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Ein Supermarkt für das Zentrum

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Der Gemeinderat war einstimmig dafür: Ein neuer Discounter und weitere Einkaufsmöglichkeiten sowie ein Café sollen das Ortszentrum Haushams beleben. Die Verkehrssituation ist derweil noch nicht ganz ausgetüftelt. © Grafik: Architekt Alfred Siebeneicher

Hausham – Viel wurde darüber spekuliert, wie die Ortsmitte Haushams gestaltet werden könnte. Es war sogar die Rede davon, dass das Rathaus an die Neue Tegernseer Straße umziehen könnte.

Der Gemeinderat treibt nun die Planungen voran: Ein neuer Discounter, kleinere Geschäfts- und Praxisräume und ein Café sollen die Haushamer Ortsmitte beleben. Das Rathaus bleibt, wo es ist. Doch: Ist es sinnvoll, einen neuen Discounter anzusiedeln? Schließlich gibt es bereits einige Lebensmittelmärkte wie Rewe, Netto, Norma und Lidl in Hausham. Bei seiner jüngsten Sitzung gab der Gemeinderat sogar grünes Licht für einen neuen Edeka-Markt an der Oberen Tiefenbach- straße (wir haben berichtet). Der Geograph Sebastian Mahrenholz von Cima Beratung und Management befand: eindeutig „Ja“! Er untersuchte im Auftrag von Edeka, ob sich eine Ansiedlung für den Lebensmittelmarkt rentieren würde, falls im Ortszentrum ein weiterer Discounter entstünde. Das erste Szenario, das Mahrenholz erklärte, war die derzeitige Versorgungslage in Hausham mit einem neuen Discounter in der Ortsmitte – in der Sitzung war stets die Rede von Aldi –, aber ohne Edeka-Markt. Wenn man hier die Versorgungsquoten der Gemeinden Hausham und Schliersee betrachte, käme man auf 83,9 Prozent, hätte also noch Potenzial. Würde Miesbach noch miteinberechnet, entstünde eine Quote von 79 Prozent. Das zweite Szenario zeigte die Versorgungsquoten mit einem Discounter und einem neuen Edeka-Markt auf: Hausham und Schliersee kämen auf rund 112 Prozent. Sprich: Überversorgung. Wenn nun aber auch Miesbach mit in die Rechnung mit einbezogen wird, so hat Mahrenholz errechnet, ergibt sich eine Quote von knapp 93 Prozent. Deswegen, so Mahrenholz, sei es sinnvoll, sowohl einen neuen Edeka als auch einen neuen Discounter anzusiedeln. Außerdem hätten die neuen Lebensmittelmärkte „keine negativen Auswirkungen auf bestehende Betriebe“, erklärte der Geograph. Diese Ausführungen waren mitunter ausschlaggebend für den Gemeinderat, der einstimmig für einen neuen Edeka-Markt zu stimmten. Ebenso einstimmig wurde der Bebauungsplan für die Ortsmitte an der Neuen Tegernseer Straße verabschiedet. Architekt Alfred Siebeneicher erläuterte dem Gremium, wie die Ausgestaltung der Gebäude und der Parkplätze geplant ist. Hubert Lacrouts (CSU) fragte nach, wie denn die Verkehrssituation bei der Einmündung der Alten Tegernseer Straße auf die Neue Tegernseer Straße geregelt werden könnte. Siebeneicher erklärte, er warte noch auf die Vorschläge eines Verkehrsplaners, die dann mit in seine Planung einfließen würden. Auf jeden Fall werden die meisten Parkplätze in einer Tiefgarage unter der neuen Anlage Platz finden. Vorab muss die Gemeinde nun noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen lassen, bevor die Baupläne konkret werden können. Bauamtsleiter Florian Ruml betonte die Vorläufigkeit des Bebauungsplanes. Es sei mit Sicherheit zu erwarten, dass noch mehrere Änderungen und Ergänzungen erfolgen. tk

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