Würdevollerer Abschied

Holzkirchen: Friedhofserweiterung bis 2019 / Muslimische Grabstellen geplant

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Dort soll die Aussegnungshalle Platz finden, erklären Bürgermeister Olaf von Löwis (l.) und Architekt Michael Gaenssler.

Holzkirchen – Die Erweiterung des Friedhofs an der Thanner Straße in Holzkirchen schreitet voran: Bereits jetzt zeugen farbige Markierungen außerhalb der Friedhofsgrenzen von der künftigen Aussegnungshalle. Mit dem Bau löst sich ein altes Problem: Bisher mussten die Trauernden auf dem Parkplatz vor dem Friedhof Abschied vom Verstorbenen nehmen. Dies gehört bald der Vergangenheit an (wir haben berichtet). Auch neuere Bestattungsformen finden auf der erweiterten Fläche Platz. In einem Jahr soll alles fertig sein, kündigte Architekt Michael Gaenssler beim Ortstermin am Dienstag vergangener Woche an.

„Wir sind mit dem bisherigen Friedhof an die Grenze gestoßen“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis. Von der neuen Planung, die die zur Verfügung stehende Fläche verdoppeln und auch bislang unkonventionelleren Formen wie Naturbestattungen mit Baum- und Wiesengräbern beinhalten soll, zeigte sich der Bürgermeister begeistert. Die komplette Erweiterung wird rund 2,8 Millionen Euro kosten, um das bisherige Parkraumproblem bei Trauerfeiern zu lösen, sind 20 weitere Stellplätze geplant.

Von Löwis begrüßte, dass die Trauernden künftig von der Glasfront der geplanten Aussegnungshalle und vom Friedhof aus einen unverstellten Blick auf das Alpenpanorama haben werden: „Schöner geht‘s nicht.“ Aus Kostengründen wurde der bisherige Friedhof noch ohne Aussegnungshalle angelegt, dies solle nun nachgeholt werden. In ebenfalls geplanten sogenannten Aufbahrungszellen sollen die Trauernden würdevoll und in Ruhe Abschied nehmen. Verantwortlich für die Planung sind Architekt Michael Gaenssler, dessen Gestaltungsvorschlag bereits im Jahre 1994 den Zuschlag für den bisherigen Teil erhielt, und der Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz (Teutsch Ritz Rebmann). Die neue Aussegnungshalle solle allen Konfessionen offenstehen, erklärte Architekt Gaenssler. Deshalb wird es keine feste Bestuhlung geben, der 150 Quadratmeter große Raum könne je nach Bedürfnis genutzt werden. Außen wird er mit der heimischen Gesteinsart Nagelfluh verkleidet, innen mit einem weiß-geschlämmten Ziegelmauerwerk.

Passend zur „offenen“ Aussegnungshalle bietet der neue Friedhofsteil künftig auch Muslime die Möglichkeit, gemäß ihrer Riten bestattet zu werden. 47 nach Mekka ausgerichtete Grabplätze sind eingeplant. Dafür hatte sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche eingesetzt, erklärte von Löwis.

Auch Eltern von Sternenkindern bekommen einen Ort zum Trauern: In einem durch eine Hecke geschützten Rondell befinden sich die Gräber, auf Bänken können die Trauernden verweilen. „Dort können sie sitzen und etwas für sich sein“, erklärte Kerstin Süß (Teutsch Ritz Rebmann). „Die Beerdigungskultur hat sich verändert“, sagt Landschaftsarchitekt Ritz. Dementsprechend wird es vermehrt Urnengräber geben. Sehr angetan ist Ritz davon, dass der erweiterte Friedhof im Osten an den Steindlweg grenzen soll: „Das ist eine wunderschöne Allee, so etwas habe ich noch nicht gesehen.“ she

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