Tempo, Takt und Tarif

Wie es ab 2021 mit dem Holzkirchner Ortsbus weitergehen soll

Linie 4 des Ortsbus in Holzkirchen
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Der Holzkirchner Ortsbus wird neu ausgeschrieben. Der OVA der Marktgemeinde hätte gerne mehr Mitspracherecht.

Holzkirchen – Grüne, FWG und SPD haben Anträge zum Holzkirchner Ortsbus gestellt. Bürgermeister Christoph Schmid hat diesen nun im Verkehrsausschuss zum Thema gemacht.

In der jüngsten Sitzung des Orts- und Verkehrs­planungsausschusses (OVA) in Holzkirchen informierten Bürgermeister Christoph Schmid und Standortförderin Eva-Maria Schmitz über den Sachstand zum neu ausgeschriebenen Ortsbus. Grund dafür war unter anderem der Antrag von Grünen, FWG und SPD, mehr in die Planungen eingebunden zu werden. Schmids Tenor: Viel Zeit bleibt nicht mehr und sollen die neuen Ortsbuslinien attraktiv werden, ist auch kein Platz für Sonderwünsche.

Aus kommunalrechtlichen Gründen musste der Markt Holzkirchen Ende August die Trägerschaft für den Ortsbus an den Landkreis übergeben. Dieser ist somit auch für die Neuausschreibung zuständig, die bis Ende 2020 fertig sein muss und festlegt, wie der Fahrplan künftig aussieht. Damit der dann auch den Erfordernissen der Marktgemeinde entspricht und attraktiv ist, muss das Grundgerüst, wie Schmitz sagte, bis Ende 2020 stehen. Daher gibt es bereits intensive und konstruktive Gespräche mit Peter Schiffmann, dem zuständigen Fachbereichsleiter im Landratsamt.

Den aktuellen Fahrplan sehen Schmid als auch Schmitz als deutlich verbesserungsfähig. Einer erneuten Bürgerbeteiligung erteilten sie aber aus Zeitgründen eine Abfuhr. „Wir haben ja die Ergebnisse des Nahverkehrsplans, der Umfrage Sauber unterwegs in Holzkirchen vorliegen und werden, wenn es zeitlich noch möglich ist, die Erkenntnisse aus der laufenden Modal-Split-Studie einfließen lassen“, erklärte Schmitz.

Angedacht ist, wie Schmid sagte, in die Ortsbusrouten auch Oberlaindern, das Gewerbegebiet Birkerfeld in Warngau und den S-Bahnhof Kreuzstraße mit aufzunehmen. Gespräche dazu liefen mit den jeweiligen Bürgermeistern. Gefallen fände der Rathauschef an einer Expresslinie, die in zehn Minuten vom Holzkirchner Bahnhof zum Gewerbegebiet-Nord fährt: „Ich habe gelernt, dass wenn der Nahverkehr attraktiv sein soll, Tempo, Takt und Tarif zusammenpassen müssen. Davon sind wir momentan sehr weit entfernt.“

Beim Erstellen dieses komplexen Gebildes würde die FWG gerne mehr mitdenken und nicht nur abnicken, sagte Fraktionssprecher Torsten Hensel. Um eine breite Zustimmung zu bekommen, konnte sich auch Karl Bär (Grüne) eine Klausur zu dem Thema gut vorstellen. Wie Schmid sagte, sei dies aber wegen der knappen Terminplanung kaum umsetzbar. Auch erteilte er Sonderwünschen eine Absage: „Die Zeiten, als jeder Gemeinderat eine Lieblingshaltestelle einbauen konnte, sind vorbei. Das hat den Bus so attraktiv gemacht, dass keiner mehr mitfährt.“

Er versprach aber, das Gremium auf dem Laufenden zu halten. Momentan werde das angedachte Modell mit Kosten hinterlegt, danach solle es den Gemeinderäten präsentiert werden. Wie Schmitz auf Anfrage von Simon Ammer (SPD) sagte, werde dabei auch so weit möglich der geplante Beitritt des Landkreises zum MVV-Tarifsystem berücksichtigt.

Abschließend und zum Antrag der FWG, einen Vertreter des Landratsamtes einzuladen, stellte Schmid fest, dass auch Schiffmann nichts anderes hätte berichten können als Schmitz. „Ich habe das Informationsdefizit zur Kenntnis genommen und hoffe, mit der heutigen Debatte Abhilfe geschaffen zu haben“, sagte der Rathauschef und stellte fest, dass natürlich alle Anträge ordnungsgemäß behandelt würden. Es sei denn, sie werden zurückgezogen. hac

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