„Wie ein Sechser im Lotto“

Stadt Miesbach erwirbt Christian Schad Archiv der Rottach-Egerner Edition Richter

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Vorstellung des Christian Schad Archivs: (v.l.) Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch, Stadtarchivarin Barbara Wank, Bürgermeisterin Ingrid Pongratz und Marie-Luise Richter (Edition Richter).

Miesbach – Er war ein „Miesbacher Gwachs“, der Maler Christian Schad. Am 21. August 1894 als direkter Nachfahre der Familien Waitzinger und Fohr geboren, ging er schon früh seine eigenen Wege, die ihn zur Kunst führten. Schad, der 1982 in Stuttgart verstarb, schuf hauptsächlich Zeichnungen, Grafiken und Porträts. Seine Werke sind heute weltweit in den großen Museen zu bewundern. Die Stadt Miesbach hat ihren berühmten Sohn schon mehrmals mit Ausstellungen gewürdigt und jetzt das Christian Schad Archiv der Rottach-Egerner Edition Richter erworben.

Dokumentationen, Korrespondenzen, Skizzen, Druckplatten, Dissertationen – es ist ein beachtliches Kulturgut, das in einem extra dafür gestalteten Raum eine neue Heimat fand. „Für Miesbach ist das Schad-Archiv ein großer Gewinn“, sagte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz bei der Präsentation diese Woche und freute sich über den „unglaublich gepflegten Bestand“. Wie Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch berichtete, habe der Stadtrat am 12. Oktober 2017 in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, den „Schatz“ zu erwerben. Anfang dieses Jahres habe man dann den Bestand – die Kosten dafür bewegten sich im fünfstelligen Bereich – in Rottach-Egern abgeholt. „Wir werden ihn pflegen und auch weiter ausbauen“, verkündete Krobisch und zeigte auf, dass die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Arbeiten des Künstlers von der Edition Richter angekauft habe.

Marie-Luise und Günther Alfred Richter kannten Christian Schad noch persönlich. Sie waren mit ihm befreundet und seine Verleger. Die Richters sammelten alle im Zusammenhang mit Schad stehenden Bücher und ersteigerten auf Auktionen Einzelpublikationen. „In elf Kartons befinden sich Schwarzweißdokumentationen von Gemälden und Arbeiten auf Papier, fünf Kartons enthalten die Ektachrome seiner Gemälde, teilweise Aufnahmen von Bildern und Schadographien, die nicht mehr zugänglich sind“, erläuterte Marie-Luise Richter beim Pressetermin.

„Für ein Kommunalarchiv ist dieser Bestand wie ein Sechser im Lotto“, zeigte sich Miesbachs Stadtarchivarin Barbara Wank begeistert. Ihre Aufgabe wird es nun erst einmal sein, jedes Archivstück zu sichten und mit einer Signatur zu versehen. Besonders interessant dürfte die Sammlung künftig für Kunststudenten und Wissenschaftler werden. 

rei

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