Im Dialog bleiben

Wiedervereinigung, starke Frauen und mehr: Neues „anders wachsen“-Programm

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Stellten das kommende „anders wachsen“-Programm vor: (v.l.) Isabella Krobisch, Ingrid Huber, Wolfgang Foit, Rebecca Köhl (Kultur Vision) und Organisatorin Monika Ziegler.

Miesbach/Landkreis – Dreimal hat die Reihe „anders wachsen“ mit Veranstaltungen aus Kultur und Erwachsenenbildung bereits alternative Ideen für das Oberland aufgezeigt. Am Freitag, 20. September, startet der vierte Zyklus. Los geht es um 17.30 Uhr im Waitzinger Keller in Miesbach mit der Vernissage zweier Ausstellungen unter dem Motto „30 Jahre Mauerfall“. Dies ist gleichzeitig eines der beiden Schwerpunktthemen der aktuellen „anders wachsen“-Reihe, verriet Initiatorin und Organisatorin Monika Ziegler beim Pressegespräch in Miesbach.

An neuen Eindrücken und frischen Impulsen mangelt es in der heutigen, digitalen Zeit nun wirklich nicht. Im Gegenteil: Täglich prasselt eine Flut verschiedenster Informationen auf die Menschen ein. Zum Reflektieren bleibt da nur wenig Raum. Hier sieht Wolfgang Foit vom Katholischen Bildungswerk im Landkreis (KBW) die große Chance der Erwachsenenbildung. „Wir brauchen Tiefgang und Dialog“, sagt er. „Es ist wichtig, dass die Menschen nach dem Besuch anfangen nachzudenken, im besten Falle entwickelt sich etwas.“ Möglichkeit dazu haben die Besucher bei 49 Einzelveranstaltungen des neuen „anders wachsen“-Zyklus‘, der in Zusammenarbeit der Kultur Vision, dem KBW, den Veranstaltungshäusern Waitzinger Keller in Miesbach und dem Kultur im Oberbräu in Holzkirchen sowie der Bürgerstiftung Holzkirchen stattfindet.

Los geht es am Freitag gleich mit dem ersten Schwerpunktthema der aktuellen Reihe: 30 Jahre Mauerfall. Unter diesem Motto stellt der Fotograf und pensionierte Miesbacher Lehrer Peter Rosenmüller Bilder seiner Besuche in Ostdeutschland aus. Zudem gibt es eine Plakatausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung mit Fotos von Harald Hauswald und Texte des Historikers Stefan Wolle. Die Ausstellungen sind bis 17. Oktober zu sehen.

Am Freitag, 27. September, startet das Kultur im Oberbräu um 18.30 Uhr in das Thema Mauerfall: Die Miesbacher Kultur-Chefin Isabella Krobisch und Petra

Kurbjuhn zeigen Bilder von Kulturbegegnungen mit Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zudem gibt es die Wiederbelebung eines spannenden Projektes zur Wiedervereinigung: Vor 30 Jahren hatte Otto Hoernisch eine Grafik zum Thema angefertigt und mehrere Prominente, darunter Willy Brandt, gebeten, ihm spontane Empfindungen dazu zuzusenden. Die Antworten sind im Buch „Empfindungen, Meinungen, Aussagen“ zusammengefasst. Zum Jubiläum haben sich der Sohn des mittlerweile verstorbenen Otto Hoernisch, Andreas Hoernisch, und die Kultur Vision zusammengetan und präsentieren sowohl die „alten“ als auch Antworten aktueller Prominenter. Musik gibt es vom Zither Manä.

Der zweite Schwerpunkt der „anders wachsen“-Reihe 2019/20 ist „Starke Frauen“: Neben einer von der Miesbacher Kulturreferentin initiierten Veranstaltungsreihe im November in Miesbach mit Ausstellungen, Theaterszenen, einem Poetry-Slam (12. November im Waitzinger Keller), einem Film­abend (14. November, evangelisches Gemeindezentrum) und einer Lesung (22. November, Buch am Markt) gibt es unter anderem auch den Vortrag „Von der Pharaonin zum Heimchen am Herd“ von Helma Sick (13. Oktober) im Kultur im Oberbräu.

Spannend verspricht auch das „Blind Date mit Stefan Scheider“ am 23. Januar im Fools-Theater zu werden: Dabei unterhalten sich freiwillige Publikumsgäste auf der Bühne mit dem BR-Moderator über ihre Wünsche und das Leben. Auch Scheider weiß zuvor nicht, mit wem er sich unterhalten wird. „Es ist wichtig, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die vielleicht anderer Meinung sind als wir“, sagt Ziegler mit Vorfreude auf die Gespräche.

Ihren Abschluss findet die „anders wachsen“-Reihe auch heuer im Kultur im Oberbräu – mit einem im Zuge der vergangenen Abschlussveranstaltungen liebgewonnenen Bekannten: Unter dem Motto „Konsumieren ist out, Tun ist in“ rufen Johannes Volkmann (Projekt „Unbezahlbar“, „Die Konferenz der Kinder“) mit dem Papiertheater und die „Wirkstatt“ am 12. Juli zur Aktion auf. „Volkmann ist ein begnadeter Künstler, der sich gesellschaftlichen Themen widmet“, schwärmte Ziegler. Wer glaubt, dass sich die „anders wachsen“-Organisatorin nach der Vorstellung der neuen Reihe eine wohlverdiente Pause gönnt, irrt: „Der fünfte Zyklus entsteht schon, die Ideen gehen nie aus“, sagte Ziegler. Das betonte auch Kultur-im-Oberbräu-Chefin Ingrid Huber: „Ich freue mich, dass wir Teil dieser qualitativ hochwertigen Reihe sein dürfen. Ich bin schon immer gespannt, was Monika für neue Ideen anbringt.“

Das ganze Programm zum Nachlesen gibt es hier. she

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