Schwarzkittel machen Ärger

Wiechmann: Zunahme der Wildschweinpopulation sorgt für Probleme im nördlichen Landkreis

+
Wildschweine haben sich im nördlichen Landkreis rasant vermehrt. Die wirksame Bejagung ist allerdings schwierig und erfordert ein abgestimmtes Vorgehen.

Holzkirchen/Landkreis – Bei der jüngsten Holzkirchner Marktgemeinderatssitzung danke Robert Wiechmann (Grüne) der Verwaltung für die Straßenbeschilderung anlässlich einer Jagd auf Schwarzwild. Wie er bei einem Gespräch nach der Sitzung sagte, ist die Bejagung notwendig, weil durch die Wildschweine bereits spürbare Schäden im Grünland verursacht werden. Nach Wiechmanns Einschätzung als Förster beim AELF in Holzkirchen könnte mit der stark steigenden Wildschwein-Population eine Entwicklung auf den nördlichen Landkreis zukommen, die zu ernsten Schwierigkeiten führen kann. Für die Dezimierung der Bestände sind die Jäger und Jagdgenossenschaften daher jetzt auch auf die Unterstützung aller zuständigen Behörden und Ämter angewiesen.

„Kein Jäger im Landkreis ist scharf auf die Sauen. Die angerichteten Schäden, vor allem im Grünland, sind nur mit einem hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand wieder zu beseitigen. Außerdem ist das Thema Afrikanische Schweinepest ja auch noch nicht vom Tisch“, erklärte Wiechmann. Die Schäden im Grünland zeigen, dass die bayernweit in den vergangenen 30 Jahren stark gestiegene Population nicht nur auf den verstärkten Maisanbau zurückzuführen ist: So ist der Nachbarlandkreis Bad Tölz kein Maisanbaugebiet und trotzdem sind die Schäden dort deutlich. Fakt ist, dass die Ursachen vielfältig sind. Dazu gehört auch der Klimawandel, der den Lebensraum der Sauen begünstigt. Bisher haben, wie Wiechmann sagte, die geltenden Regeln, um den Populationsanstieg zu verhindern, nicht wirklich gegriffen: „Wir müssen daher auch über revierübergreifende Zusammenarbeit reden und Toleranz walten lassen, wo diese nötig ist. Zum Beispiel in Sachen überjagender Hunde“, sagt Wiechmann. Die Dezimierung der Schwarzwildbestände mit herkömmlicher Ansitzbejagung sei allerdings schwierig. Meist handele es sich um nicht standorttreue Rotten. Höhere Abschusszahlen könnten auch sogenannte Saufänge bringen, die mit einer jagdrechtlichen Ausnahmegenehmigung auch in Bayern möglich sind. „Die Jagdgenossenschaft Hartpenning schaut gespannt auf die Erfahrungen in Bad Tölz. Dort wurden bereits erste Genehmigungen erteilt,“ sagte Wiechmann. hac

Auch interessant

Meistgelesen

Stadtrat: Diskussion über den Denkmalschutz am Miesbacher Kloster
Stadtrat: Diskussion über den Denkmalschutz am Miesbacher Kloster
Waakirchner Gemeinderat verabschiedet Haushalt 2019
Waakirchner Gemeinderat verabschiedet Haushalt 2019
Nach zehn Jahren: Neue Planung für Holzkirchner Bauhof / Gelände bei Marschall
Nach zehn Jahren: Neue Planung für Holzkirchner Bauhof / Gelände bei Marschall
Leader: Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ erhält Förderung
Leader: Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ erhält Förderung

Kommentare