Zehn Länder in fünfzehn Tagen

Haushamer startet bei Abenteuer-Rallye „Baltic Sea Circle – Winter Edition“

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Nach einem halben Jahr Vorbereitung mit Umbauten, Visa-Einholung und vielem mehr startet das Team „Bob und die Lemminge“ am 24. Februar ihre Abenteuer-Rallye rund um die Ostsee und sammelt nebenbei Spenden für gute Zwecke: (v.l.) Markus Hundsdorfer, Dominik Neudert, Ramona und Andreas Kässer.

Hausham – „Heil wieder ankommen ist die oberste Prämisse“, sagt Markus Hundsdorfer. Der 46-jährige Haushamer startet mit seinem Kumpel Dominik Neudert aus Grasbrunn bei der Charity-Rallye „Baltic Sea Circle – Winter Edition“ (BSC). Gemeinsam mit Andreas und Ramona Kässer aus München bilden die vier Motorsportfans das Team „Bob und die Lemminge“.

Am 24. Februar fällt in Hamburg der Startschuss für 47 Teams aus fünf europäischen Ländern. In fünfzehn Tagen werden zehn Länder durchquert und etwa 7500 Kilometer zurückgelegt. Die Strecke geht um die Ostsee über Stockholm, die Lofoten, das Nordkap, Helsinki, Sankt Petersburg, Tallin und Kaliningrad zurück nach Hamburg. Der Veranstalter „Superlative Adventure Club“ verspricht den Teilnehmern, sie würden bei der „nördlichsten Rallye des Erdballs pure Wildnis und raue Metropolen so authentisch wie möglich spüren.“ Die Vorgaben versprechen keinen Luxus: Navigationsgeräte, GPS und Fahrten auf Autobahnen sind nicht erlaubt, das Fahrzeug muss mindestens fünfzehn Jahre alt sein, Konversation unter den Teams gibt es über Walkie-Talkie.

Hundsdorfer und seine Mitstreiter haben darin Erfahrung: Sie waren bereits 2015 bei der „Allgäu-Orient-Rallye“ dabei. Gemeinsam mit Michael Summo, Manfred Beck und Bruder Klaus startete Markus Hundsdorfer für das Team „BOB Bayerische Oberland-Buam“. Neudert und das Ehepaar Kässer – die Sieger der Rallye – fuhren für andere Teams, man freundete sich an.

Auf der Reise von Oberstaufen nach Amman lernten die Teilnehmer Länder und Leute kennen und schätzen. „Ob in Bulgarien, der Türkei, Israel, Syrien oder Jordanien: Die Menschen außerhalb der Großstädte sprechen kein Englisch oder Deutsch und wir nicht ihre Sprache. Mit Händen und Füßen konnten wir uns verständigen, es entstanden viele schöne Begegnungen“, erzählt Hundsdorfer. „Bei solchen Rallyes musst du dich unters Volk mischen und das Land spüren und erleben, nicht wie in einem Touristenhotel in einer Seifenblase leben.“ Negative Erlebnisse gab es während der Abenteuerfahrt in den Orient keine, „alle Menschen auf dem Weg dorthin waren sehr offen und hilfsbereit, obwohl wir oft in Krisengebieten unterwegs waren“, erinnert sich Hundsdorfer.

Damals wurden Rollstühle vom RehaTeam Oberland mitgenommen und unterwegs an Altenheime verteilt, das Rallye-Auto wurde in Jordanien für einen guten Zweck versteigert und die Rückreise per Flugzeug absolviert. Bei der BSC werden wohlhabende, friedliche Länder durchquert. „Deshalb bin ich vor dieser Reise ziemlich gechillt, anders als vor der Orient-Rallye, da waren wir alle sehr nervös, es war extrem anstrengend“, sagt der gelernte KfZ-Meister Hundsdorfer, der als Medienberater arbeitet. „Ein bisschen Bammel“ haben die Fahrer vor dem eiskalten Klima und den Straßenbedingungen. Da die Rallye erstmals im Winter stattfindet, gibt es keine Erfahrungswerte. Er und Neudert fahren mit ihrem Golf IV aus dem Baujahr 1999, die Teamkollegen Kässer mit einem Saab aus dem Jahr 2000. Beide Autos wurden umgebaut und mit Standheizung und Betten zum Übernachten ausgerüstet. Die Startgebühr pro Fahrzeug beträgt 950 Euro, dazu muss neben der Verpflegung einiges an Benzin bezahlt werden, mit der Fahrt nach Hamburg und zurück wird jedes Auto rund zehntausend Kilometer zurückgelegt haben. Beim Start erhalten die Teilnehmer ein Roadbook, in dem grobe Streckenempfehlungen mitgeteilt, Treffpunkte vereinbart und Aufgaben gestellt werden, die es unterwegs zu erfüllen gilt, um Punkte zu sammeln. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt die Rallye, beim Zieleinlauf am 11. März in Hamburg gibt es nach der Siegerehrung eine fette Party. Auch unterwegs wird Kameradschaft großgeschrieben. Am Polarkreis wird unter den Polarlichtern gefeiert und auf dem gefrorenen Meer übernachtet, im Baltikum wird ein Winterbiwak aufgeschlagen. Zusätzlich zur Startgebühr müssen die Teilnehmer pro Fahrzeug 750 Euro für einen guten Zweck aufbringen und beim Ziel­einlauf vorweisen. Hundsdorfer und Neudert wollen Spenden sammeln für das Caritas-Kinderdorf Irschenberg, das Ehepaar Kässer übergibt ihre Spenden an den Kältebus für bedürftige Obdachlose in München. Wer sich beteiligen will, überweist einen freiwilligen Betrag auf das gemeinsame Spendenkonto: Dominik Neudert, IBAN: DE08 2004 1155 0395 3551 00, BIC: COBADEHD055, Comdirect Quickborn. Für Spendenquittungen und weitere Infos: E-Mail an info@teambob.de schicken.

Pro zehn Euro Spende schicken die Fahrer eine Postkarte von unterwegs, ein Fotodrucker ist dabei. Jeder gespendete Euro fließt garantiert in diese beiden Einrichtungen, versprechen die Fahrer. Wer die Tour verfolgen möchte, kann dies unter www.teambob.de und auf Facebook unter „Bob und die Lemminge“ tun.

ole

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