Andreas Hallmannsecker folgt auf Norbert Kerkel

Wasserschutzzone: Das plant der neue Vorsitzende des Vereins „Unser Wasser“

Verein „Unser Wasser“
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Neuer Vorsitzender des Vereins „Unser Wasser“ ist Andreas Hallmannsecker (3.v.r.). Ihm zur Seite stehen (v.l.) Martin Meitinger (Beisitzer), die stellvertretenden Vorsitzenden Alexander Bronisch und Alfred Mittermaier, Alois Fuchs (Beisitzer) und Tobias Müller (Schatzmeister).

Landkreis – Die Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing ist ein Thema, dass den Landkreis Miesbach seit Langem beschäftigt. Ebenso den Verein „Unser Wasser“.

Der Verein „Unser Wasser“ hat einen neuen Vorsitzenden. Andreas Hallmannsecker steht nun an der Spitze des „Vereins zur Wahrung von Eigentum und Eigenständigkeit im Landkreis Miesbach“, wie es im Namenszusatz steht. Das Amt hat der ehemalige Bürgermeister von Valley von Norbert Kerkel, dem neuen Waakirchner Bürgermeister, übernommen. „Ich habe ja jetzt genug Zeit“, sagt Hallmannsecker.

Die juristischen Aspekte rund um die Neuausweisung des Wasserschutzgebiets Thalham-Reisach-Gotzing kennt Hallmannsecker gut. Als Valleyer Ratshausschef vertrat er eine der betroffenen Kommunen. Doch der Ex-Bürgermeister macht klar, dass die Wasserschutzzone nicht nur einzelne Gemeinden und Bürger betrifft. „Dem Verein geht es um den gesamten Landkreis“, erklärt Hallmannsecker. „Wir setzen uns für unsere Heimat ein“, betont er. „Es geht um Mensch und Tier.“

Deshalb möchte der neue Vorsitzende die Thematik und die Ziele des Vereins wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rufen. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie ist auch dieses Thema in den Hintergrund gerückt. Hallmannsecker und seine Mitstreiter im Verein wollen deshalb wieder aktiv werden und unter anderem in den Stadt- und Gemeinderäten der 17 Landkreiskommunen vorsprechen.

Neuausweisung des Wasserschutzgebiets gestoppt

Auch auf der neu gestalteten Internetseite sind Ziele und Hintergründe des Vereins nachzulesen. Dem stehen neben Hallmannsecker Alexander Bronisch und Alfred Mittermaier als Stellvertreter vor. Georg Nöscher ist Schriftführer, Tobias Müller Schatzmeister. Martin Meitinger und Alois Fuchs fungieren als Beisitzer.

Derzeit ist das Verfahren zur Neuausweisung des Wasserschutzgebiets gestoppt. Dass es neu gestartet wird, daran besteht kein Zweifel. „Unser Wasser“ fordert, dass die Stadt München sowie die Stadtwerke München (SWM) auf die umstrittenen alten Rechte verzichten. Die Stadtwerke sollen dann im Rahmen eines wasserrechtlichen Verfahrens Entnahmerechte nach dem tatsächlichen Bedarf und ausschließlich für die Versorgung der Landeshauptstadt beantragen – nach jetzigem Recht, wie Hallmannsecker erklärt.

Keine Liberalisierung des Wassermarktes

Die bisherige Konstellation unbegrenzter und unbefristeter Altrechte ist für ihn unverständlich: „So eine Konstellation gibt es nirgends.“ Dabei betont er aber auch, „dass wir niemandem das Wasser abgraben wollen“. Doch die Genehmigung zur Entnahme des Wassers müsse rechtlich korrekt sein, wie für jede Gemeinde. Und erst wenn die Erlaubnis da ist, müssten Schutzwürdigkeit und Schutzfähigkeit geklärt werden. „Wenn ich kein Recht habe, Wasser zu entnehmen, brauche ich auch keine Schutzzone“, meint Hallmannsecker.

Klar ist für den Verein auch, dass es zu keiner Liberalisierung des Wassermarktes kommen darf. Und wenn die Stadtwerke Wasser entnehmen und dafür Schutzgebiete ausgewiesen werden, die Einschränkungen, Mehraufwand und Nachteile für Bürger und Unternehmen in diesen Bereichen mit sich bringen, erwartet der Verein Ausgleichszahlungen . Denn wie der Verein erklärt, sind Vorstandschaft und Mitglieder entschlossen, der entschädigungslosen Entwertung von Haus und Grund und der wirtschaftlichen Belastung sämtlicher von Schutzgebieten betroffener Personen entschieden zu begegnen. ft

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