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Bad Wiessee: Nach höheren Parkplatzgebühren ab Dezember nun auch mehr Kurtaxe

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Nach der Erhöhung des Kurbeitrages besteht nach Meinung des Wiesseer Gemeinderates Harmonisierungsbedarf mit den anderen Talgemeinden. Das Betrifft auch das Angebot der Tegernsee-Card und Gästekarte. Auf den Linien-Schiffen etwa gibt es nur mit der Tegernsee-Card Freifahrten.

Bad Wiessee – Wie Bad Wiessees Geschäftsleiter Hilmar Danzigner bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, komme die Gemeinde um eine Erhöhung des Kurbeitrags von 2 auf 3,30 Euro nicht herum. Das sei schon deshalb nötig, weil alleine die Einnahmen aus dem Kurbeitrag von zirka 1,1 Millionen Euro an die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) fließen. Somit bleibe kaum noch Geld für das Kurangebot selbst. Die Entscheidung für eine Erhöhung zum 1. Dezember fiel nach angeregter Debatte aber dennoch nur mit einer knappen Mehrheit.

Mit der Erhöhung beschreitet Bad Wiessee einen Alleingang. Talweit beträgt der Beitrag pro Gast und Nacht lediglich zwei Euro. Weil ein Anstieg um 1,30 Euro zu teuer sei und wegen der vielen Baustellen im Ortsbereich auch zum falschen Zeitpunkt komme, sieht CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter ein Negativ-Image auf Wiessee zukommen. „Wenn wir immer teurer sind als andere Gemeinden, merkt das der Gast sehr wohl, obwohl der den Tegernsee ja eigentlich als Einheit sieht. Außerdem war die talweite, einheitliche Festsetzung schwierig genug zu vereinbaren.“ Auch für Birgit Trinkl (WB) ist der Zeitpunkt nicht der richtige. Grundsätzlich aber befürworte sie eine Erhöhung nach Fertigstellung aller neuen Angebote: „Dann aber sollten unsere Gäste nicht gegenüber denen in anderen Talgemeinden benachteiligt werden.“ In diesem Zusammenhang plädierte Trinkl außerdem dafür, endlich die Verwirrung um die Gästekarte und die Tegernsee-Card zu lösen: „Zwei Karten parallel zu haben versteht nämlich keiner.“

Als „durchaus angemessen“ verteidigte Robert Huber (SPD) hingegen den Aufschlag. Der amtierende Bürgermeister verwies auf vergleichbare Staatsbetriebe wie Bad Reichenhall, die auch auf einem Niveau von 3,30 Euro liegen. Außerdem sagte er, dass neben den Aufwendungen für die TTT ja auch noch das Angebot für Kurgäste vor Ort zu stemmen sei und mit der Renovierung des Badeparks und anderer gemeindlicher Einrichtungen hohe Kosten auf die Gemeinde zukommen.

Zu dem knappen Ja für die Erhöhung mit 8:6 Stimmen wurde auf Anregung der CSU-Fraktion in den Beschluss mit aufgenommen, dass es das unbedingte Ziel sein müsse, die Kurbeiträge aller Talgemeinden wieder zu vereinheitlichen. Weiterhin soll Huber im Auftrag des Gremiums bei der nächsten Dienstbesprechung der Talbürgermeister anstoßen, dass über eine Verschmelzung von Gästekarte und Tegernsee-Card nachgedacht wird. Huber hofft dabei auf Verständnis seiner Kollegen: „Solidargemeinschaft ist etwas Wunderbares. Aber wenn eine Gemeinde alleine vieles übernimmt, ist das nicht in Ordnung.“ hac

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