Das Wirtshaus in Naring ist ihr Leben

Seit 80 Jahren am Tresen: Bedienungsurgestein Kathi Kink geehrt

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Für Kathi Kink gab es für 80 Dienstjahre von Arbeitsstaatssekretärin Carolina Trautner eine Urkunde.

Naring - Mit 96 Jahren lässt es sich Kathi Kink noch immer nicht nehmen, im Wirtshaus "Zum Goldenen Tal" zu bedienen.

Bayerns Arbeitsstaatssekretärin Carolina Trautner hat jüngst an Arbeitsjubilare Ehrenurkunden des Freistaates Bayern überreicht. Darunter ist auch das Naringer Kellnerinnen-Urgestein Kathi Kink. Seit unglaublichen 80 Jahren bedient die heute 96-Jährige bereits.

Als 16-jähriges Madl ist sie im Rahmen des damaligen Pflichtjahres nach Naring zur Wirtsfamilie Huber ins Gasthaus „Zum Goldenen Tal“ abgeordnet worden. Kinks Aufgaben waren die Betreuung der beiden Kinder und die Hilfe auf dem Feld, bei den Fremdenzimmern und in der Wirtsstube. „Sie waren Tag und Nacht gefordert und das für zehn Reichsmark im Monat“, sagte Trautner in ihrer Laudatio. „Sie haben den Weiler als schrecklich öde empfunden und wären am liebsten wieder sofort zurück nach Prien.“

Doch als das Pflichtjahr zu Ende gegangen war, entschied sich Kink, dennoch zu bleiben: Schließlich kündigte sich die dritte Tochter der Wirtsfamilie an; es sollten noch zwei Buben folgen. Bis ins hohe Alter war Kink im Wirtshaus aktiv. „In der Wirtsstube zu bedienen, hat Ihnen immer viel Freude bereitet. Sie wunderten sich manches Mal selbst, dass Ihnen das nicht zu viel geworden ist. Aber Sie haben einfach nicht anders können: Das Wirtshaus ist Ihr Leben“, sagte die Arbeitsstaatssekretärin.

Mittlerweile wohnt die 96-Jährige in einem Seniorenheim, lässt es sich aber dennoch nicht nehmen, mehrmals in der Woche im Wirtshaus nach dem Rechten zu sehen und sonntags den Stammtisch zu bedienen. Doch nur in Naring zu sein, war Kink zu wenig und so hat sie im Urlaub gerne ferne Länder besucht. So war sie unter anderem in Singapur, in der Dominikanischen Republik, auf Teneriffa und Malta sowie an der Côte d’Azur. „Aber bei jeder Reise hat sich schnell das Heimweh nach den Wirtsleuten und Ihren Gästen gemeldet“, sagte Trautner. Ihr war es „eine große Freude und Ehre, Ihnen als Dank und Würdigung diese Urkunde zu überreichen“. she

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