Strom von den Dächern

Wo Hausham mehr Anlagen für Photovoltaik haben will

Feuerwehrhaus in Hausham
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Das Haushamer Feuerwehrhaus ist ein Kandidat, auf dem nächstes Jahr eine PV-Anlage installiert wird.

Hausham – Strom von den Dächern: Hausham forciert die Installation von Photovoltaikanlagen auf Gemeindegebäuden.

Auf Anregung der CSU-Fraktion referierte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hausham Energiemanager Andreas Scharli über die aktuelle Fördersituation und die Eignung gemeindlicher Liegenschaften für Solarstrom. Seine Empfehlung, in den nächsten Jahren die Dächer des Kindergartens Regenbogen und der Freiwilligen Feuerwehr sowie 2022 die der Turnhalle der Grund- und Mittelschule mit Photovoltaikanlagen auszurüsten, fiel auf fruchtbaren Boden.

Für Andreas Scharli, Energiemanager der Energiewende Oberland, ist Hausham kein Neuland. Er nahm die Gemeindebauten bereits in den Jahren 2016 und 2018 im Rahmen der geförderten Projekte Energiecoaching und Energiecoaching Plus unter die Lupe. Seine Empfehlungen waren dann auch recht klar umrissen.

Für den Kindergarten und die Feuerwehr schlug er die Montage von PV-Anlagen mit einer Leistungskapazität von 10 Kilowattstunden (kWh) vor. Pro Anlage würde das die Gemeinde rund 15.000 bis 18.000 Euro kosten. Wegen der geringen Einspeisevergütung von derzeit knapp 8 Cent pro Kilowattstunde rentieren sich hier größere Anlagen weniger.

Bei der Grund- und Mittelschule riet Scharli indes zu einer Anlage mit 15 oder sogar 30 kWh, weil dort auch der Stromverbrauch deutlich höher ist. Bei einer geschätzten Gesamtlaufzeit von etwa 20 Jahren würden sich die Anlagen nach rund acht bis zehn Jahren amortisieren.

In seinem Vortrag räumte der Energieexperte auch das Vorurteil aus, dass heutige PV-Anlagen Sondermüll seien, sondern der Elektroentsorgungsschiene zugeführt werden: „Die Anlagen bestehen aus rund 65 Prozent recyclebarem Glas. Auch das Aluminium ist wiederverwertbar. Energetisch ist eine PV-Anlage somit innerhalb von zwei Jahren amortisiert.“

Nicht gelten ließ er außerdem die oftmals geltend gemachten Einwände, dass Solarstromanlagen aus statischen Gründen nicht machbar sind: „Eine dachintegrierte PV-Anlage wiegt pro Quadratmeter rund 15 Kilo, ein Ziegeldach hingegen etwa 50 Kilo.“ Nachteil ist allerdings, dass PV-Anlagen im Winter praktisch nicht abgeräumt werden können.

Als Glaubensfrage bleibe, wie Scharli sagte: „Schee oder schiach, das muss jeder selbst entscheiden.“ Er riet aber dazu, die Gesinnungsänderung im Landratsamt wahrzunehmen, die das Potenzial Sonnenenergie nutzen möchte. Wie ernst es dem Landkreis damit ist, zeigte dessen kürzlich kostenlos veröffentlichter Service des Solarpotenzialkatasters für den Landkreis Miesbach.

Neben dem Potenzial von Solarenergie ging Scharli auch kurz auf die Möglichkeit einer Erdwärmenutzung ein. Ein Vorschlag, den Peter Wagner (SPD) bereits in der Vergangenheit für die Aufstellung neuer Bebauungspläne ins Spiel gebracht hatte: „Wir sollten den CSU-Antrag zur verstärkten Nutzung der Sonnenenergie konsequent fortsetzen, aber ebenso zukünftig die Nutzung von Erdwärme in Betracht ziehen.“

Als nächsten Schritt schlug Bürgermeister Jens Zangenfeind vor, die drei von Scharli vorgestellten Gebäude in die Haushaltsplanungen mit aufzunehmen: „Der Fahrplan ist gut. Jetzt müssen wir im Gemeinderat schauen, was wir schon im kommenden Jahr umsetzen können oder auf die nächsten Jahre aufteilen müssen.“ hac

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