Tier am Seehamer See gefilmt

Wolf im Landkreis Miesbach gesichtet: Landesamt für Umwelt bestätigt Verdacht

Wolf am Seehamer See
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Bei dem am Seehamer See gefilmten Tier soll es sich um einen Wolf handeln.
  • VonKatja Schlenker
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Weyarn – Ein Video von einem Wolf, das in der Nähe des Seehamer Sees aufgenommen wurde, sorgt derzeit für Aufregung. Ein Almbauer fordert sogar das Jagdrecht für das streng geschützte Tier.

Die Aufregung ist groß: Am Seehamer See ist ein Wolf gesichtet worden. Davon berichtete auch Gemeinderat Anton Maier (CSU) in der jüngsten Sitzung in Rottach-Egern. „Diese Tiere werden immer mehr zur Gefahr für das Weidevieh auf den Almen“, sagte der Bezirksalmbauer des Almbezirks Tegernsee. Das Landesamt für Umwelt entwarnt jedoch.

Das Video – mit einem Handy aus einem Auto heraus gefilmt – kursiert derzeit im Internet und bei sozialen Medien. Darauf zu sehen ist ein mächtiges, graues Tier, das über eine Wiese streift, kurz stehen bleibt, um das nahe Auto zu beäugen, und dann weiterzieht.

Allianz gegen Wolf bilden

„Wenn sich ein Rudel bildet, sind wir verloren“, erklärte Anton Maier im Gemeinderat. Auch, weil der Wolf in Deutschland einen enormen Schutzstatus genießt, nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts die letzten sesshaften Tiere aus Deutschland verschwanden, diese sich mittlerweile aber wieder ansiedeln und vermehren. Anton Maier fordert daher sogar, sich dafür einzusetzen, dass dieser Schutzstatus aufgehoben wird.

Auch Bürgermeister Christian Köck zeigte sich besorgt: „Wir haben hier einen enormen Freizeitdruck und das könnte problematisch werden, falls die Wölfe anfangen, die landwirtschaftlichen Nutztiere auf der Alm als Beutetiere zu sehen.“ Ob es soweit kommt, bleibt abzuwarten.

Verhalten des Wolfs unauffällig

Das Video ist zunächst über das Landrats­amt Miesbach an die Experten beim Landesamt für Umwelt (LfU) weitergeleitet worden. „Die Prüfung des Videos ist abgeschlossen“, erklärt ein Sprecher des LfU. „Demnach wurde Montagmittag, 19. April, im Landkreis Miesbach ein Wolf gesichtet.“

Das Verhalten des Tiers sei unauffällig. „Wir gehen von einem durchwandernden Einzeltier aus“, heißt es weiter. „Gerade jetzt zur Paarungszeit wandern vor allem junge Rüden auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken von täglich 50 bis 70 Kilometern oder mehr.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Wolf im Landkreis Miesbach unterwegs ist.

In Oberbayern keine standorttreuen Wölfe

Weitere Details zu dem gesichteten Tier, wie zum Beispiel die Bestimmung von Geschlecht und Herkunft oder gegebenenfalls eine Zuordnung zum Elternrudel, seien ohne genetische Analyse nicht möglich. Jedoch seien in Oberbayern bisher keine standorttreuen Tiere bekannt.

Dennoch informiert das LfU die Nutztierverbände über Wolfsnachweise. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berät auch zu Herdenschutz sowie zur Förderung von Schutzmaßnahmen für Weidetierhalter. Das LfU sammelt zudem Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen. Meldungen sind unter www.lfu.bayern.de möglich.

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