Nachfrage bleibt groß

Wohnimmobilien-Bericht der HypoVereinsbank: Enorme Teuerung

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Die Filialleiter der HypoVereinsbank (v.l:) Franc Mesec (Rottach-Egern), Markus Eder (Holzkirchen) und Alexander Trost (Miesbach) stellten den Wohnimmobilien-Marktbericht vor.

Miesbach/Landkreis – In den Toplagen der teuersten Wohngegenden im Alpenvorland werden deutschlandweit mit die höchsten Grundstücks- und Immobilienpreise erzielt und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Die Nachfrage nach Wohnraum ist immens, der Markt selbst ist so gut wie leergefegt – nicht nur für Normalverdiener ein echtes Dilemma.

Die HypoVereinsbank beleuchtet in ihrem neuen Wohnimmobilien-Marktbericht für den Landkreis die Zusammenhänge. Der vor kurzem in Miesbach präsentierte Bericht steckt nicht voller großer Überraschungen, er ist eher ernüchternd. Der sprunghafte Anstieg der Immobilienpreise in Miesbach, Schliersee, Holzkirchen und im Tegernseer Tal resultiert aus dem regen Einwohnerzuzug, dem Interesse an Zweitwohnungen und der langen Niedrigzins-

phase. Die enorme Anspannung des Wohnungsmarkts, die bereits seit Jahren zu beobachten ist, wird sich in nächster Zeit nicht entspannen. Ob Ferienimmobilien zur Kapitalanlage, luxuriöse Anwesen für Promis oder ältere, kleinere Wohnungen für Normalos – der Bedarf ist groß. Dem gegenüber stehen sehr geringe Flächenpotenziale zur Verfügung. Quasi eine Zwickmühlensituation.

Erfreulich ist, dass die Neubauzahlen seit 2013 wieder leicht anziehen und der Immobilienmarkt dadurch um rund 390 Wohneinheiten pro Jahr wächst. Auch der gemeindliche Mietwohnungsbau bewegt sich dank staatlicher Förderungen etwas. All dies ist jedoch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Nachfragedruck bei Baugrundstücken ist extrem und hat eine enorme Teuerung der Grundstückspreise in allen Gemeinden zur Folge. Grundstücke in Seelage werden vielfach ab 2000 Euro pro Quadratmeter gehandelt.

Bei den Eigentumswohnungen peitscht der Angebotsmangel die Preise ebenso nach oben wie die explodierenden Grundstückspreise, der Nachfrageüberhang und der hohe Anteil exklusiver Neubauprojekte. Im privilegierten Tegernseer Tal muss man für eine neue Eigentumswohnung 7000 bis 10.500 Euro pro Quadratmeter hinblättern, in den übrigen Orten sind es immerhin noch stolze 4500 bis 6000 Euro pro Quadratmeter.

Wenig Angebot und steigende Preise schlagen auch bei der Mietzinsentwicklung zu Buche. Nach jahrelangen Mietsteigerungen wird dieses hohe Niveau aufgrund des leergefegten Markts nicht abflachen. Die landkreisweite Mietpreisspanne ist mit 10 bis 19 Euro pro Quadratmeter recht groß, die günstigsten Mietobjekte gibt‘s in Hausham, der teuerste Standort ist Rottach-Egern.

In ihrem Bericht prognostiziert die HypoVereinsbank für das nächste Jahrzehnt keine wesentliche Entspannung. Der Landkreis Miesbach wird auch weiterhin zu den deutschen Standorten mit hohen Zukunftschancen zählen. Durch die reizvollen Lagen, die gute Anbindung und die Strahlkraft der Landeshauptstadt in Verbindung mit der hohen Nachfrage wird der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter anhalten, so dass auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für die Kommunen zunehmend eine große Herausforderung darstellt. stg

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