Container für die Krippe

Bad Wiessee mit kreativer Lösung, um Engpass im Kindergarten zu überbrücken

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Ein Container soll jetzt auch in Bad Wiessee der steigenden Nachfrage an Betreuungsplätzen für Kinder Rechnung tragen.

Bad Wiessee – Eine Kinderbetreuungsstudie hat dem Gemeinderat in Bad Wiessee dargelegt, dass bis zum Jahr 2021 zwischen zehn und 15 Krippenplätze fehlen werden. Der Bedarf für zusätzliche Plätze besteht auch heute schon. Daher soll die Verwaltung prüfen, was es kostet, noch heuer einen Container für zwölf Krippenplätze aufzustellen. So hat es das Gremium in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

„Erschütternd“ lautete das Fazit von Ingrid Versen (CSU) nachdem Robert Hobelsberger, Geschäftsführer der MUC-Consulting, das Ergebnis der Kinderbetreuungsstudie vorgetragen hatte. Die von der Gemeinde beauftrage Studie sagt aus, dass die Abdeckung bei Krippenplätzen in naher Zukunft lediglich bei 70 bis 80 Prozent liegen wird – bei den gesellschaftlichen Strukturen, wie sie sich in der Vergangenheit abgezeichnet haben. Bei den Kindergartenplätzen schaut es nicht viel besser aus. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass in Bad Wiessee bis 2021 jeweils zwischen zehn bis 15 Krippen- sowie Kindergartenplätze fehlen werden – Tendenz steigend. „Wir haben dringenden Handlungsbedarf“, stellte Geschäftsleiter Hilmar Danzinger fest und bat das Gremium um Vorschläge.

Einen Vorschlag hatte Martin Weber dem Gemeinderat schon im Sommer unterbreitet. Der Tegernseer Pfarrer, der sich auch für die Trägerschaft der Wiesseer Kinderkrippe verantwortlich zeichnet, würde einen Anbau an die Grundschule bevorzugen. Während der Debatte wurde aber rasch klar, dass dies nicht im Sinne der Gemeinderäte ist. Zumal dies, wie Bernd Kuntze-Fechner (SPD) sagte, nur eine Notlösung sei, „die uns in ein, zwei Jahren furchtbar auf die Füße fällt“. Gefallen fand hingegen die Idee von Fritz Niedermaier (Wiesseer Block). In dem Anbau sah er keinen Sinn, nicht nur, weil er ein Schandfleck wäre, sondern weil auch die Bausubstanz der Grundschule fragwürdig ist. Er schlug vor, ein Gesamtkonzept zu erstellen. Da ein Grundstückserwerb dafür schwierig sei, brachte er den Parkplatz auf der Westseite der Schule ins Spiel. „Die Fläche ist ohnehin schon versiegelt. Ich könnte mir vorstellen, dort eine neue Kinderkrippe mit Tiefgaragen und Wohnungen für das Betreuungspersonal hinzustellen. Wir dürfen aber nicht nur reden, sondern müssen auch machen.“

Um aber den schon aktuellen Engpass an Krippenplätzen zu beseitigen, kristallisierte sich alsbald heraus, nach einer Containerlösung Ausschau zu halten. Wie Hobelsberger bestätigte, hat sich das schon in vielen Gemeinden bewährt und würde Wiessee Zeit für weitere Planungen verschaffen. „Das Thema Kinderbetreuung ist eine Pflichtaufgabe und brennt uns extrem unter den Nägeln“, fasste Florian Sareiter zusammen und sprach sich ebenfalls dafür aus, schnellstmöglich einen

Container zu besorgen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, die Verwaltung mit einer Kostenkalkulation für die Aufstellung eines Containers zu beauftragen. Ziel ist es, noch heuer zwölf zusätzliche Krippenplätze zu schaffen. Außerdem soll eruiert werden, ob dafür Gelder aus einer Stiftung verwendet werden können. Das Konzept von Pfarrer Weber wird hingegen nicht weiterverfolgt. Allerdings wird ihm freigestellt, die bereits ausgearbeiteten Pläne in der kommenden Sitzung im Detail vorzustellen. Ob dann die Containerlösung ein Dauerzustand bleibt oder von einem Neubau mit Kinderkrippe und Kindergarten abgelöst wird, hängt nicht zuletzt an den Kosten und an geeigneten Grundstücken. Gemeinderat Kurt Sareiter (CSU) warnte vor allzu großen teuren Träumereien: „Wir müssen realistisch bleiben, wobei die Idee des Kollegen Niedermaier schon eine Möglichkeit wäre.“hac

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