Wirtschaftsempfang auf Gut Kaltenbrunn / SMG feiert zehnten Geburtstag

Mehr Raum für Kreativität

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Der Wirtschaftsempfang der SMG fand heuer auf Gut Kaltenbrunn statt.

Gmund – „Servus Zukunft“ heißt eine Initiative der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach, deren Start beim Wirtschaftsempfang vergangene Woche bekanntgegeben wurde. Bei der Kampagne geht es um Identität vereint mit Innovation und Kreativität, wie SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid im Rahmen des Empfangs erläuterte.

Erstmals fand die Veranstaltung, die inzwischen zu einem hochkarätigen Event mit prominenter Besetzung herangewachsen ist, auf Gut Kaltenbrunn statt. Dort, im Alten Rinderstall, gab‘s sowohl die Verleihung der Wirtschaftspreise (Bericht folgt) als auch das zehnjährige Bestehen der SMG zu feiern. Was vor zehn Jahren als Ein-Mann-Betrieb begonnen habe, sei inzwischen zur „echten Entwicklungsgesellschaft“ geworden, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Klaus-Dieter Graf von Moltke. Die SMG verstehe sich heute als beratende und dienstleistende Gesellschaft für den Landkreis, für den Unternehmer. Entscheidend sei jedoch, wie man den Landkreis Miesbach „am Strom halten“ könne. Das Ziel sei die Entwicklung einer starken Marke, um international auftreten zu können. „Wir wollen über den Tellerrand schauen – in die globale Welt als starke Region“, legte von Moltke dar und machte deutlich, dass sich dazu die SMG breiter und dominanter aufstellen müsse.

Landrat Wolfgang Rzehak zeigte sich froh darüber, „so eine umtriebige SMG“ zu haben. Der Landkreis-Chef war voll des Lobes für das „innovative Team“, das es verstehe, mit dem wenig zur Verfügung stehenden Geld kreativ umzugehen.

Als Wirtschaftsförderer stecke man mittlerweile in einem „Dilemma“, bekannte Alexander Schmid und erklärte, dass auch der Landkreis Miesbach vor Stau, Zuzug und Flächenverbrauch nicht verschont bleibe. 

Deshalb setze die SMG ganz klar auf Qualität. „Wir wollen noch besser werden und Anstöße geben“, verkündete der Geschäftsführer. Mit „Servus Zukunft“ wolle man die Innovationsfähigkeit des Landkreises steigern. So soll mehr Raum für Kreativität geschaffen werden, dabei aber der Wert der regionalen Identität bewahrt bleiben. Neues sichtbar machen, Austausch schaffen und gute Ideen zusammenbringen – „es soll ein Schulterschluss kluger Köpfe sein“, sagte Schmid und hob hervor: „Uns alle eint die starke Verbundenheit. Mit Herz und Verstand wollen wir es gemeinsam angehen.“

Anwalt, Manager, Ideenschmied – Friedrich Merz, früherer CDU-Wirtschafts- und Finanzexperte fesselte beim Wirtschaftsempfang mit einem Vortrag über die große Weltpolitik. Der Vorsitzende des gemeinnützigen Netzwerks Atlantik-Brücke spannte dabei den Bogen vom Brexit der Briten bis hin zu Trumps Amerika. Den Blick auf den US-Präsidenten gerichtet, sagte der 61-Jährige: „Er stellt alle Regeln in Frage.“ Zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens ließ Merz verlauten: „Ich glaube, die Regierung in Großbritannien hat keinen Plan B. Ich bin sogar geneigt zu sagen, sie haben nicht einmal einen Plan A.“ Mit der Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen, würden zuallererst die Briten selbst die wirtschaftlichen Folgen spüren. „Die Züge verlassen jetzt schon den Bahnhof“, machte Merz deutlich und verwies in diesem Zusammenhang auf Banken und große Unternehmen. Auf seiner thematischen Reise um den Globus wies Merz darauf hin, dass sich im Augenblick politisch und ökonomisch „die Zentren verschieben“. Wenn die Weltbevölkerung im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen umfasse, würden davon neun Milliarden außerhalb Europas und Amerikas leben. Merz: „Wir werden uns im Koordinatensystem anders und neu positionieren müssen, damit wir uns auch selbst eine Zukunft sichern.“ Der Ex-Politiker machte in seiner Rede deutlich, dass es nicht nur um Ökonomie gehe, sondern auch um die Frage der Freiheit und Liberalität. „Wir brauchen ein gesamtgesellschaftliches Klima“, forderte Merz und sagte weiter: „Wir brauchen eine starke Europäische Union. Und diese braucht Partner.“ Auf die Frage von Moderator Stefan Scheider, ob ihm die Zukunft Angst mache, antwortete Merz: „Nein, Angst ist ein schlechter Ratgeber.“ Man müsse sich stattdessen mit der Lage beschäftigen und die richtigen Konsequenzen ziehen. Merz‘ praktischer Ratschlag: „Hört mal endlich mit dieser ewigen Maulerei über Europa auf.“ Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bewegte sich in ihrer Ansprache auf heimischem Boden und pries dabei einmal mehr die Tatsache, dass sich Bayern zu einer „führenden Wirtschaftsnation“ entwickelt habe. „Bayerische Firmen haben einen hohen Stellenwert. Die Produkte überzeugen mit Qualität und Innovation“, sagte Aigner. 

rei

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