Neue Aufgabe

Windenergie im Hofoldinger Forst: Landkreis Miesbach übernimmt Vorsitz der Arge

Die untergegangene Sonne färbt den Himmel hinter zwei Windkraftanlagen orangerot ein.
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Windenergieanlagen könnten bald auch im Hofoldinger Forst entstehen.

Otterfing/Sauerlach – Den Bau von vier Windrädern plant die Arge Windenergie Hofoldinger Forst. Nun übernimmt der Landkreis Miesbach die Zügel im Verbund.

Der Landkreis Miesbach übernimmt ab sofort den Vorsitz der Arge Windenergie Hofoldinger Forst von der Gemeinde Sauerlach. Der Vorsitz rotiert halbjährlich zwischen den sechs Mitgliedern der Arge. Landrat Olaf von Löwis ist damit Ratspräsident: „Durch die Geothermie in Holzkirchen habe ich bereits Erfahrung in Klimaschutzgroßprojekten und möchte zusammen mit meinem Umweltfachbereich und unseren Klimaschutzmanagerinnen dieses großartige Projekt vorantreiben.“

Auch im Landkreis Miesbach spielt Windenergie eine entscheidende Rolle bei der Energiewende und ist Teil des Klimaschutzkonzepts. Eine mögliche Fläche liegt im Norden auf Flur der Gemeinde Otterfing im Hofoldinger Forst an der Grenze zum Landkreis München.

Um ein Windenergieprojekt möglichst raumverträglich und unter Wahrung der Interessen der einheimischen Bevölkerung zu prüfen, haben sich Otterfing, Aying, Brunnthal und Sauerlach 2013 zur Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst (Arge) zusammengeschlossen. 2016 sind auf Bitten der Gemeinden auch die Landkreise München und Miesbach beigetreten.

Nachdem 2020 Windmessungen und Artenschutzbeobachtungen durchgeführt wurden und die entsprechenden Gutachten zu Wirtschaftlichkeit und zur artenschutzrechtlichen Prüfung vorliegen, kann im März im Kreistag über die grundsätzliche Fortführung des Projekts entschieden werden.

Ziel der Mitglieder der Arge ist es, in gemeinsamer Planung Konzentrationszonen für Windenergieanlagen auszuweisen und – sofern sich die Windenergienutzung als wirtschaftlich erweisen sollte – den Planvollzug so zu steuern, dass die Bevölkerung vor Beeinträchtigungen geschützt, das charakteristische Landschaftsbild sowie Flora und Fauna erhalten und eine hohe regionale Wertschöpfung erreicht wird.

Den Mitgliedern der Arge ist bewusst, dass angesichts der immer dringlicher werdenden Klimaproblematik sowie des beschlossenen Atom- und Kohleausstiegs die wenigen für Windkraft zur Verfügung stehenden Flächen immer begehrter werden – vor allem auch bei privaten Investoren. Um das Wohl der Kommunen, die Flora und Fauna im Hofoldinger Forst sowie die Lebensqualität der Bürger bestmöglich zu schützen, hat sich die Arge dazu entschieden, selber Einfluss auf die Planung zu nehmen und die Prüfung eines Windenergieprojekts zunächst in eigener Zuständigkeit zu behalten. ksl

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