Gemeinderat stimmt für Wohnprojekt für Senioren in der Ortsmitte

Konzept kommt an in Bad Wiessee

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Im geplanten Gebäude des Betreuten Wohnens (hier der Blick von der Münchner Straße) soll auch ein öffentliches Café mit Terrasse unterkommen.

Bad Wiessee – Seit 2009 liegt das Grundstück des ehemaligen Hotels Edelweiß brach. Sehr zum Leidwesen der Gemeinde, die dort gerne ein Wohnprojekt für Senioren in Ortsnähe realisiert sähe.

Die Oswa GmbH als neuer Besitzer hat jetzt das Heft in die Hand genommen und sich der Bebauung des Grundstücks trotz dessen ungewöhnlicher Form angenommen. Das Ergebnis hat Architektin Laura Strehle vor kurzem im Gemeinderat vorgestellt. Mit nur zwei Gegenstimmen wurde dann das Projekt auf die Spur gebracht. Voraussetzung ist allerdings, dass der Inverstor mit der Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag schließt, der die Nutzung des Hauptgebäudes für Senioren sicherstellt. Die Krux bei der Bebauung des rund 4100 Quadratmeter großen Grundstücks liegt, wie Bauamtsleiter Helmut Köckeis erklärte, bei dessen unregelmäßiger Form: „Es ist schwierig, den eigentlich vorgeschriebenen Acht-Meter-Abstand überall einzuhalten. Aber der Investor hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und ist unseren Vorschlägen weitgehend nachgekommen.“ Der Abstand wird jetzt nur noch an zwei Stellen unterschritten, liegt aber, wie Köckeis vorrechnete, im Durchschnitt bei rund zehn Metern. Gebaut werden soll ein großes Gebäude für betreutes Wohnen und zwei kleinere identisch große Gebäude für herkömmliches Wohnen. Besondere Aufmerksamkeit legt das Konzept auf Begrenzungsflächen, die mittels einer aufgelockerten Grünanlage und eines öffentlichen Cafés geschaffen werden. Bürgermeister Peter Höß überzeugte das Konzept: „Wir brauchen zentralen Wohnraum für unsere älteren Mitbürger, damit sie auch am Leben im Ortszentrum teilnehmen können.“ Für längst überfällig hält Bernd Kuntze-Fechner (SPD) einen solchen Komplex: „Seit 40 Jahren reden wir davon, jetzt haben wir die Chance, es umzusetzen.“ Zustimmung kam auch von Florian Sareiter (CSU). „Die Architekten sind auf unsere Wünsche eingegangen und der ursprünglich geplante 84 Meter lange Gebäuderiegel ist damit vom Tisch.“ Als Betreiber würde er sich den Diakonieverein Tegernseer Tal wünschen. Dessen Leiterin, Monika Klöcker, hat bei der Sitzung dann auch schon Interesse bekundet. Besonderen Charme sieht Klöckner in dem öffentlichen Café als Begegnungsstätte. Als Zielgruppe für die Belegung gab sie aus: „Wir wollen nicht das Luxussegment bedienen und sehen vorzugsweise Senioren aus dem Tegernseer Tal als zukünftige Bewohner.“ Ob die Diakonie tatsächlich einsteigt, hängt, wie Klöcker auf Nachfrage von Birgit Trinkl (Wiesseer Block) sagte, davon ab, wie hoch die Mietpreise werden: „Im Prinzip sind wir uns mit der Oswa aber einig.“ Wenig begeistert von den vorgestellten Plänen ist Kurt Sareiter (CSU), der, wie Höß rechtlich klarstellte, als direkter Nachbar in diesem Fall mit debattieren und abstimmen durfte: „Das 46 Meter lange Hauptgebäude hat nach Süden hin auf 30 Meter nur fünf Meter Abstand und stellt eine äußerst massive Bebauung dar.“ Schützenhilfe bekam er von Fraktionskollegen Georg Erlacher, der wegen der Grenzabstände vorschlug, doch noch einmal nachzubessern: „Dann könnte ich besser schlafen.“ Das Gemeinwohl im Blick, meinte Höß auf die Einwände: „Wir sollten jetzt den Sack zumachen und nicht wieder Jahrzehnte verstreichen lassen, um etwas für unsere Senioren zu tun.“ Gegen die Stimmen von Kurt Sareiter und Erlacher segnete der Gemeinderat schließlich das Projekt unter der Voraussetzung ab, dass der städtebauliche Vertrag noch geschlossen wird.             hac

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