beeinträchtigungen kommen wird. „Aber die Einschränkungen werden auch schnell wieder vergessen sein“, glaubt er, wenn es endlich eine Verbesserung gibt. jw

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