„Eine stolze Leistung“

Wertvolle Einrichtung: Oberland Werkstätten feiern 20-jähriges Bestehen

+
Über das zwanzigjährige Jubiläum der Oberlandwerkstätten in Miesbach freuten sich (v.r.) die Miesbacher Betriebsleiter Lambert Wagner und Stefanie Hefele, Ministerialrat Oliver Bloeck und Oberlandwerkstätten-Geschäftsführer Oliver Gosolits.

Miesbach – „Es ist normal, verschieden zu sein, denn jeder Mensch ist einmalig“. Dieses Motto haben sich die Oberlandwerkstätten für Menschen mit Behinderung seit ihren Anfängen auf die Fahnen geschrieben. Deren Betrieb in Miesbach feierte am vergangenen Freitag im Waitzinger Keller sein 20-jähriges Bestehen. Betont wurde dabei die Wichtigkeit von sinnvoller Arbeit nach individuellen Fähigkeiten ebenso wie der hohe Wert der Institution für die Region.

„Wie wichtig die Arbeit für Menschen ist, für das Selbstwertgefühl, merkt man erst, wenn man krank ist oder keine Arbeit bekommt,“ sagte Landrat Wolfgang Rzehak. Das 20-Jährige der Oberlandwerkstätten wertete er als Erfolgsgeschichte. Dem Kreis gehe es gut mit höchster Beschäftigungsrate und Nachfrage. „Wir brauchen eure Mitarbeit,“ fand Rzehak dementsprechend. „Eine stolze Leistung“ seien die zwei Jahrzehnte, war Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz beeindruckt. Sie erinnerte sich an die Bebauungsplanaufstellung im Gewerbegebiet Nord und die positive Vermittlung durch den früheren Bürgermeister Gerhard Maier. „Wir sind stolz darauf, dass es diese Einrichtung bei uns gibt,“ versicherte Pongratz. Man sei miteinander und füreinander da.

Als bedeutenden Dienstleister und wichtigen Zulieferer für viele Unternehmen würdigte Ministerialrat Oliver Bloeck vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales die Oberlandwerkstätten. Diese wurden 1973 von einer Elternvereinigung gegründet, haben heute Standorte in Gaißach, Polling, Geretsried und als jüngstes Mitglied in Miesbach. Über 700 Mitarbeiter sind bei der Institution beschäftigt, die ein vielfältiges Angebot mit Holz- und Metallverarbeitung, Montage, Wäscherei, Küche und Catering offeriert. Inklusion sieht Bloeck als gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Es gibt viele Arbeitgeber, die positiv vorangehen. Leider gibt es aber immer noch solche, die keinen einzelnen Menschen mit Behinderung beschäftigen.“ Hier müsse sehr, sehr viel getan werden, wobei der Freistaat mit einer ganzen Reihe von Sonderprogrammen unterstützend tätig sei. Abschließend dankte Bloeck den Oberlandwerkstätten für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement.

Auf die Historie des Standortes Miesbach blickten Geschäftsleitung, Kunden und Mitarbeiter im Rahmen einer Bilderschau zurück, beginnend mit dem Bau des Gebäudes im Miesbacher Gewerbegebiet Nord 1999. Dabei lobten Kunden die hohe Qualität und Flexibilität der Werkstätten, deren Mitarbeiter nicht nur im eigenen Gebäude Leistungen erbringen, sondern auch an Außenarbeitsplätzen in Firmen.

Hierbei sei der Betrieb in Miesbach seiner Zeit sicher voraus gewesen, findet Oberlandwerkstätten-Geschäftsführer Oliver Gosolits. 2005 habe man die erste Außenarbeitsgruppe bei Avery Zweckform, 2012 bei OPED etablieren können. Den CAP-Markt in Gmund habe man jedoch nach drei Jahren wieder geschlossen. Das Arbeitsangebot habe nicht die richtigen Bedingungen für Menschen mit Behinderungen offeriert. „Wir wollen nicht eine Expansion um jeden Preis, sondern immer angepasst an den Bedarf der Menschen mit Behinderungen und von deren Angehörigen,“ erläuterte Gosolits. Seit 2014 gibt es zudem ein weiteres Angebot: die Außenstelle für Menschen mit psychischen Behinderungen an der Maxlrainer Straße.

All das hätte man nie ohne die Kunden, die Politik vor Ort und die Kooperationspartner schaffen können. „Im Landkreis Miesbach ziehen alle an einem Strang. Das ist keine Selbstverständlichkeit,“ dankte der Geschäftsführer. Er richtete zudem den Blick auf Herausforderungen der Zukunft. Es gebe eine verstärkte Nachfrage von Menschen mit psychischen Behinderungen sowie mit Gehirnschädigungen. Die älter werdenden Mitarbeiter würden Pflege und besondere Unterstützung benötigen. Man müsse sich stetig an Digitalisierung, Globalisierung und die Industrie 4.0 anpassen. Auch sei das Finden von stationären Wohnplätzen im Landkreis eine Herausforderung. „Wir werden unseren erfolgreichen Weg weiter beschreiten,“ meinte Gosolits mit Blick auf die nächsten zehn Jahre. Man werde dann noch erfolgreicher sein und die Bandbreite des Angebots werde sich weiter vergrößern.maf

Auch interessant

Meistgelesen

Grub: Frau rauscht mit einem Promille in Kontrolle
Grub: Frau rauscht mit einem Promille in Kontrolle
Bayerische Oberlandbahn: Reaktion auf Fahrgastansturm / Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten
Bayerische Oberlandbahn: Reaktion auf Fahrgastansturm / Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten
So prächtig war die Leonhardifahrt in Reichersdorf - mit Bildergalerie
So prächtig war die Leonhardifahrt in Reichersdorf - mit Bildergalerie
Netzwerk frühe Hilfen und Kinderschutzbund feiern runden Geburtstag mit Familienmesse
Netzwerk frühe Hilfen und Kinderschutzbund feiern runden Geburtstag mit Familienmesse

Kommentare