Entwürfe im Marktgemeinderat

Winklbauer-Höfe in Holzkirchen vorgestellt: Senioren-WG und mehr möglich

Geplante Mehrfamilienhäuser am Valleyer Weg in Holzkirchen
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Fünf Mehrfamilienhäuser sollen am Valleyer Weg in Holzkirchen entstehen.

Holzkirchen – Die „Winklbauer Höfe“ in Holzkirchen wurden jüngst im Gemeinderat vorgestellt. Bis zu 70 Wohnungen sollen am Valleyer Weg entstehen.

Eine aufwendige Bürgerbeteiligung hat die Quest AG als Bauherr des neuen Holzkirchner Wohnquartiers im Bereich Angerstraße, Austraße und Valleyer Weg mit dem Namen Winklbauer-Höfe durchgeführt. Das Ergebnis wurde kürzlich anhand eines städtebaulichen Entwurfs vorgestellt und in der Sitzung des Marktgemeinderats anschließend ausgiebig diskutiert. Damit die Planungen vorangehen können, sollte das Gremium dabei über zwei Punkte entschieden:

  • Zum einen, ob der Quest AG die Möglichkeit eingeräumt werden soll, statt des Baus von Spielflächen für ältere Kinder eine Ablöse für Instandsetzung oder Neubau entsprechender Spielflächen in der näheren Umgebung zu zahlen.
  • Zum anderen, wie und von wem die im Quartier vorgesehene Senioren-WG betrieben werden soll.

Die für das Projekt vom Marktgemeinderat gewünschte, aber noch nicht genauer definierte Senioren-WG soll nach den Plänen im Erdgeschoss von Haus 1 entstehen, das längs der Bahngleise stehen soll. Wie Isabella Britze, die das Projekt seitens des Bauamtes betreut, erklärte, scheiterte allerdings der Versuch für den Betrieb einen Verein oder eine Genossenschaft zu finden. Alternativ gebe es die Möglichkeit, dass die Gemeinde die Wohnungen behält und selbst auf dem freien Markt nach einem kommerziellen Betreiber der Anlage sucht oder die Quest AG beauftragt, einen Käufer zu finden. Unter anderem soll die Caritas Interesse bekundet haben.

Robert Wiechmann (Grüne) warb mit dem Motto „Was wir haben, haben wir“ eindringlich darum, die Wohnungen in Gemeindehand zu halten: „Vom Gefühl her würde ich sagen, wenn die Quest einen Käufer und Betreiber findet, können wir das erst recht.“ Da noch keine Zahlen vorlägen, mache es ihm die Entscheidung allerdings schwieriger.

Betreiber für Senioren-WG gesucht

Für die Beibehaltung des betreuten Wohnens machte sich auch Birgit Eibl (FWG) stark, wobei sie unschlüssig war, welche Alternative die bessere wäre: „Wichtig ist mir, dass der Zweck festgeschrieben wird und die Wohnungen nicht von einem Betreiber gekauft und umgewidmet werden können.“

Wie Marktbaumeister Florens Hintler sagte, könne dies mit dem Bebauungsplan vertraglich festgehalten werden. Der Bauherr brauche aber einen Fingerzeig, um zu wissen, in welche Richtung er planen muss.

Ablöse für Spielplätze geplant

Mit vier Gegenstimmen sprach sich das Gremiums schließlich für den Vorschlag der Verwaltung aus, wonach die Quest AG nach einem Käufer suchen soll, der die Senioren-WG dann betreibt.

Wie Max von Bredow, Geschäftsführer des Familienunternehmens Quest AG aus Kolbermoor per Videoschalte sagte, gehe es bei der Ablöse für die Spielplätze für ältere Kinder und Jugendliche nicht darum, diese abzuschieben. Vielmehr kam der Wunsch aus der Bürgerbeteiligung: „Wenn sie das anders haben möchten, nehmen wir auch die Challenge an, alle Spielplätze in den Winklbauer-Höfen zu integrieren.“

Idee der Quest AG gefällt

Dem Vorschlag mit der Ablöse konnte Elisabeth Dasch (SPD) allerdings durchaus etwas abgewinnen: „Ich plädiere sehr für schöne und großzügige Gemeinschaftsflächen, auf denen auch mal der Opa mit den Enkeln rumgarteln kann. Wenn die Bauordnung das hergibt, sollten wir mit dem Geld lieber den Abenteuerspielplatz am Otto-Mair-Ring aufrüsten.“

Dem schloss sich Wiechmann an, der meinte: „Wir sollten das stimmige Konzept nicht aufweichen und uns die drei Schaukeltierchen sparen, nur um der Vorschrift Genüge zu tun.“ Daran fand auch Michael Wohlschläger (CSU) Gefallen, der aber mit den in der Vorlage als Ablöse hinterlegten 21.000 Euro Probleme hatte: „Ich denke, da kommt die Quest AG ein bisschen zu billig davon.“

Klosteranger in Weyarn als Vorbild

Wie Britze sagte, sei der Betrag noch nicht festgeschrieben. Es gehe nur um den grundsätzlichen Modus. Mit einem Augenzwinkern ergänzte von Bredow, dessen Unternehmen auch den vielfach ausgezeichneten Klosteranger in Weyarn gebaut hat: „Seien Sie versichert, dass ich mir bestimmt nicht nachsagen lasse, dass ich da knickert gewesen wäre.“

Mit drei Gegenstimmen ging dann auch der Verwaltungsvorschlag durch, wonach die Quest AG gemäß der bayerischen Bauordnung für Spielflächen in den Winklbauer-Höfen eine Ablöse bezahlt, die zweckgebunden für geeignete Spielflächen in der Nähe verwendet wird. Davon unberührt bleibt die Verpflichtung, im Quartier Spielflächen für Kinder bis drei Jahre herzustellen.

Lob vom Bürgermeister

Wie Bürgermeister Christoph Schmid abschließend sagte, war die Diskussion ein wichtiges Stimmungsbild für die nächsten Schritte: „Was wir heute vorliegen haben, ist das, was die Quest AG mit ihrer Bürgerbeteiligung aus Eigeninitiative gemacht und entwickelt hat. Es gibt noch viel zu tun, aber es war schon einmal eine sehr gute Generalprobe für die künftigen Abstimmungen.“

Abrufbar ist der von der Quest AG durchgeführte Bürgerbeteiligungsprozess im Internet unter www.nonconform.at. hac

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