Landkreisübergreifendes Projekt

Wendelstein-Streifzüge: Endspurt für die fünf Themenwege

Zahlreiche Helfer montieren einen Steg über das zirka 80 Meter tiefe Obere Wetterloch.
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Zahlreiche Helfer montieren einen Steg über das zirka 80 Meter tiefe Obere Wetterloch.

Bayrischzell/Fischbachau – Streifzüge am Wendelstein sollen bald auf fünf Themenwegen möglich sein. Das landkreisübergreifende Projekt befindet sich im Endspurt.

Geologie, Wasser, Sage und Almwirtschaft, Kunst und Meditation – das sind die Schwerpunkte, aus denen unter Mithilfe von Bevölkerung, Fachleuten und Touristikern ein landkreisübergreifendes Themenwegekonzept am Wendelstein umgesetzt wird. Knapp 130.000 Euro an Fördermitteln aus dem Leader-Topf helfen, es zu realisieren.

Die vier Wege aus den Talorten sowie der beliebte Gipfel- und Panoramaweg werden passend zum jeweiligen Thema des Weges um Erlebnis- und Ausruh- sowie Informationsstationen ergänzt. In Brannenburg lag durch die ansässige Künstlerkolonie das Thema Kunst auf der Hand. Ausgehend vom Talbahnhof der Zahnradbahn begegnen den Wanderern unterwegs 13 unterschiedliche Exponate. Nur als Beispiele seien der komplett aus Holz konstruierte Aussichtspunkt „Flügelschlag“ an der Mitteralm genannt oder die „Dolina“ an der Reindleralm, die – so hatte es sich Bergbahnchef Vogt gewünscht – von der Zahnradbahn aus sichtbar ist und Wanderern gleichzeitig als Rast- und Sitzgelegenheit dient.

„In Bad Feilnbach bot sich durch den Verlauf des Jenbachs das Thema Wasser an“, erklärt Ute Preibisch, die dort die Tourist-Info leitet. Mit viel Spaß, Spiel und Rätseln werden dort die Besonderheiten des Jenbachs erklärt. Dabei kommt das Pritscheln und selbst Ausprobieren nicht zu kurz. Ein überdachter Rastplatz mit extra Kindertisch rundet das Angebot ab.

Die Gemeinde Bayrischzell erweitert den bestehenden Wendelstein-Männlein-Weg und führt ihn weiter zum Gipfel. Der WM-Gipfelsteig fokussiert sich dabei vor allem auf sportliche Familien mit Kindern. Verwoben mit der Sage um die Wendelstein-Männlein (WM), werden den Wanderern Natur und Almwirtschaft nahe gebracht. Auch der Humor kommt nicht zu kurz: So schaut der Wanderer unterwegs zum Wendelstein auch mal mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Zahlreiche Helfer haben mehrere Steige am Wendelstein montiert.

In Fischbachau schuf man mit dem Meditationsbergweg eine sinnvolle Verbindung zwischen der Wallfahrtskirche Birkenstein und dem Wendelsteinkircherl. Inspiriert von den naturgegebenen Besonderheiten der Stationsstandorte wird man dort eingeladen, innezuhalten und sich selbst Fragen zu stellen, die im Alltag oft zu kurz kommen.

Wissenswertes zu den geologischen Besonderheiten des Berges erfahren Wanderer auch weiterhin entlang des beliebten Gipfel- und Panoramawegs im oberen Gipfelbereich des Wendelsteins – künftig aber mit interaktiven und somit spannenden Elementen. So veranschaulicht beispielsweise ein sogenanntes Viscope Lage und Ausdehnung des Rosenheimer Sees in der Eiszeit. Das bisher recht versteckte Wetterloch am Panoramaweg wird durch eine Stahltreppe begehbar gemacht. Zu jeder der insgesamt acht Stationen am Geologierundweg gibt es darüber hinaus leicht verdauliche Erläuterungstafeln inklusive pädagogisch wertvoller Quizfragen.

Insgesamt 44 Stationen wurden bereits errichtet oder werden in den nächsten Wochen noch gebaut. Allen Beteiligten lag dabei besonders am Herzen, dass sich die Bauten und Tafeln der Stationen harmonisch ins Landschaftsbild einfügen und der Bau möglichst naturverträglich vonstatten ging und geht. Auch bei der Terminfindung für einen Helikoptertransport nahm man auf die Brut und Aufzucht der Raufußhühner Rücksicht, die derzeit vonstatten geht.

Mit dem Helikopter wurden Teile herangeschafft um die Wendelstein-Streifzüge möglich zu machen.

Ein Meilenstein beim Bau fand am 22. Juli statt: Ein Hubschrauber transportierte besonders schwere Elemente zu unzugänglichen Stationsstandorten. Beispielsweise die Wendelstein-Muldenliege, ein Modell der geologischen Mulde zwischen Wendelstein und Breitenstein, die so groß ist, dass man bequem in ihr zum Liegen kommen kann. Trotz schwieriger Witterungsbedingungen wie ständig umherziehendem Nebel gelang der Transport zwar mit Verzögerung, aber reibungslos.

„Nur dank intensiver Vorbereitung und dem Einsatz von rund 20 Personen gelang der Transport. Danke an alle!“, sagt Marina Pagel vom Landschaftsarchitekturbüro Niederlöhner, die das Projekt seit 2016 betreut. Wenn alles nach Plan läuft, werden die fünf Wanderwege Mitte September eröffnet. Weitere Informationen gibt es online unter www.wendelstein-streifzuege.de. ksl

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