Gemeinderat über aktuelle Situation

Wie bekannt ist das Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee? 

Eingang zum Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee
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Das Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee hat noch nicht den Bekanntheitsgrad, den es verdient. Das soll sich ändern – ohne die Kosten dafür exorbitant in die Höhe zu treiben.

Bad Wiessee – Seit Juni ist das Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee nun geöffnet. Doch daran, wie die einzigartige Anlage beworben wird, gibt es Kritik.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats referierte Florian Flach über bisherige Maßnahmen und Ideen, um den Bekanntheitsgrad des Bad Wiesseer Jod-Schwefelbades zu steigern. Ausschließlich mit Anzeigen zu bewerben, koste viel Geld, bringe aber nicht immer den erhofften Erfolg. Weshalb Flach auf eine andere Strategie setzt. Über deren Erfolg möchten die Räte nun in regelmäßigen Abständen informiert werden. Auch das grafische Design der Werbekampagne kam nicht bei allen gut an.

Die Agentur Flach-Communications berät Kunden in den Bereichen Sport, Reise und Lifestyle und ist seit September 2019 auch dafür zuständig, das Jod-Schwefelbad zu bewerben. Bald stand fest, dass das alleine mit Anzeigenkampagnen in Hochglanzmagazinen wie Gala oder dem Ärzteblatt nicht zu schaffen und außerdem extrem teuer ist. Vor allem auch, weil das Jod-Schwefelbad eine Vielzahl von Zielgruppen wie verschiedene Fachärzte, Physiotherapeuten, Sportler und Urlauber anspricht.

Nach einer Phase der Konsolidierung und Gesprächen mit der Gemeinde wurde ab März ein anderer Weg eingeschlagen. „Wir haben nicht nur zur Eröffnung das Bayerische Fernsehen und zahlreiche Rundfunksender gewinnen und betreuen können, sondern seither auch mehrere Besuchstermine mit Journalisten vor Ort organisiert“, berichtete Flach. Weil bei den Lokalterminen immer ein Probebaden mit dazugehört, seien zahlreiche hochkarätige Presseberichte entstanden, die vergleichsweise wenig kosteten. „Es ist wichtig, dass die Journalisten selbst erfahren, wie die Architektur wirkt und wie sehr ein Besuch des Bades erdet“, ist der Werbefachmann überzeugt.

Daneben verschickt die Agentur aktiv Pressemitteilungen und hat ein Online-Presseportal eingerichtet. Insgesamt sei das Jod-Schwefelbad so, wie Flach sagte, im vergangenen Monat im Print-, Online- und TV-Bereich 15,1 Millionen Mal genannt worden. Wobei dies die Auflagenzahlen der Printmedien von 8,1 Millionen einschließt. Auf Anfrage von Klaudia Martini (SPD) werden die Titel der Blätter noch nachgereicht. Als neue Kampagne soll demnächst im Design des Bades eine Infomappe entstehen, die je nach Zielgruppe mit auswechselbaren Beiblättern bestückt werden kann.

Warum das Jod-Schwefelbad heute, wie er bei Gesprächen mit Einheimischen und Urlaubern festgestellt hat, trotzdem noch relativ unbekannt ist, wollte Christoph von Preysing (CSU) wissen: „Waren wir zu spät dran, oder was ist da schief gelaufen?“ Da Flach beim Bewerben erst später einstieg, wollte er sich dazu nicht festlegen, meinte aber, dass im Vorfeld eher der Informationsaustausch und schlechte Kommunikation, auch im Gemeinderat, ein Problem gewesen sein könnten.

Birgit Trinkl (FWG-WB) störte noch etwas anderes: „Ich sehe bei der Werbung für das Jod-Schwefelbad immer nur einen attraktiven Kopf im Wasser. Das ist zwar unheimlich schön, kann aber überall sein. Ich würde mir wünschen, dass unser Bad spezifischer dargestellt wird, vor allem auch, weil sich unser Angebot ja an so viele verschiedene Zielgruppen richtet.“ Dafür, so Flach, sei seine Agentur allerdings nicht zuständig: „Alles was grafisch ist, ist nicht unsere Aufgabe, wir bereiten die Themen nur auf.“ Es soll aber wohl laut Flach ein zweites Fotoshooting geben.

Um die Finanzen im Auge zu behalten, bat Florian Sareiter (CSU) noch darum, regelmäßig über Kosten für Marketing und Einnahmen im Jod-Schwefelbad informiert zu werden: „Natürlich ist das wegen Corona schwierig zu bewerten, aber wir müssen beides zusammen schon unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten.“ Ein durchaus sinnvoller Gedanke, wie Bürgermeister Robert Kühn feststellte. „Wir werden dem Gemeinderat dazu in regelmäßigen Abständen berichten“, sagte der Rathauschef. hac

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