Harmonie in der Mitmachgemeinde

Franz Demmelmeier bleibt Stellvertreter des Weyarner Bürgermeisters

Die Hälfte der Weyarner Gemeinderäte ist neu im Gremium um Bürgermeister Leonhard Wöhr (hinten, M.) und wurde bei der konstituierenden Sitzung vereidigt. Durch Corona werden sich alle mit bisher ungeahnten Problemen auseinandersetzen müssen.
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Die Hälfte der Weyarner Gemeinderäte ist neu im Gremium um Bürgermeister Leonhard Wöhr (hinten, M.) und wurde bei der konstituierenden Sitzung vereidigt. Durch Corona werden sich alle mit bisher ungeahnten Problemen auseinandersetzen müssen.

Weyarn – Bürgermeister Leonhard Wöhr ist im März bei der Kommunalwahl wiedergewählt worden. Sein bisheriger Stellvertreter Franz Demmelmeier bleibt ihm nun erhalten.

Der Gemeinderat in Weyarn hat sich in der angelaufenen Legislatur deutlich verändert. Acht neue Mitglieder zählt das 16-köpfige Gremium um Bürgermeister Leonhard Wöhr, das jüngst seine konstituierende Sitzung abhielt. Erstmals sitzen die Grünen mit am Ratstisch. Als Zweiter Bürgermeister wurde Franz Demmelmeier (SPD) bestätigt. „Auf den Lorbeeren des letzten Gemeinderates werden wir uns nicht ausruhen können“, sagte Wöhr. Mit der Corona-Pandemie warte von Anfang an eine ungeahnte Herausforderung auf die Volksvertreter.

Wie der Ferienausschuss tagte auch der neu gewählte Gemeinderat statt im Sitzungssaal des Rathauses im Pfarrsaal gegenüber. Tische und Stühle waren in gebührendem Abstand aufgestellt. Nach Vereidigung der neuen Gemeinderäte aus fünf Fraktionen stand bald die Wahl der weiteren Bürgermeister auf der Agenda. Bereits im Vorfeld sprachen sich die Fraktionssprecher dafür aus, nur einen weiteren Rathauschef zu wählen, was einstimmig angenommen wurde.

Betty Mehrer (SPD) warb überzeugend für ihren Fraktionskollegen und bisherigen Zweiten Bürgermeister Franz Demmelmeier, der als mittelständischer Unternehmer sehr gut für das Amt geeignet sei. Die geheime Wahl fiel schließlich mit 15 Stimmen auf Demmelmeier, eine Stimme erhielt Betty Mehrer, eine Stimme ging an Albert Zinsbacher (CSU). Franz Demmelmeier bedankte sich für das Vertrauen: „Leo und ich haben gut zusammengearbeitet, auch wenn wir nicht immer ganz einer Meinung waren.“ Zudem sei er keiner, der zu parteipolitischen Spielchen neige, sondern Inhalte einbringe. Einstimmig wurde Demmelmeier außerdem als stellvertretender Standesbeamter der Gemeinde nach Leonhard Wöhr bestimmt.

Franz Demmelmeier (l.) von der SPD wurde erneut zum Zweiten Bürgermeister von Weyarn neben Leonhard Wöhr gewählt.

Die Ausschüsse in Weyarn

  • Rechnungsprüfungsausschuss: Anton Zwickl, Franz Demmelmeier, Albert Huber, Angelika Viellechner und Anschi Hacklinger.
  • Grundstücks- und Bauausschuss: Leonhard Wöhr, Georg Grabichler, Betty Mehrer, Martin Fertl, Hans Holzinger jun. und Philipp Eikerling.
  • Straßenausschuss: Leonhard Wöhr, Florian Holzmann, Betty Mehrer, Anian Rutz, Angelika Viellechner und Anschi Hacklinger.
  • Kultur- und Sportausschuss: Leonhard Wöhr, Albert Zinsbacher, Katharina Wacker, Anian Rutz, Hans Holzinger jun. und Anschi Hacklinger.
  • Finanz- und Haushaltsausschuss: Leonhard Wöhr, Anton Zwickl, Franz Demmelmeier, Albert Huber, Angelika Viellechner und Philipp Eikerling.
  • Strategieausschuss: Leonhard Wöhr, Anton Zwickl, Kathi Wacker, Anian Rutz, Angelika Viellechner und Anschi Hacklinger.
  • Energieausschuss: Leonhard Wöhr, Florian Holzmann, Betty Mehrer, Martin Fertl, Hans Holzinger jun. und Anschi Hacklinger.

Ähnlich harmonisch verlief die komplette konstituierende Sitzung. Die Tagesordnungspunkte zu den notwendigen Regularien wie die Geschäftsordnung oder die Aufwandsentschädigungen wurden einstimmig beschlossen. Die Fraktionsmitglieder der verschiedenen Ausschüsse wurden wie vorgeschlagen genehmigt (siehe Infokasten). Eine Besonderheit ergibt sich allenfalls, da die CSU mit der WiGW und Johannes Wieser als deren einzigen Vertreter eine Fraktionsgemeinschaft bildet. Grundsätzlich machte der Bürgermeister vor allem den neuen Gemeinderäten Mut, sich mit ihren frischen Ideen einzubringen, aber sich auch nicht zu scheuen nachzufragen und so Erfahrungen zu sammeln. „Beim Austausch der Argumente lernt man ständig dazu. Entscheiden heißt für mich auch, dass man ab und zu mal etwas falsch macht“, sagte er. Aufgaben zu priorisieren sei oft schwierig, aber es gehöre zum Wesen der Demokratie, dass nicht alle Volksvertreter gleicher Meinung sind. Doch jeder im Gemeinderat habe bislang seine Kollegen und deren Meinung persönlich respektiert, die Sache sei immer im Vordergrund gestanden. Auch das Mitmachklima soll weiter gepflegt werden. „Gleich von Anfang an erwartet uns mit der Pandemie eine für unsere Nachkriegsgeneration unbekannte, überdimensionale Herausforderung, und die Facetten können wir momentan nur in Umrissen erahnen“, sagte der Bürgermeister. Infolge der Corona-Krise rechnet die Verwaltung zudem mit nicht wenigen Anträgen auf Stundung der Gewerbesteuervorauszahlung. Um betroffenen Betrieben schnell Zusagen geben zu können, beschloss das Gremium, den Verfügungsrahmen des Ersten Bürgermeisters auf 50.000 Euro für die Dauer von drei Monaten festzulegen. sko

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